Interview: Raphael Laghnej

Seit vergangener Woche ist Raphael Laghnej nicht mehr Trainer von Gruppenligist Germania Weilbach. Die Trennung schlug hohe Wellen. Nun stellte sich Laghnej den Fragen des Mittelkreis.

Mittelkreis: Hast du Trennung von der Germania inzwischen verdaut?

Laghnej: Die Trennung kam für das Team und mich doch recht überraschend. Mittlerweile jedoch kann ich wieder ruhig schlafen und guten Gewissens morgens meine Brötchen bei der Bäckerei der Schlocker-Stiftung in Hattersheim kaufen gehen.

Mittelkreis: Kannst Du die Entscheidung des Vereins nachvollziehen?

Laghnej: Mittlerweile Ja. In meiner kurzen Amtszeit verbrachte ich sehr viel Zeit auf und außerhalb des Sportplatzes in Weilbach und lernte den Verein recht gut kennen. Die Germania ist ein sehr traditioneller Verein und legt viel Wert darauf. Ich vermute der Entschluss stand bereits länger fest.

Mittelkreis: Was waren genau die Gründe für die Trennung?

Laghnej: Da die Verantwortlichen mir die Gründe nicht explizit erläutern wollten kann ich hierzu keine Stellung nehmen. Sportliche Gründe wurden mir gegenüber trotz des nicht so guten Saisonstarts ausgeschlossen.

Mittelkreis: Hättest Du gedacht, dass die "Schonfrist" nur acht Spiele beträgt?

Laghnej: Wenn man sich den Spielplan in dieser Saison anschaut sind 8 Spiele ja sogar nur 4 Wochen. Als wir im Vorfeld gemeinsame Ziele und Visionen entwickelten, hätte ich sicherlich nicht daran gedacht. Mir war jedoch bewusst, das wir augrund der Gesamtsituation dieses Jahr um den Klassenerhalt spielen werden und jeder der etwas anderes erwartet hat, sollte besser noch mal darüber nachdenken.

Mittelkreis: Was traust Du der Germania in dieser Saison noch zu?

Laghnej: Schwer zu sagen, in der Mannschaft steckt auf jeden Fall Potenzial! Das Team wurde aufgrund der Rahmenbedingungen und der gemeinsamen Ziele und Visionen für ein bestimmtes Spielkonzept perspektivisch so zusammengestellt. Wie sich die Spieler nun auf die aktuelle Situation mit den wieder hergestellten Strukturen zurecht finden, werden kann ich nicht mehr abschätzen.

Mittelkreis: Wie geht es für Dich persönlich weiter?

Laghnej: Auf jeden Fall auf dem Fußballplatz mit einem Verein der die gleichen Werte und Normen wie ich vertritt und sich ebenso wie ich an zeitgemäßem Fußball erfreut.

Mittelkreis: In der Gruppenliga folgt eine Trainerentlassung auf die nächste. Bist Du schon bereit für eine neue Aufgabe?

Laghnej: Grundsätzlich bedaure ich diese Entwicklung. Zumal auch bei anderen Trainerkollegen außersportliche Gründe angegeben wurden. Es gibt bereits Anfragen und das ist doch ein beruhigendes Gefühl.

Mittelkreis: Welche Lehre ziehst Du aus den wenigen Wochen in Weilbach, deiner ersten Station im Seniorenbereich?

Laghnej: Zunächst einmal: Der Senioren-Bereich ist nicht neu für mich, höchstens in Hessen. Von 2005-2007 arbeitete ich bereits als Trainer in der Verbandsliga Südwest und im Anschluss bei Bert Balte in der Landesliga Südwest-Ost. Sicher lerne ich aus den Erfahrungen in Weilbach. Einiges über mich aber auch viel über andere. Grundsätzlich bin ich ein ehrlicher, offener, kommunikativer und ehrgeiziger Trainer und in diesen Punkten werde ich mir treu bleiben.

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