Regionalliga Südwest: Schicksalhafte 47. Minute

Vor 3.771 Zuschauer verliert Fußball Regionalligist TSV Steinbach das Abschiedsspiel im Ludwigsparkstadion beim 1.FC Saarbrücken mit 0:4 (0:0). TSV-Trainer Thomas Brdaric probierte es mit einer vollkommen neuen Taktik, die gerade vor der Pause aufzugehen schien. "Der Gegner hat uns überrascht, hat sehr mutig und aufwendig nach vorne gespielt", gab FCS-Trainer Falko Götz auf der Pressekonferenz zu Protokoll. "Die erste Aktion nach der Pause hat uns dann aber geholfen, frei zu werden", so der ehemalige Bundesliga-Trainer weiter. Sein Pendant auf Steinbacher Seite schlug in die gleiche Kerbe: "Wir haben uns eigentlich selbst geschlagen und Saarbrücken überhaupt erst auf die Siegerstraße geführt!"

Kevin Pires-Rodrigues hatte zu Beginn gleich zwei Mal die frühe Führung auf dem Fuß, konnte die Gelegenheiten genauso wenig nutzen wie Hüsni Tahiri einen Freistoß in der Mitte der ersten Hälfte. Eine eklatante Fehlentscheidung des Unparteiischen verhinderte zudem einen berechtigten Strafstoß für die Gäste nach einem Foul von David Puclin an Hüsni Tahiri. Die Heimelf wirkte vollkommen überrascht vom Konzept des TSV und fand erst nach der 30. Minute erstmals den Weg in Richtung Steinbacher Tor. Vor allem der starken individuellen Klasse von Sven Sökler war es zu verdanken, dass der FCS vor der Pause überhaupt gefährlich wurde, aber bei den beiden einzigen Chancen war Max Pauli zur Stelle und verhinderte eine Führung der ansonsten enttäuschenden Götz-Truppe. Die Zuschauer quittierten die erste Halbzeit dann auch mit einem gellenden Pfeifkonzert zur Pause.

Nur wenige Minuten später sollte sich die Stimmung nach einem großen Fehler in der Steinbacher Defensive ändern. Julian Jakobs verlor den Ball bei einem Dribbling im eigenen Strafraum und foulte anschließend Taylor. Schiedsrichter Michael Kimmeyer entschied auf Strafstoß und verwies den ehemaligen Rostocker des Feldes. Der Gefoulte trat an und verwandelte zum 1:0. Diese Aktion traf den TSV Steinbach bis ins Mark und brachte die Angriffs-Maschine der Saarbrücker erst richtig ins Rollen. Der eingewechselte Marius Willsche, abermals Matthew Taylor und Felix Luz sorgten für einen 4:0-Erfolg des Favoriten, der alle Pfiffe aus dem ersten Abschnitt vergessen ließ und für 200 Liter Freibier zur Feier des Tages beitrug. Weiterer Wermutstropfen für die Gäste: Das eigentlich letzte Tor im Ludwigspark erzielte Daniel Jais eine Minute nach seiner Einwechslung. Aber da der Schiedsrichter-Assistent eine Abseitsstellung gesehen haben wollte, verpasste der TSV Steinbach auch noch diesen kleinen Teilerfolg.

Falko Götz (1.FC Saarbrücken):
"Wir mussten uns die drei Punkte hart verdienen. Erst nach einer halben Stunde sind wir zu den ersten Angriffen gekommen. Wir wollten sie jagen, sind aber nicht dahin gekommen. Wir konnten die Situation nutzen, haben dann nachgelegt und danach phasenweise gezeigt, was wir können. Wir wollen jetzt noch mal angreifen, denn wir sind noch dabei und wenn wir eine Chance haben, dann wollen wir die auch nutzen."

Thomas Brdaric (TSV Steinbach):
"In der ersten Halbzeit war es die beste Leistung der bisherigen Saison, aber meine Mannschaft hat sich erneut nicht selbst belohnt. Man hat dann gesehen, dass Saarbrücken eine clevere Mannschaft ist, die auf Fehler und Chancen lauert. Wir werden uns in der Winterpause neu sortieren und daran arbeiten unser Spiel weiter zu verbessern."

1.FC Saarbrücken - TSV Steinbach 4:0 (0:0)
Saarbrücken: Hohs, Luksik, Chaftar, Kiefer, Fiesser, Schäfer, Hahn (49. Meyerhöfer), Puclin (39. Willsch), Söker, Taylor, Okoronkwo (78. Luz)
Steinbach: Pauli, Strujic, Schadeberg, Gohouri, Jakobs, Zeller, Bisanovic, Tahiri (83. Jais), Waldrich (64. Mißbach), Marquet, Pires-Rodrigues (64. Göttel)
Tore: 1:0 (47. FE) Taylor, 2:0 (55.) Wilsch, 3:0 (64.) Taylor, 4:0 (82.) Luz
SR: Kimmeyer - Zuschauer: 3.771 - Rote Karte: Jakobs (Steinbach, 47.)

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