Regionalliga Bayern: SV Viktoria A’burg verliert Unterfranken-Derby gegen den FC Kickers Würzburg

Das einzige Unterfranken-Derby der Regionalliga Bayern zwischen dem SV Viktoria A'burg und dem FC Kickers Würzburg fand vor 1425 Zuschauern, darunter BFV-Präsident Dr. Rainer Koch mit seinen Präsidiumskollegen, im Stadion am Schönbusch statt. Angesichts des herben Rückschlags unter der Woche beim SV Seligenporten sollte das Match auch im Zeichen der Rehabilitierung stehen. Notgedrungen musste SVA-Coach Antonio Abbruzzese einige Positionen verändern: Für den angeschlagenen Ricardo Döbert stand Maximilian Hinterkopf im Tor, auch Daniel Cheron fehlte verletzungsbedingt. Horst Russ rückte ins Sturmzentrum und Kapitän Markus Horr stand nach überstandenen Rückenproblemen wieder in der Startelf.

Würzburg kam besser ins Spiel und so konnten die Viktorianer in der achten Minute aufatmen, als ein Kopfball von Zajo Desic am Pfosten landete. In der 21. Minute durfte der zahlreich angereiste Kickers-Anhang jubeln: Nach einer Kurzpass-Staffette im und um den SVA-Strafraum, musste Christopher Bieber nur noch einschieben. Vier Minuten später scheiterte der allein aufs Tor zulaufende Desic an Keeper Hinterkopf. Abbruzzese reagierte, brachte Nico Koukalias für den am Fuß verletzten Russ sowie Adnan Murtic für Patrick Amrhein. Vor der Pause stand die Würzburger Defensive aber sicher und machte dem SVA das Leben sehr schwer.

Die Kabinenpredigt von Abbruzzese zeigte dann aber Wirkung. Die Viktoria kam wie verwandelt aus der Pause. Als heftiger Regen einsetzte, gerieten die Rothosen zusehends ins Schwimmen. Der SVA schnürte die Kickers mit einem überlegt aufgezogenen Angriffsspiel in der eigenen Hälfte ein. Der blau-weißen Fangemeinde erstarb einige Male der Torschrei auf den Lippen, so unter anderem als Horr abzog und Kickers-Torwart Daniel Tsiflidis gerade noch die Fingerspitzen an den Ball bekam. Haare raufen war auch angesagt, als der wunderschön freigespielte Guilio Fiordellisi (61.) den Ball um Zentimeter am langen Pfosten vorbeischob und wenig später  sein Landsmann Marcello Fiorentini Keeper Tsiflidis zur nächsten Glanzparade zwang (65.). Der Ausgleich wäre inzwischen mehr als verdient. Doch in der Schlussphase machten die Kickers durch Tore von Bieber (87.) und Desic (90.) den Deckel drauf.

Trainerstimmen:

Antonio Abbruzzese (Viktoria Aschaffenburg): "Unsere dominante Phase sah ich zwischen der 55. und 85. Minute. In der 1. Halbzeit waren wir zu behäbig und sind durch einen kapitalen individuellen Fehler in Rückstand geraten. Wir haben uns nicht aufgegeben, in der 2. Halbzeit hervorragend gespielt und uns dabei sehr gute Chancen erarbeitet. Hätten wir hier den Ausgleich erzielt, wäre auch ein Sieg realistisch gewesen. Wie in der 2. Halbzeit zu sehen, sind wir jedoch immer bemüht, für den Zuschauer attraktiven Fußball zu bieten."

Dieter Wirsching (Kickers Würzburg): "Bis zur 60. Minute konnte über den Sieger eigentlich kein Zweifel bestehen. Wir haben sehr verdichtet gespielt, um dem Kurzpassspiel der Aschaffenburger zu begegnen, und waren sehr präsent. Hätten wir rechtzeitig das 2:0 erzielt, dann hätte die Schwächephase zwischen der 60. und  80. Minute sicherlich nicht stattgefunden. Da hat uns dann unser starker Keeper und der Fußballgott gerettet. Trotzdem: Chapeau vor der Mannschaft, vor allem vor ihrer Kaltschnäuzigkeit."

Viktoria Aschaffenburg: Hinterkopf – Wosiek (77. Amiri), Mensah, Brüdigam, M. Fries – Amrhein (35. Murtic), Horr, Fiorentini – Russ (31. Kourkalias) – Fiordellisi, Schmidt

Kickers Würzburg: Tsiflidis – Sonnenberger, Konjevic, Graf, Vollmer (78. Eichler) - Murphy, Man. Duhnke (68. Weidner),  F. Wirsching – Borba (64. N. Wirsching) – Bieber, Desic

Tore: 0:1 Bieber (21.), 0:2 Bieber (87.), 0:3 Desic (90.)

Schiedsrichter: Christian Dietz (Kronach)

Gelbe Karten: Vollmer, F. Wirsching, Bieber, Murphy (alle Kickers Würzburg)

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