Interview: Dirk Press (Young Boyz Hornau)

Beim "Kampf der Geschlechter setzten sich vor wenigen Tagen die "Young Boyz Hornau" gegen die Damen des FFC Frankfurt knapp mit 6:4 durch. Ein toller vergleich und ein tolle Veranstaltung, die allen Beteiligten bestens gefiel. 10 Tore bescherten den zahlreichen Zuschauern auf dem Sportplatz am Reis in Hornau einen tollen Nachmittag. Und das beste daran: Alle Einnhamen wurden für einen guten Zweck gespendet.Der Mittelkreis unterhielt sich nach diesem ungewöhnlichen Spiel mit Young-Boyz-Spieler Dirk Press.

Mittelkreis: 6:4 gegen die Frauen des 1. FFC Frankfurt. Wie lief das Spiel?

Press: Das Spiel lief super! Es hat Riesen-Spaß gemacht, sich sportlich mit einer Frauen-Mannschaft zu messen. Auch das gesamte Drumherum hat prima gepasst. Tolles Wetter, viele Zuschauer, und immerhin war die ganze Aktion ja auch für einen guten Zweck. Es war schnell klar, dass unsere Überlegenheit in Bezug auf Athletik und Dynamik doch zu groß ist. Aber trotzdem muss man sagen, dass die Mädels prima Fußball spielen können.

Mittelkreis: War das einer Deiner schwersten Siege?

Press: Das kann man nicht gerade behaupten. Immerhin war es ein Freundschaftsspiel. Und ehrlich gesagt, war schnell klar, dass wir sportlich und körperlich überlegen sein würden. Ich glaube, für die Mädels war die sportliche Herausforderung größer als für uns.

Mittelkreis: Wie ist das, als Mann gegen eine Frauenmannschaft zu spielen?

Press: Na ja, man denkt vielleicht ein bisschen mehr nach. In einem Spiel gegen Männer ist die körperliche Kraft ja ausgeglichen. Da geht man ganz anders in die Zweikämpfe. Gegen die Mädels hatten wir ein bisschen Bedenken, dass sich eines der Mädels in einem Zweikampf, wenn auch unabsichtlich, verletzen könnte. Wir sind also Zweikämpfen weitestgehend aus dem Weg gegangen. Aber sonst gibt es eigentlich kaum Unterschiede. Im Spiel nach vorne haben wir wie sonst auch versucht, den Gegner auszuspielen und zum Torabschluss zu kommen. Und ich gebe offen zu: wenn du auf dem Platz stehst, dann willst du auch das Spiel gewinnen. Aber wie gesagt, es war schnell klar, dass ein Sieg eigentlich nie ernsthaft in Gefahr war.

Mittelkreis: Ihr habt mit den „Young Boyz“ die Ehre der Männer im Fußball verteidigt. Wie hättet ihr bei einer Niederlage reagiert?

Press: Klar, wir wollten es wissen. Keiner von uns konnte wirklich genau einschätzen, wie ein solcher Vergleich ausgehen würde. Und eine Niederlage hätte schon auch an unserer Ehre gekratzt. Nicht auszudenken, was wir uns dafür von anderen Spielern hier in der Region hätten anhören müssen... Zum Glück kam es nicht dazu. Aber wenn wir wirklich verloren hätten, dann hätten wir auch zu dieser "Schmach" gestanden. Wir haben gesagt, wenn wir verlieren, dann treten wir bei einem Spiel der Frauen in Baströckchen und Pompons als Cheerleader auf. Zum Glück ist uns das erspart geblieben. Aber wir haben jetzt beschlossen, wir gehen trotzdem mal zu einem Heimspiel unserer Gegnerinnen. Auf die Baströckchen und Pompons werden wir aber verzichten.

Mittelkreis: Wurde der Sieg dann auch dementsprechend gefeiert?

Press: Es war alles in allem ein wirklich gelungener Tag und eine gelungene Veranstaltung. Tolles Wetter, viele Zuschauer, unterhaltsames Spiel mit einigen schönen Toren. Das hat wirklich Spaß gemacht. Nachdem wir alles abgebaut und aufgeräumt hatten, haben wir noch den Abend auf unserem schönen Sportgelände genossen. Einige sind danach noch zum Sommernachtsfest nach Bad Soden weitergezogen. Aber wir haben nicht etwa gefeiert, als wären wir z.B. Meister geworden. Wir haben eher das Event gefeiert und haben uns gefreut, dass alles so gut gelaufen ist.

Mittelkreis: Wie haben sich die Damen aus Deiner Sicht geschlagen?

Press: Sehr gut! In dieser Mannschaft sind ja einige erst 16, 17 oder 18 Jahre alt. Klar, dass die in dem Alter fußballerisch noch nicht ausgereift sind. Und auch körperlich sind einige noch nicht so robust. Aber die waren eine Woche vor Saisonstart in der 2. Bundesliga und kamen gerade aus einer harten Vorbereitung. Für die Mädels war das ein echter sportlicher Härtetest, und ich hatte schon das Gefühl, dass alle diese Aufgabe mit dem nötigen Ernst und Ehrgeiz angegangen sind. Also ich finde schon, die haben sich gut geschlagen. Aber wie gesagt, letztlich hatten sie keine Chance gegen uns zu gewinnen.

Mittelkreis: Das war ein Freundschaftsspiel für den guten Zweck. Sollten solche Spiele öfter ausgetragen werden?

Press: Warum nicht. Das macht Spaß und wenn es für einen guten Zweck ist, dann hat es auch noch einen zusätzlichen Sinn. Aber sportlich ist es vor allem für die Frauen-Teams ein Herausforderung. Ich glaube kaum, dass eine solche Begegnung für ein Männer-Team ein Maßstab ist. Aber es ist doch spannend. Ich würde gern wissen, wie es z.B. gegen die 1. Mannschaft des FFC Frankfurt ausgehen würde.

Mittelkreis: Du bist Mitglied der „Young Boyz Hornau“. Erzähle uns ein wenig über das Team...

Press: Das ist ein tolles Team mit vielen guten Jungs, die ich schon seit 15-20 Jahren kenne. Viele gute Fußballer, darum macht es auch sportlich noch immer viel Spaß, weil der Ball gut läuft, auch wenn wir alle fußballerisch unsere besten Jahre hinter uns haben. Also eine super Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und Freizeit-Fußball. Aber vor allem ist es super zu sehen, wie wir als Einheit funktionieren. Z.B. bei solchen Events wie dem Spiel gegen den FFC. Jeder kann etwas, kann etwas besorgen oder bauen oder zur Verfügung stellen. Jeder bringt etwas ein, jeder hilft. Da stehen nicht nur einige auf dem Platz, sondern dazu noch viele, die bei der Organisation und Umsetzung helfen. Klar, das gibt es auch anderswo. Aber diese Truppe ist irgendwie originell. Nicht nur der Name Young Boyz, mit eigenem Logo, der Homepage www.youngboyzhornau.de und Aktionen wie das Spiel gegen die Mädels. Da gibt es noch spektakuläre Reisen wie nach China oder nach Krakau. Also, insgesamt ist das schon etwas Besonderes.

Mittelkreis: Du hast lange für Hornau und Oberliederbach gespielt, die Fußballschuhe vor kurzem aber endgültig als Aktiver an den Nagel gehängt. Sieht man Dich trotzdem noch regelmäßig auf den Sportplätzen im Kreis?

Press: Na klar, ich fühle mich auch fußballerisch als "Main-Taunus-Kind". Da gibt es ganz viele Jungs, mit denen ich selbst in einem Team gespielt habe oder die jahrelang in anderen Mannschaften Rivalen waren. Ich habe Familie und bin auch beruflich eingespannt. Aber Fußball ist und bleibt mein Hobby. Klar schaue ich mir auch immer wieder mal Spiele an, vor allem hier in der Umgebung.

Mittelkreis: Wo landen nach Deiner Meinung Deine ehemaligen Vereine in der Saison in der Kreisoberliga und der Verbandsliga?

Press: Ich denke, dass beide Mannschaften im oberen Mittelfeld landen werden.

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