Interview: Thomas Behmüller (Vorsitzender Germania Weilbach)

In den vergangenen Tagen ging es bei Germania Weilbach rund. Der Gruppenligist trennte sich von Trainer Raphael Laghnej. Seitdem wird viel spekuliert, die Gerüchteküche überschlägt sich. Deshalb unterhielt sich der Mittelkreis nun mit dem Vorsitzenden Thomas Behmüller.

Mittelkreis: Was waren die Gründe für die Trennung von Trainer Raphael Laghnej?

Behmüller: Wie bereits an anderer Stelle hier im "Mittelkreis" erwähnt, ist der Grund für die Trennung von Raphaél nicht allein und sicher auch eher an einer der letzten Stellen im sportlichen Bereich zu suchen. Von seiner Art der Trainingsgestaltung waren nahezu alle unsere Spieler begeistert gewesen. Vielmehr waren es unterschiedliche Auffassungen zu anderen den Verein betreffende Themen gewesen, die wir hier aber nicht im einzelnen diskutieren.

Mittelkreis: Wer betreut die Mannschaft momentan?

Behmüller: Nach der recht kurzfristigen Entscheidung am vergangenen Freitag hatte ich zunächst gemeinsam mit unserem Spielerrat und unserem Co-Trainer Murat Acar die Mannschaft für das direkt anstehende Spiel gegen Germania Schwanheim aufgestellt und betreut, da wir so schnell auch keine andere Lösung herbeiführen konnten. Für die Übergangszeit betreut seit Dienstagabend Peter Christ die Mannschaft. Peter Christ, der die Germania seinerzeit in die heutige Gruppenliga geführt hatte, hat sich bereit erklärt uns hier zu helfen und wird dabei von Stefan Bernecker unterstützt. Dafür sind wir beiden sehr dankbar.

Mittelkreis: Wann denkst Du, wird der neue Trainer präsentiert und seid Ihr schon in Gesprächen?

Behmüller: Naturgemäß darf man davon ausgehen, dass wir bereits in Gesprächen sind. Wann wir einen neuen Trainer präsentieren können, kann aktuell noch nicht gesagt werden. Selbstverständlich beabsichtigen wir schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Das wäre zwar nicht gut für die "Gerüchteküche" aber es wäre wünschenswert und gut für unseren Verein und unsere Spieler. Wir sind sportlich in einer bescheidenen Situation, aus der wir schnellstmöglich wieder heraus wollen. Dazu gehört Klarheit in der Trainerfrage. Das wissen wir und so handeln wir bzw. die mit dieser Aufgabe betrauten und verantwortlichen Personen.

Mittelkreis: Holger Jung soll zurück in Weilbach sein. In welcher Funktion genau?

Behmüller: Wer Holger Jung kennt, weiß, dass er nie "weg" aus Weilbach gewesen ist. Sein Herz hängt an der Germania. Das weiß jeder. Nachdem wir alle über unseren Schatten gesprungen sind und Differenzen aus der Vergangenheit überwunden haben, muss man auch Mal wieder nach vorne schauen können, ohne ständig in alten Wunden zu wühlen. Holger hilft uns, ohne dass er eine offizielle Funktion hierfür benötigt. Er unterstützt uns, wenn man so möchte "sportlich beratend" mit der gemeinsamen Zielsetzung, die Germania wieder dahin zurück zu führen, wo wir uns alle einbilden hinzugehören. Wir sind ein Traditionsverein im MTK, werden schnellstens einen zu uns und unseren Ideen passenden Trainer finden und dann mit großem Zusammenhalt und toller Kameradschaft wieder angreifen. Keine Drohung aber ein Versprechen.

Mittelkreis: Die Gerüchteküche brodelt: Was sagt der Vorsitzende der Germania zu Namen wie Jakob Remsperger, Tino Zellner oder Driss El Khalfioui. Ist da was dran?

Behmüller: Wir können die Gerüchteküche nicht bedienen und weiter anheizen. Was wir tun und mit wem wir sprechen, bleibt so lange unsere interne Angelegenheit, bis sie in trockenen Tüchern ist. Dann werden Tatsachen gerne auch bekannt gegeben. Solange darf hier weiter "gekocht" werden.

Zu Jakob Remsperger allerdings folgendes: Jakob ist seit 16 Jahren Mitglied und damit ein recht junges "Urgestein" der Germania. Unser seit langem formuliertes Ziel ist die kurz- bis mittelfristige Integration unserer Eigengewächse in den Aktivenbereich. Das ist die primäre Aufgabe eines bei uns engagierten Aktiven-Trainers. Nicht umsonst sind wir für unsere gute und nachweislich sehr erfolgreiche Jugendarbeit im MTK und vielleicht auch darüber hinaus bekannt. Deshalb gilt es diese Spieler zu halten, zu fordern und zu fördern. Jakob Remsperger ist ein hervorragender Fußballer, der noch viel Potenzial hat. Dieses Potential wird er bei uns weiter entwickeln. Er war und ist - wie jeder andere - frei in seiner Entscheidung. Bis Freitag hatte er seine fußballerischen Aktivitäten bei der Germania ruhen lassen. Am Sonntag hat er bereits sein erstes Spiel in unserer 2. Mannschaft absolviert. Ab sofort gehört er wieder zum Kader der 1. Mannschaft. Alles Weitere wird die Zukunft weisen.

Mittelkreis: Am Sonntag gastiert die Germania in Amöneburg. Was erwartest Du von der Weilbacher Mannschaft?

Behmüller: Wir sind nach wie vor in einer schwierigen Situation. Die Erwartungen für den kommenden Sonntag hochzuschrauben, setzt die Mannschaft nur unnötig unter Druck. Ich bin mir aber sicher, dass unsere Jungs trotz allem auch mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen auftreten werden. Keiner hat hier den Glauben an eine bessere Platzierung und an das Vermögen, einen qualitativ anspruchsvolleren Fußball zu spielen, verloren. Wenn man sieht, was die Jungs im Training reißen, dann ist es nur ein winziger Schritt, das auch auf dem Platz umzusetzen. Wenn das gelingt und der Knoten platzt, kann sich Amöneburg am Sonntag warm anziehen.

Mittelkreis: Dein Tipp?

Behmüller: Wenn wir nicht erneut einen derart ungerechtfertigten Elfmeter gegen uns bekommen, wie zuletzt gegen Schwanheim - wobei Ronny Zimmer den dann sowieso halten würde - dann schießt Amöneburg in dieser Saison zum 2. Mal kein Tor und wir gewinnen mit 0:2.

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