Interview: Sascha Behmüller (FC Eddersheim II)

Am Freitag (19.30 Uhr) empfängt die DJK Flörsheim den FC Eddersheim II zum brisanten Nachbarschaftsduell. Ein besonderes Spiel ist es auch für Sascha Behmüller, der in der vergangenen Saison noch das Flörsheimer Trikot trug und nun für den FC Eddersheim II aufläuft. Vor dem Derby unterhielt sich der Mittelkreis mit ihm.

Mittelkreis: Eddersheim ist nach dem Sieg gegen Schloßborn wieder Zweiter. Wie war das Spiel gegen das Schlusslicht und war der Sieg verdient?

Behmüller: Wir haben das Spiel sicherlich nicht so bestritten, wie wir uns das vorgenommen hatten. Es war uns vorher klar, dass man in Spielen als Zweiter gegen den Tabellenletzten nur selten glänzen kann und letztendlich zufrieden vom Platz geht. Aber auch wenn Schloßborn objektiv gesehen zwischenzeitlich am 2:2 geschnuppert hat, haben wir das Spiel doch souverän mit 3:1 gewonnen.

Mittelkreis: Was ist für den FC Eddersheim in dieser Saison noch drin?

Behmüller: Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir auch ab und zu stelle.
Ich traue unserer sehr jungen Mannschaft zu, bis zum Ende oben mitzuspielen auch wenn in Zukunft die Unterstützung aus der Ersten Mannschaft nicht mehr so extrem zum Tragen kommen wird, wie das bis Anfang Oktober der Fall war. Ein Traum wäre es, wenn wir bis zum Ende den zweiten Platz halten und die Relegation spielen könnten. Allerdings muss dafür sehr viel zusammenpassen. Platz 1 ist allein schon deshalb unrealistisch, da Bremthal zu konstant ist, als dass sie sich den Titel dieses Jahr nehmen lassen. Dafür ist die Truppe zu sehr eingespielt.

Mittelkreis: Du bist neu in Eddersheim. Wie kam es zu Deinem Wechsel von der DJK Flörsheim an die Staustufe?

Behmüller: Eigentlich wollte ich die DJK nicht schon nach einem Jahr verlassen. Menschlich habe ich mich dort zu jeder Zeit wohlgefühlt. Leider lief es sportlich nicht so gut, wie sich das die ganze Mannschaft vorgenommen hatte. Mir persönlich hat letztendlich die Trainingssituation nicht mehr gefallen, so dass ich einen Schnitt machen wollte. Da in Eddersheim ein großer Teil meines Freundeskreises Fußball spielt, lag die Entscheidung für mich recht nah, hierhin zu wechseln. Bisher muss ich sagen, dass das der absolut richtige Schritt war.

Mittelkreis: Ist es als ehemaliger Weilbacher nicht ungewöhnlich zum Nachbarn nach Eddersheim zu wechseln. Den ein oder anderen Spruch musstest Du Dir soch sicher anhören, oder?

Behmüller: Ich habe ehrlich gesagt mehr Sprüche erwartet. In Eddersheim bin ich super aufgenommen worden und ich habe sehr viel Spaß. Sprüche hinsichtlich meiner Weilbacher Vergangenheit oder dass mein Vater erster Vorsitzender in Weilbach ist, gibt es nicht.
Die meisten Sprüche kommen, wenn ich sonntags kurz in Weilbach zu Gast bin und den Trainingsanzug aus Eddersheim trage. Aber das ist alles immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen und gehört dazu.
Ungewöhnlich finde ich meinen Wechsel allerdings nicht. Erstens lagen bei mir zwischen Weilbach und Eddersheim 2 weitere Stationen und zweitens haben sich im Sommer mehrere Spieler und auch der Trainer für den direkten Weg aus Weilbach "hinter die Schranke" entschieden. Aus meiner Zeit aus Weilbach kann ich locker Spieler für eine komplette Fußballmannschaft aufzählen, die den umgekehrten Weg gegangen sind. Wenn man dann betrachtet, dass Weilbach und Eddersheim 4 Mannschaften in 4 Ligen stellen, könnte man meinen, dass es für mehr Spieler interessant ist, zwischen den Vereinen wechseln. Da beide Vereine keine direkten sportlichen Konkurrenten sind, sollte es deshalb aus meiner Sicht auch nie Probleme geben.

Mittelkreis: Am Freitag kommt es nun zum Derby - ausgerechnet gegen deinen Ex-Verein DJK Flörsheim. Ein besonderes Spiel für Dich?

Behmüller: Es ist sicherlich ein besonderes Spiel. Rückblickend war es letztes Jahr schon das Spiel, über das im Vorfeld am meisten geredet wurde und auf das ich mich am meisten gefreut habe. Hinzu kommt jetzt, dass es für mich gegen die alte Mannschaft geht. Bisher hatte ich das noch nie, wenn es um Punkte geht.
Verschärft wird es sicherlich dadurch, dass wir uns wieder darauf geeinigt haben, Freitagabends zu spielen, damit wir anschließend wie im letzten Jahr, gemeinsam feiern gehen können, egal wie das Spiel ausgeht. Ich bin mir auch sicher, dass noch die eine oder andere Wette zwischen den Spielern der Mannschaften abgeschlossen wird. Da will erstrecht niemand verlieren.

Mittelkreis: Wie schätzt Du den Gegner ein?

Behmüller: Für mich kam der Trainerwechsel in Flörsheim 2 Wochen zu früh So wie ich Dirk Ludwig kennengelernt habe, wird er wieder den Spaß am Fußball vermitteln wollen, der beim bisherigen Verlauf der Saison nicht da gewesen sein kann. Das kann für uns gefährlich werden. Da die DJK in der letzten Saison schon eine Wundertüte war, sind sie noch schwerer einzuschätzen. Allerdings bin ich mir sehr sicher, dass wir die DJK wie jede Mannschaft in der Liga schlagen, wenn wir unser Potential abrufen.

Mittelkreis: Warum siegt der FC Eddersheim II im Nachbarschaftsduell?

Behmüller: Weil wir fokussiert und motiviert in die Begegnung gehen. Und weil wir wieder zeigen wollen, dass wir momentan zurecht auf dem 2. Tabellenplatz stehen. Das ist uns die letzten Wochen nicht ganz gelungen. Und vielleicht hilft uns auch die ein oder andere Schwäche, die ich von der DJK noch aus dem letzten Jahr kenne.

Mittelkreis: Dein Tipp?

Behmüller: Pünktlich um 21.15 Uhr wird in Flörsheim ein lautes "Ja ja in Eddschem uff de Brück..." angestimmt, also 3:2 für uns.

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