Interview: Marco Richter (Spvgg. Sonnenberg II)

Der erste Versuch dieser Partie wurde noch vor der Halbzeit abgebrochen. Der Schiedsrichter entschied kurz vor der Halbzeit auf Strafstoß für Sonnenberg II. Die Beschwerden von Grün-Weiß Wiesbaden nahmen kein Ende, so dass der Schiedsrichter das Spiel abbrach. Vor der Wiederholung des Spiels am heutigen Donnerstag unterhielt sich Mittelkreis mit dem Sonnenberger Marco Richter.

Mittelkreis: Was macht die Spvgg. Sonnenberg zu einem besonderen Verein?

Richter: Die Spvgg. Sonnenberg ist aus meiner Sicht einer der am besten geführtesten Vereine Wiesbadens. Das fängt bei der sehr gut aufgestellten Jugendabteilung an und auch die Aktivität sehe ich insgesamt als feste Größe im Wiesbadener Kreis. Besonders macht sich das bei der guten Organisation bemerkbar, wobei nicht nur der reine Spielbetrieb der Mannschaften gemeint ist. Zum Beispiel kann man hier das jährliche Highlight im Jugendfußball, nämliche das alljährliche U17 Turnier (Liliencup) nennen. Man merkt einfach, dass der Verein lebt und viele auch neben dem aktiven Spielbetrieb engagiert mitwirken. Ich habe im Wiesbadener Kreis u.a. auch bei TuS Nordenstadt und der DJK Schwarz Weiß Wiesbaden gespielt, weswegen ich mir da ein Urteil erlaube. Aus Sicht der Aktivität haben wir mit Uwe Meckbach einen in Wiesbaden sehr bekannten und kompetenten Trainer, der zusammen mit Gerald Bauer einen sehr modernen Fußball vermittelt, was sich in den Trainingseinheiten wiederspiegelt. Man merkt, dass da im Hintergrund ein Plan für die Entwicklung der Mannschaften ist, der sich über mehr als nur eine Saison erstreckt. Für mich war es daher keine Frage, wo ich Wiesbaden spielen würde.

Mittelkreis:  Im letzten Spiel gab es die 0:1 Niederlage bei SV Wiesbaden II. Wie hast du das Spiel erlebt?

Richter: Mich persönlich plagt derzeit eine Erkältung, weswegen ich meine normale Leistung nicht wirklich abrufen konnte. Das Spiel an sich habe ich als sehr zerfahren und auf schlechtem Level erlebt. Wir haben uns leider zu sehr dem Niveau angepasst, statt konsequent unser Spiel durchzuziehen. Wie auch beim Spiel zuvor gegen Fvgg. Kastel II kam dann noch sehr viel Pech im Abschluss dazu. Aus meiner Sicht hatten wir klar die besseren Aktionen und mehr vom Spiel. Einen Gegner wie den SV Wiesbaden II muss man dann einfach schlagen. Aber natürlich können die Jungs auch Fußball spielen und haben oft auch mal den ein oder anderen sehr ambitionierten A-Jugendspieler dabei. Wenn man dann über 90 Minuten verpasst zu treffen, passiert es eben leider, dass dann ein Angriff des Gegners doch mal erfolgreich vorgetragen wird.

Mittelkreis:  3 Niederlagen in Folge, was ist los?

Richter: Beim Spiel gegen Freie Turner war ich leider nicht anwesend. Insgesamt denke von dem was ich gehört habe, dass die Niederlage aber in Ordnung geht, da wir über den Großteil der Spielzeit nicht unseren Erwartungen gerecht werden konnten. Sehr ärgerlich sind allerdings die letzten beiden Niederlagen gegen Kastel und Wiesbaden. Beides vermeintlich schlagbare Gegner, denen wir jeweils in dieser Saison 6 Punkte überlassen haben. Was natürlich auffällt bei beiden Spielen ist, dass wir keine Tore gemacht haben. Allein gegen Kastel müssten wir mit 3 Toren Unterschied in die Halbzeit gehen. Kastel hat eben 100% seiner Torchancen genutzt und so verliert man auch ein Spiel, bei dem man die meiste Zeit über bestimmend war. Wobei das natürlich nicht in drei Toren Unterschied resultieren darf. Die Leistung gegen Wiesbaden war wie erwähnt insgesamt nicht zufriedenstellend, hätte dennoch ausreichen müssen. So haben wir uns insgesamt selbst einen sehr guten Ausklang zur Winterpause vermasselt. Besonders ärgerlich nach den zuvor guten Leistungen, wie zum Beispiel gegen Medenbach, oder auch die Spvgg Nassau.

Mittelkreis: Was ist euer Saisonziel?

Richter: Generell muss man zunächst erwähnen, dass wir auch immer noch unter den Abgängen während der Vorbereitung und des Saisonbeginns leiden. Wir haben da einige Spieler aus familiären und beruflichen Gründen in beiden Mannschaften verloren, was wir nicht 100%ig kompensieren konnten. Dann kommen natürlich noch Verletzungen hinzu. So fällt schon seit mehreren Spielen unser Kapitän Stefan Mohr aus. Derzeit müssen wir daher oft vor allem in der II. Mannschaft umstellen, was den Spielfluss doch sehr merklich stört. Daher hoffe ich auch auf den einen oder anderen Neuzugang in der Winterpause. Attraktiv ist der Verein ja nicht zuletzt auch wegen der Perspektive für die 1. Mannschaft. Unser anfängliches Saisonziel mussten wir leider insgesamt korrigieren. Derzeit streben wir einen Platz unter den ersten 9 Mannschaften für diese Saison an. Das halte ich auch durchaus für realistisch, da die derzeitige Platzierung nicht das Vermögen des Teams widerspiegelt. Nach ganz oben hin ist der Zug sichtlich schon längst abgefahren.

Mittelkreis:  Seit wann bist du bei der Spvgg. Sonnenberg?

Richter: Aktuell wieder seit diesem Jahr. Aber ich habe zuvor ab der D-Jugend die gesamte Jugendzeit in Sonnenberg gespielt sowie 2 Jahre in der Aktivität. Auch wenn ich schon Episoden in anderen Vereinen hatte, war Sonnenberg immer mein Heimatverein.

Mittelkreis:  Wo warst du vorher?

Richter: Angefangen mit Fußball habe ich bei der Spvgg. Nassau. Später in der Aktivität habe ich dann neben der Spvgg. Sonnenberg unter anderem für die DJK Schwarz Weiß Wiesbaden und den TuS Nordenstadt gespielt. Die letzte Station bevor ich wieder bei Sonnenberg angefangen und noch keine Beschwerden hatte, begleitete ich 2009 bei der Spvgg Sandhofen (Mannheim), wo ich mein BWL Studium absolvierte.
In den 2 Jahren dazwischen war ich wegen chronischen Leistenproblemen gar nicht aktiv.

Mittelkreis: Morgen kommt es zum Spiel gegen Grün-Weiß-Wiesbaden. Freust du dich auf das Tabellenschlusslicht?

Richter: Ich freue mich auf jedes Spiel! Natürlich ist man da etwas unter Erfolgsdruck, da ich uns schon als klaren Favoriten für die Partie sehe. Aber ich denke damit werden wir gut umzugehen wissen. Allerdings verwundert mich es schon etwas, dass das Spiel nach dem durch Grün-Weiß verschuldeten Abbruch wiederholt wird. Aber nun gut, die Kompetenz dies festzulegen haben nun mal andere und deren Entscheidung akzeptieren wir. Eine spielerische Entscheidung liegt uns sowieso eher am Herzen. Das Ding müssen wir also natürlich gewinnen, um unser Saisonziel nicht aus den Augen zu verlieren und mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu gehen.

Mittelkreis:  Wie wollt ihr erfolgreich gegen die Mannschaft erfolgreich sein?

Richter: Eigentlich muss nur der Knoten platzen und wir wieder konsequenter nach vorne spielen. Wir werden unser gewohntes System, welches wir in beiden Mannschaften der Aktivität spielen, wieder versuchen durchzuziehen. Wenn wir dann geschlossen auftreten, gibt es bei uns zu Hause nichts zu holen für den Gegner.

Mittelkreis: Dein Tipp?

Richter: 4:1 für die Spvgg. Sonnenberg. Fernschusstor durch Marco Richter. Ach ja, und einen Elfmeter hole ich auch noch raus. (grinst)

Von Wolfgang Geipel

 

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