Interview mit Jens Rollmann, Spieler des Kreisliga-Spitzenreiters TSV Pflaumheim

Der TSV Pflaumheim ist nach dem knapp verpassten Aufstieg 2010/2011 (Niederlage in der Relegation)  in diesem Jahr bisher das Maß aller Dinge in der Kreisliga AB. Die Meisterschaft kann in dieser Runde nur über den TSV gehen! Der Mittelkreis sprach mit Mittelfeldstratege Jens Rollmann (26 Jahre) über den bisherigen Saisonverlauf und die weiteren Ziele.

Mittelkreis: Ihr beendet die Vorrunde als Tabellenführer mit 11 Punkten Vorsprung – was macht den TSV Pflaumheim in diesem Jahr erneut so stark?

Jens Rollmann: Ich denke es sind verschiedene Faktoren die uns seit einigen Jahren auszeichnen. Zum Einen sind wir eine eingespielte Truppe, die sich nicht nur auf dem Platz gut versteht. Dadurch, dass sich die allermeisten Spieler schon seit Ewigkeiten kennen (von den in der Vorrunde eingesetzten 23 Spielern haben 21 schon in der Jugend für den TSV Pflaumheim gespielt) und es bei uns, im Gegensatz zu anderen Vereinen, keinen Spieler gibt, der fürs Fussballspielen bezahlt wird, ist der Zusammenhalt im Team richtig stark. Das macht sich dann auch auf dem Platz bemerkbar und ist gerade bei Spielen, die in der Schlussphase "auf Messers Schneide" stehen, ausschlaggebend. Zum Anderen spielen wir ein gutes und modernes System, in welchem jeder Spieler bei einem schlechten Tag ohne Qualitätsverlust durch einen anderen ausgetauscht werden kann. Auch die Tatsache, dass sich schon 9 verschiedene Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten, zeigt, dass wir nicht von einzelnen Spielern abhängig und so für den Gegener nur sehr schwer auszurechnen sind.

Mittelkreis: Vor der Saison haben euch zehn Vereine aus der Kreisliga auf den Favoritenschild gehoben – wie ist es, als „haushoher“ Favorit in die Saison und die Spiele zu geben? Vor- oder Nachteil für euch?

Jens Rollmann: Ich denke es ist für uns weder Vor- noch Nachteil. Durch die sehr guten Platzierungen in den letzten drei Jahren mit den beiden knappen Niederlagen in den Relegationsspielen, war es für uns klar, dass wir auch in die neue Saison als Kandidat für die Meisterschaft gehen werden. Wir Spieler nehmen diese Favoritenstellung zwar zur Kenntniss, werden aber nicht überheblich. Wenn dann doch mal jemand abhebt, holt ihn unser Coach Ingo Daniel schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn was passieren kann, wenn wir uns auch gegen vermeintlich leichtere Gegener nicht zu 100% konzentrieren, haben wir im diesjährigen Endspiel des Schlappeseppelpokals schmerzlich erfahren müssen. Ich denke die Favoritenrolle ist für uns einfach eine Bestätigung für die guten Leistungen in den letzten Jahren.

Mittelkreis: Wie lautet Dein Fazit des bisherigen Saisonverlaufs? Gibt es überhaupt noch Dinge zu verbessern?

Jens Rollmann: Beim Blick auf die Tabelle kann man nur von einer überragenden Vorrunde sprechen. Man muss aber auch erwähnen, dass wir in einigen Spielen nicht besser als unser jeweiliger Gegner waren, aber dann durch einzelne zum Teil auch glückliche Aktionen den entscheidenden Treffer erziehlt haben. Dieses Jahr spielen wir im Vergleich zum letzten Jahr nicht mehr ganz so schönen Fussball, dafür stimmen aber die Ergebnisse. Im Endeffekt ist es ja genau das, was zählt. Zu verbessern gibt es immer etwas, vor allem beim Verschieben haben wir uns bisher oftmals ungeschickt angestellt und hatten so teilweise zu große Lücken zwischen Abwehr und Mittelfeld. Glücklicherweise wurde dies aber nur seltenst vom Gegner ausgenutzt.

Mittelkreis: Zu deiner Person: Im letzten Jahr hast du meist in der 2. Mannschaft gespielt, diese Saison bist du mit 16 Einsätzen und 11 Scorerpunkten ein absoluter Führungsspieler des TSV. Worin siehst du die Gründe hierfür?

Jens Rollmann: Durch eine verletzungsbedingte Pause (Kreuzbandriss) und Auslandsaufenthalt habe ich von 2008 bis mitte 2009 etwa eineinhalb Jahre überhaupt keinen Fussball gespielt. Über unsere 1b habe ich mich wieder langsam rangetastet und Spielpraxis sammeln können. Gerade die letzte Saison in der 1b hat mir wahnsinnigen Spaß gemacht und die errungene Meisterschaft war für mich bis jetzt das Highlight meiner Karriere bei den Aktiven. Als dann diese Saison unser Coach Ingo Daniel in die 1a "befördert" wurde hat er mich mit in die "Erste" genommen und mir das Vertrauen geschenkt. Mit den 11 Scorerpunkten bin ich ganz zufrieden, aber gerade meine Torausbeute ist mit nur 3 Treffern noch ausbaufähig. Gerade in den letzten Partien ist meine Leistungskurve etwas nach unten gegangen, aber nächstes Jahr werde ich voll angreifen und bestimmt wieder bessere Leistungen zeigen.

Mittelkreis: Seit wann spielst du beim TSV Pflaumheim und warst du zuvor bei anderen Vereinen aktiv?

Jens Rollmann: Angefangen habe ich in der Bambinis von Viktoria Mömlingen, wo ich bis zur D-Jugend gespielt habe. Danach bin ich zum TSV Pflaumheim gewechselt.

Mittelkreis: Hast du ein Ritual wenn du den Platz betritts oder vor dem Spiel in der Kabine?

Jens Rollmann: Irgendwann in der B-Jugend hab ich damit angefangen mir immer zuerst den linken Schuh und dann den rechten zu binden. Ich weiß selbst nicht genau warum ich das so mache, aber das habe ich bis jetzt so beibehalten.

Mittelkreis: Was sind deine persönlichen Ziele in dieser Saison und in den kommenden Jahren?

Jens Rollmann: Mein persönliches Ziel für diese Saison ist es meine Torausbeute noch etwas noch oben zu schrauben und natürlich ganz klar die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksliga. Seitdem ich im Aktivenbereich spiele, gings immer gegen den Abstieg und zweimal haben wir dies auch sehr erfolgreich geschafft. Ich denke für die Zukunkft ist es ein realistisches Ziel in die Bezirksliga aufzusteigen und dort eine gute Rolle zu spielen.

Mittelkreis: Warum gehört der TSV Pflaumheim zurück auf die Bezirksebene, sprich Bezirksliga Unterfranken Gruppe 1?

Jens Rollmann: Weil es die Mannschaft einfach verdient hat. In den letzen 3 Runden sind wir erst Dritter, dann zweimal Zweiter geworden. Leider hat es der Fussballgott bei den entscheidenden Spielen nicht gut mit uns gemeint und wir mussten einer anderen Mannschaft den Vortritt lassen. Dies wird uns dieses Jahr nicht mehr passieren. Auch gibt es im Umkreis nicht viele Mannschaften die einen so hohen Zuschauerschnitt wie der TSV Pflaumheim erreichen. Gerade die vielen treuen und lautstarken Fans und vor allem die Verantwortlichen haben es sich verdient, Meister zu werden.

Mittelkreis: Angenommen ihr werdet Meister und schafft den Aufstieg in die Bezirksliga – was wäre in Pflaumheim los?

Jens Rollmann: Letztes Jahr sind wir mit der 1b Meister geworden und da wurde schon kräftig gefeiert. Kaum auszudenken was los sein wird, wenn wir dieses Jahr mit der 1a die Meisterschaft holen. Ich lass mich da gerne überraschen...

Der Mittelkreis bedankt sich herzlich bei Jens für das Interview.

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