Interview: Viktor Wagner (Sportlicher Leiter SV Zeilsheim)

In der Gruppenliga hinkt der SV Zeilsheim weiter den eigenen Ansprüchen hinterher. Der Absteiger kommt einfach nicht in Tritt. Jetzt stand der Sportliche Leiter Viktor Wagner dem Mittelkreis Rede und Antwort zur aktuellen Situation.

Mittelkreis: Nach der deutlichen Niederlage in Niedernhausen ist Zeilsheim auf Rang 14 abgerutscht und steht mit 16 Punkten nur einen Zähler vor den Abstiegsrängen. Das hattet ihr euch sicher ganz anders vorgestellt, oder?

Wagner: Natürlich haben wir uns das alle anders vorgestellt, keine Frage. Deshalb tun wir uns auch so schwer damit umzugehen. Wir müssen uns aber der Realität stellen, die da heißt wieder ein Jahr Abstiegskampf.

Mittelkreis: Was sind aus Deiner Sicht die Gründe für die schwache Ausbeute, immerhin galt Zeilsheim vor der Saison als einer der heißen Aufstiegsaspiranten?

Wagner: Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der Verein bezahlt weiterhin für gravierende Fehler der Vergangenheit, die nicht von heute auf morgen auszumerzen sind. Die Fehler haben wir aber alle zusammen gemacht, nur für das Geradebiegen fühlen sich leider nicht sehr viele zuständig. Rein sportlich gesehen, fing es mit einer,  meiner Meinung nach,  sehr unglücklich ausgegebenen Zielvorgabe an. Diesem Druck ,von Anfang an ausgesetzt, waren einige nicht gewachsen. Eine Vorbereitung die sicherlich nicht ideal verlaufen ist und die langwierigen Ausfälle wichtiger Stützen kamen erschwerend hinzu. Spieler wie Driss El Khalfioui, Kolja Schick, Daniel, Cevat Temur und Christoph Weber kann der SV Zeilsheim nicht einfach so ohne weiteres nahtlos ersetzen. Junge Spieler sollte man idealerweise in eine gefestigte Mannschaft langsam heranführen, bei uns müssen sie nun aber gleich ran und am besten Verantwortung übernehmen. Nach ein paar Niederlagen und noch den letztjährigen Abstieg in den Köpfen ist das Selbstvertrauen gegen Null gesunken. Die Verunsicherung ist sehr groß. Da hilft nur trainieren, trainieren, trainieren und Erfolgserlebnisse. Die Mannschaft muss sich gegenseitig wieder hochziehen und pushen. Nur wer liegenbleibt hat schon verloren.

Mittelkreis: Vom Trainerwechsel hattet ihre euch sicher auch mehr versprochen. Ist Reinhard Jung noch der richtige Mann?

Wagner: Das ist eine ganz gemeine Frage. Ich hatte mir sicherlich einen positiveren Effekt nach dem Trainerwechsel erhofft, aber nur am Trainer kann und darf man das nicht festmachen. Das ist sowohl für den Verein, die Mannschaft und auch die Trainer kein leichter Weg der da  vor uns liegt. Eine Trainerdiskussion bringt uns jetzt nicht weiter.

Mittelkreis: Gerade beim SV Zeilsheim brodelt die Gerüchteküche immer heftig. Was tut sich im Winter. Werdet Ihr auf dem Transfermarkt zuschlagen?

Wagner: Wenn wir uns verstärken können und es passt in unseren Rahmen werden wir es auch tun.

Mittelkreis: Wann ist Driss El Khalfioui endlich einsatzbereit und warum hat er nicht von Saisonbeginn für den SV Zeilsheim nach seinem Wechsel aus Weilbach gespielt?

Wagner: Driss hat gestern zum ersten Mal am Mannschaftstraining teilgenommen. Es war von Anfang an klar, dass er uns erst ab Mitte Oktober zur Verfügung steht, da er ein sehr intensives berufsbegleitendes Studium absolvierte.

Mittelkreis: Am Sonntag kommt Schlusslicht SC Offheim nach Zeilsheim. Eine dankbare Aufgabe?

Wagner: In unserer Situation gibt es keine dankbaren Aufgaben. Wir müssen da wieder hinkommen, dass der Ball schneller gespielt wird, läuferisch und kämpferisch alles gegeben wird und vor allem die Bereitschaft da ist, für seinen Mitspieler Wege zu gehen. Die Jungs müssen wieder positiver miteinander umgehen und sich gegenseitig pushen, dann kommen wir gemeinsam aus der Misere heraus. Eine Niederlage würde nicht den Abstieg bedeuten, aber ein Erfolgserlebnis wäre schon Gold wert.

Mittelkreis: Dein Tipp?

Wagner: Was den Fußball betrifft bin ich sehr abergläubisch, von daher gebe ich keinen Tipp der eigenen Mannschaft ab.

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