Regionalliga Bayern: Illertissens Wut über die eigene Standard-Schwäche

Eigentlich war das Spiel in der Regionalliga Bayern des FV Illertissen beim TSV 1860 Rosenheim ein typisches Null-zu-Null Spiel. Torchancen hüben wie drüben äußerst spärlich und über weite Strecken neutralisierten sich die Mannschaften. Wäre da nicht die 25. Minute gewesen. In der schlug der Rosenheimer Linksfuß Benjamin Birner eine Ecke scharf nach innen und Abwehrspieler Georg Lenz lief in den halbhohen Ball, köpfte zum 1:0 ein. Trainer Holger Bachthaler schimpfte am Spielfeldrand wie ein Rohrspatz über das Zustandekommen des Tores. “Da ist jeder Eckball eine Torchance. Was wir bei Standards Gegentore bekommen ist nicht mehr normal. Genauso wie der Gegner müssen wir halt auch entschlossen in den Ball gehen, anstatt schlafmützig zuzuschauen.“ Zu dem Zeitpunkt waren aber noch über eine Stunde zu spielen und damit genügend Zeit, den Rückstand aufzuholen. Genau darin lag aber an dem Tag das Problem. Viel Bemühen, Kampf und Einsatz, aber die Illertisser versuchten es zu oft mit den falschen Mitteln. Auf dem tiefen und holprigen Platz waren Kombinationen und technisch versierte Spielzüge einfach nicht möglich. Darauf hatte der Illertisser Trainer seine Mannschaft vor dem Spiel hingewiesen und eingestellt. Die Gastgeber kämpften, speziell nach der Führung, wie die Löwen und bei den Illertalern sah man immer wieder vergebliche Versuche von Schönspielerei. Sie konnten andererseits von Glück sagen, dass die Gastgeber nicht schon nach zwei Zeigerumdrehungen in Führung lagen. Da tauchte nämlich Eugen Martin urplötzlich ganz allein vor dem Illertisser Tor auf, zielte aber daneben. Auf der anderen Seite sorgte in der 7. Minute ein Freistoß von Tobias Heikenwälder für Gefahr, Torhüter Robert Mayer parierte erst im Nachfassen. Anschließend und nach dem Tor für Rosenheim eigentlich immer das gleiche Bild. Illertissen bemüht, aber zumindest in der ersten Halbzeit mit zu wenig Bewegung. Lediglich in der 45. Minute ergab sich noch eine Torszene, doch Tobias Heikenwälder spielte allein am Fünfereck den Querpass dem Gegner in die Füße. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte musste zunächst Torhüter Patrick Rösch in der 53. Minute Schlimmeres verhindern. Er reagierte beim Schuss von Thomas Masberg aus 10 Metern blitzschnell. Fast der gesamte Rest der Spielzeit sah immer gleich aus. Illertissen spielte und spielte und spielte, konnte sich einfach nicht entscheidend durchsetzen. Trainer Holger Bachthaler, der ohne Vitalij Lux, Lukas Kling und Michael Passer auskommen musste, versuchte es mit Auswechslungen. Seine Mannschaft gab sich zwar größte Mühe, doch die Gastgeber konnten immer wieder dazwischen gehen. Fast wäre dann dem eingewechselten Jannik Froschauer in der 90. Minute noch der Ausgleich gelungen, doch sein Schuss aus der Drehung ging haarscharf vorbei.

Dirk Teschke (Rosenheim): “Meine Mannschaft hat 90 Minuten umgesetzt,  was bei diesen Platzverhältnissen nötig war. Wir hatten 3 Torchancen, Illertissen vielleicht eine. Wir wussten, wie man gegen Illertissen spielen muss, nämlich ihnen durch ständiges Stören quasi die Lust am Fußball zu nehmen.“

Holger Bachthaler (Illertissen): “Das war ein sehr kampfbetontes Spiel ohne spielerischen Glanz. Wir haben leider schon wieder ein Tor durch einen Standard bekommen, da fehlte uns die nötige Entschlossenheit. Uns fehlte die spielerische Linie, wir kombinierten uns auf diesem Platz fast zu Tode. Nach einer Analyse werden wir uns gezielt auf das kommende Schlagerspiel gegen Seligenporten vorbereiten.“

Quelle: FV Illertissen

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