Interview: Mario Jung (Co-Trainer 1. FC Eschborn)

Co-Trainer Mario Jung und der 1. FC Eschborn gehen nach der Saison getrennte Wege. Wie der Mittelkreis heute erfuhr, trennen sich der 1. FC Eschborn und Co-Trainer Mario Jung nach dieser Saison, wie es so schön heißt, in beiderseitigem Einvernehmen.

Nach der Verlängerung mit dem Erfolgscoach Sandro Schwarz wurde eigentlich die ganze Zeit nur spekuliert, wann der Rest des so gut harmonierenden Trainerteams mit der Zusage für die nächste Spielzeit folgt. „Mario hat uns sehr überrascht mit seiner Entscheidung den Verein verlassen zu wollen”, berichtete Marcus Klandt auf Nachfrage des Mittelkreises. „Für uns ist es natürlich ein Verlust, weil die Zusammenarbeit im Trainerteam genau wie in der Mannschaft ein ganz wesentlicher Faktor unseres diesjährigen Erfolgs ist und wir diese Zusammenarbeit gerne weitergeführt hätten.“ Klandt weiter: „Aber natürlich verstehen wir, dass ein sehr gut ausgebildeter Trainer wie Mario doch eher an der Front kämpfen will und respektieren das, auch vor allem, weil er immer offen und fair mit uns über alles geredet hat.“ Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wohin der Weg vom Mario Jung führen wird. Da der Schritt zu einem späten Zeitpunkt doch eher ungewöhnlich ist, unterhielt sich der Mittelkreis mit Mario Jung.

Mittelkreis: Deine Entscheidung den 1. FC Eschborn zu verlassen, hat uns sehr überrascht und wurde jetzt relativ spät bekannt gegeben. Was war der Grund für die späte Bekanntgabe und vor allem für Deine Entscheidung?

Mario Jung: So etwas kann man nicht planen. Diese Entscheidung ist über Wochen gereift und gar nicht aus einer bestimmten Situation geboren. Ich fühle mich eigentlich sehr wohl in Eschborn. Das Umfeld ist sehr professionell und die Zusammenarbeit zwischen Marcus Klandt, Sandro Schwarz und unserem Torwart-Trainer Paul Maas hat sehr viel Spaß gemacht. Auch wenn ich unter Sandro extrem viel gelernt habe, fühle ich, dass die Position des Co-Trainers doch nicht das richtige für mich ist. Ich will wieder an der Front stehen und so noch mehr Einfluss auf die Geschicke einer Mannschaft nehmen. Ich denke, dass das Jahr auf dem Niveau und in diesem Trainer-Team mir viel gebracht hat und ich fühle, es ist an der Zeit, dies auch selbst so umzusetzen.

Mittelkreis: Aber warum dann so spät? Was willst Du als nächstes machen?

Mario Jung: Ich wiederhole… So etwas plant man nicht. Der halbe Main-Taunus-Kreis fragt sich wahrscheinlich, warum der Kerl nicht die Chance nutzt und im Erfolgsfall mit in die Regionalliga geht. Ich sage…: Man muss sich mit seiner Aufgabe zu 100% identifizieren und das kann ich als Co-Trainer nicht im gleichen Maße, wie als Chef-Trainer. Und auf die Frage, was ich als nächstes machen will, kann ich nur mit den Schultern zucken. Ich suche einen Verein mit Möglichkeiten, einer gewissen Ideologie und Spielraum, meine Vorstellungen durchzusetzen. Aber auch das Umfeld des Vereins muss stimmen.

Das Ganze ist ligaunabhängig, aber natürlich habe ich den SV Hofheim letztes Jahr auch verlassen, weil ich eigentlich nicht mehr zurück in die Kreisoberliga will. Ein ambitionierter Verbandsligist wäre genau das richtige. Aber die Plätze im Main-Taunus-Kreis sind rar und alle mit guten Leuten besetzt. Vielleicht muss man sich auch mal in anderen Kreisen umschauen. Aber im Fußball geht es oft ganz schnell… und solange genieße ich nach 27 Jahren Fußball einfach mal ein wenig die Freizeit, die ich dann ab Juni haben werde. Nebenbei kann ich dann auch meine A-Lizenz in Ruhe bis zum Ende der Saison fertig machen.

Mittelkreis: Baunatal ist momentan Euer größter Konkurrent im Aufstiegskampf. Wie siehst Du die Chancen, dass Ihr auch am Ende noch oben steht?

Mario Jung: Baunatal hat eine sehr gute Mannschaft, aber die haben wir auch. Wenn man vom 25.06.2011 bis heute miterleben durfte, wie sich diese Mannschaft weiterentwickelt hat, wie sie zusammengewachsen ist, dann kann man sehr gut einschätzen, dass unsere Chancen sehr gut stehen, auch am Ende an der Spitze zu sein. Um ehrlich zu sein, bin ich stolz drauf, ein Teil dieser Truppe zu sein und habe ein echt geiles Jahr erlebt. Ich hoffe allerdings, dass der Höhepunkt des Jahres noch bevor steht und wir am 26.05. das erreichen, was wir alle versuchen zu erreichen.

Mittelkreis: Geht man nicht nach so einer tollen Saison mit einem weinenden Auge?

Mario Jung: 100%! Wie gesagt, für mich war es eine tolle Sache ein Teil dieser Entwicklung zu sein. Ich selbst habe nie in einer Mannschaft gespielt, die so einen guten Zusammenhalt hatte und in einer ähnlichen Weise gemeinsam durch das Feuer geht. Vor der Saison haben mich viele davor gewarnt, nach Eschborn zu gehen. Eine Menge Vorurteile waren da im Spiel. An der Stelle kann ich alle Vorurteile widerlegen. Dieser Verein ist auf dem richtigen Weg und wird sich mit diesen Personen in den leitenden Funktionen den Stellenwert erarbeiten, den er sich verdient. Die Leute sollten anfangen, wieder positiv über den Verein zu reden. Das hat nichts mehr mit der Zeit zu tun, aus der die Vorurteile stammen. Ich werde immer wieder gerne zurückkommen und die weitere Laufbahn der Spieler, sowie Trainer verfolgen. Es war eine tolle Zeit.

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