Interview: Florian Schütz (SV Hofheim)

Den Saisonstart hatte sich der Hofheim ganz anders vorgestellt: Ein Punkt aus vier Spielen ist eine sehr magere Ausbeute. Der Mittelkreis unterhielt sich mit Mittelfeldspieler Florian Schütz über die aktuelle Situation.

Mittelkreis: Vier Spiele, ein Punkt. Das habt Ihr Euch sicher anders vorgestellt. Warum läuft es noch nicht rund?

Schütz: Ein Punkt ist übel. Nur 5 geschossene Tore und 12 Gegentore auch. Bei unserem kleinen Kader und einer extrem miesen Trainingsbeteiligung, gerade in der Vorbereitungsphase, ist das aber die logische Konsequenz. Wenn man manchmal nur mit 6 Leuten auf dem Trainingsplatz steht, fragt man sich schon, was wir als Mannschaft dieses Saison überhaupt erreichen wollen. Da nützt es auch nichts, dass wir in allen Spielen, selbst gegen Bremthal, unsere Torchancen hatten. Leider ist es momentan so, dass Spieler, die noch keine 10 Trainingsheiten gemacht haben, am Sonntag von Beginn an spielen müssen. Dazu kommen jedes Spiel 1-2 neue Verletzte dazu, so dass der schlechte Start eigentlich abzusehen war. Andererseits sollte man auch nicht vergessen, dass wir aktuell auf dem gleichen Tabellenplatz stehen, wie zu Ende der vergangenen Saison. Sollte also jetzt eigentlich keine allzu große Überraschung für alle Beteiligten sein. Und die Saison ist noch lang.

Mittelkreis: War die Niederlage in Bad Soden verdient?

Schütz: Ja, sicher. Wir haben zwar gekämpft und alles versucht, auch kurz vor Schluss die Riesenchance zum Ausgleich, aber wir kriegen viel zu einfach Gegentore. Der Angriff setzt die gegnerischen Verteidiger nicht unter Druck, das Mittelfeld ist nicht agressiv genug, die Verteidiger stehen zu weit weg und unser Torwart hält halt auch nur 2-3 hundertprozentige pro Spiel. Hoffnung macht natürlich, dass wir nach dem 0-2 bzw. dem 1-3 nicht aufgegeben, sondern jeweils noch mal den Anschluss geschafft haben. Dennoch reicht es halt momentan nicht, um in der dieses Jahr anscheinend sehr ausgeglichen Liga entsprechend zu punkten.

Mittelkreis: Wie soll die Wende gelingen?

Schütz: Schwierig. Leider haben wir nicht noch 2-3 Granaten in der Hinterhand, die frisch und ausgeruht aus dem Urlaub kommen und uns verstärken. Mit etwas Glück bekommen wir noch einen Halbinvaliden dazu, der (hoffentlich) seinen Trainingsplan im Urlaub durchgezogen hat. Ansonsten werden wir uns irgendwie selbst helfen müssen. Nach so einem Spiel wie in Bad Soden ist es natürlich erst mal schwer, sich auf das nächste Spiel zu freuen. Aber ich denke mal, keinem aus unserer Mannschaft macht es Spaß, die Spielberichte vom Wochenende auf dem Mittelkreis zu lesen und sich selbst am Tabellenende suchen zu müssen. Es liegt also an uns. Im Training die Fitness holen und sich dann am Wochenende das Glück verdienen, es notfalls erzwingen. Bisher hat uns ja noch kein Gegner an die Wand gespielt, es waren immer Kleinigkeiten, die gefehlt haben.

Mittelkreis: Was ist das Saisonziel, nach solch einem miserablen Start?

Schütz: Das Saisonziel bleibt trotz dem miserablen Start das gleiche: Klassenerhalt. Was anderes wäre nach dem Fastabstieg in der letzten Saison und dem Abgang wichtiger Spieler auch absolut utopisch. Wer von der Mannschaft etwas anderes erwartet, ist nicht realistisch und schätzt die Qualität des Teams falsch ein. Unser Kader ist einfach zu klein für höhere Ziele. Kurzfristig würde es mir schon reichen, am Sonntag mal nicht als Verlierer vom Platz zu gehen. Das geht an die Nerven und versaut einem die Woche.

Mittelkreis: Am Sonntag geht es zur TuS Hornau. Ist da der erste Saisonsieg nicht schon Pflicht?

Schütz: Bei unserer aktuellen Formkurve wäre es wohl etwas vermessen, dort einen Auswärtssieg zur Pflicht zu erklären. Wir sollten insgesamt versuchen, als Mannschaft kompakter und geschlossener aufzutreten. Es dem Gegner schwerer machen, Tore gegen uns zu erzielen. Hornau ist daheim der Favorit, aber wir müssen von Beginn an hellwach und agressiv sein. Das Spielerische kann wegen mir danach kommen. Vielleicht unterschätzt uns Hornau ja auch ein bisschen. Hoffentlich lesen sie alle brav das Interview.

Mittelkreis: Die Ergebnis-Tipp?

Schütz: Ein 0-0 fänd ich super. Ich glaube, das Ergebnis hatte ich in meinen fünf Jahren in Hofheim noch nie.

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