Interview, Hessenliga/Verbandsliga Mitte: Adam Freund (FC Eddersheim, ab Sommer SV Wiesbaden)

Sein Wechsel zum SV Wiesbaden im Sommer schlug hohe Wellen. Der Mittelkreis unterhielt sich mit Adam Freund, den die Eddersheimer bis Saisonende freistellten, weil er trotz Zusage den Verein verlassen wird. Freund wechselt nach der Runde zum Verbandsliga-Spitzenreiter SV Wiesbaden.

Mittelkreis: Dein Wechsel zum SV Wiesbaden steht nun fest. Wie kam es dazu?

Adam Freund: Seitdem ich mit Sascha Amstätter in Wehen spielen durfte, standen wir weiterhin in engem Kontakt. Er wollte mich schon letztes Jahr unbedingt nach Wiesbaden holen, aber da ich mit dem FC Eddersheim den Traum von der Hessenliga wahr werden lassen konnte, war es für mich klar, dass ich in Eddersheim bleibe, um mit dem Verein erstmalig in der höchsten Hessischen Spielklasse zu spielen. Für die kommende Saison hatte er sich wieder sehr um mich bemüht! Nach einigen Gesprächen mit Ihm, war mir klar, dass ich diesen Schritt gehen werde!

Mittelkreis: Was gab letztlich den Ausschlag für den SVW?

Adam Freund: In erster Linie die sportliche Zielsetzung des Vereins, der Einiges in den nächsten Jahren vor hat. Natürlich die professionellen Bedingungen, die geschaffen werden, um erfolgreich Fussball spielen zu können und sich voll auf seine Leistung und das Team konzentrieren zu können, so dass die Ziele erreicht werden.
Wer einmal auf professioneller Ebene spielen und trainieren durfte, der weiss, was es bedeutet, wenn man nochmal so eine Möglichkeit bekommt. Daher war meine Entscheidung für den SV Wiesbaden sehr schnell gefallen.

Mittelkreis: Du hast trotz Zusage in Eddersheim in Wiesbaden zugesagt. Keine Gewissensbisse?

Adam Freund: Jeder der mich kennt, weiss wieviel ich für Fussball, für diesen Verein und für "meine" Mannschaft investiert habe. Ich weiss auch, was die Verantwortlichen für das Team und für mich in der Vergangenheit getan haben. Dafür bin ich auch dankbar. Daher tut es mir leid, dass meine Entscheidung so kurzfristig den Verein erreichte. Man sollte sich keineswegs ein Beispiel daran nehmen. Jedoch ist jeder selbst für sich verantwortlich, ich wusste was ich tue und was das für Reaktionen mit sich bringen würde.

Mittelkreis: Der FC Eddersheim hat reagiert und Dich bis Saisonende freigestellt. Kannst Du die Reaktion nachvollziehen?

Adam Freund: Ich verstehe, dass die Verantwortlichen enttäuscht sind und dies auch irgendwie zum Ausdruck bringen wollten. Jeder der in deren Position stehen würde, hätte sich Gedanken gemacht und auf irgendeine Art und Weise reagiert. Aber was ich davon halte und ob es angemessen ist, möchte ich hier nicht kommentieren. Ich habe die Entscheidung akzeptiert. Auch habe ich genügend Erfahrung, um damit umzugehen und das einzuschätzen, so wie ich es denke!
Mittelkreis: Wie bitter ist dieser Abgang in Eddersheim für Dich?

Adam Freund: Wenn man die letzten zwei Jahre betrachtet, all das was wir als Team erreicht haben, trotz des Abstiegs aus der Hessenliga, steht der vom Verein vollzogene (für mich ungewollte) vorzeitige Abgang in keiner Relation zu meiner Entscheidung den Verein zu wechseln. Ich finde es sehr schade, dass ich die letzten Wochen nicht mehr bei der Mannschaft sein kann, das tut am meisten weh. Es hat immer großen Spass gemacht mit den Jungs zu trainieren, zu spielen und zusammen zu sein. Das fehlt mir am meisten. Daher ist klar, dass sowas an einem nicht spurlos vorbei geht!

Mittelkreis: Ziehe doch Mal ein kleines Fazit Deiner Zeit in Eddersheim und wie bitter war der Abstieg für dich mit dem FCE?

Adam Freund: Wie ich bereits sagte, waren die zwei Jahre eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit in Eddersheim. Ich habe viele Leute kennengelernt, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Sportlich hatte die Mannschaft das erreicht, was in Eddersheim noch nie jemand geschafft hatte. Egal wer Trainer war, oder welche Spieler da waren. Diese Mannschaft hat gezeigt, dass Sie Charakter hat und am Limit spielen konnte, was unser Trainer Team, vorallem Adi Dworschak sensationell aus uns rausgeholt hat!

Dass der Abstieg natürlich viel Positives vergessen lässt, ist leider nur menschlich. Es interessiert niemanden mehr, was wir damals erreicht haben. Es zählt nur das Hier und Jetzt! Dass der Abstieg sehr enttäuschend ist, brauche ich nicht erwähnen. Jeder hatte sich das anders vorgestellt.

Leider muss man aber realistisch sein und zugeben, dass wir als Mannschaft nicht die Qualität gehabt haben, um in dieser Liga zu bestehen. Auch wenn es in vielen Spielen zunächst gut und vom Ergebnis her ordentlich ausgesehen hat, haben wir leider nicht die Konstanz gehabt, um in dieser Liga eine Rolle zu spielen. Respekt für den Verein, der so lange am Trainer festgehalten hat. Ich denke nicht, dass es in jedem Verein so gewesen wäre. Dennoch war unser Trainer, der an der Front stand, allem ausgesetzt, da er immer ausnahmslos hinter uns gestanden hat, der uns Woche für Woche super eingestellt, unsere Gegner angeschaut und analysiert hatte aber wir es leider nicht umsetzen konnten. Da sind ihm dann auch die Hände gebunden. Daher war der Abstieg leider nicht abzuwenden.

Mittelkreis: Was sind Deine Ziele mit dem SV Wiesbaden?

Adam Freund: Zunächst muss der SV Wiesbaden den Aufstieg in die Hessenliga schaffen, wonach es ja bisher aussieht. Ein Sieg und der Aufstieg ist perfekt. Dann muss in der Liga Fuß gefasst werden und man muss sich etablieren. Wenn das einmal erreicht ist, hat der Verein und die Mannschaft beste Voraussetzungen, um ganz oben in der Liga mitzuspielen. Man sollte Schritt für Schritt gehen, aber es hat ja niemand gesagt, dass die Schritte klein sein müssen.

Mittelkreis: Wo hälst Du Dich bis Saisonende eigentlich fit?

Adam Freund: Ich habe natürlich nicht mit dem Training aufgehört. Es gibt genügend Möglichkeiten und Trainingsinhalte, um sich fit zu halten und um körperlich auch am Limit zu sein. Dennoch kann kein Training ein Spiel ersetzen, das weiss ich. Trotz allem bin ich Körperlich weiterhin gut drauf und werde bis zur Pause bzw bis zum Trainingsstart in Wiesbaden mein Fitness Level halten und top vorbereitet sein. Auch ein Dankeschön an meinen Heimatverein FC Marxheim, bei dem ich immer Herzlich Willkommen bin und immer die Möglichkeit habe, mitzutrainieren. Denn eines sollte man nie, egal wo man im Fussball steht, was passiert ist, oder wo der Weg noch hin geht, und zwar vergessen, wo man her kommt!!!!

9 Kommentare für “Interview, Hessenliga/Verbandsliga Mitte: Adam Freund (FC Eddersheim, ab Sommer SV Wiesbaden)”

  1. Mark

    Ich finde seine Entscheidung vollkommen richtig ! und dieses Interview zeigt das der Junge Charakter hat. Ich denke mal das es auch nicht nur wegen dem geld zu dem wechsel gekommen ist. Man weiß das er jahre lange mit Sascha Amstätter kontakt gehalten hat und ein Herr Rodler hat für die nächste saison auch nicht das getan was man erwartet hätte. Er Hat einen Trainer verpflichtet der nichts vorzuweisen hat außer einer Erschreckend schlechten Bilanz bei der TSG Wörsdorf. Hat Spieler verpflichtet wie einen Bornwasser oder einen Veith bzw Tempel die dem Trainer zu jedem Verein Gefolgt sind. Zudem von Vereinen kommen die Absteigen oder sich in der hinteren Region der Tabelle wieder finden. Also um es Kurz zu machen wieder mal Neuzugänge die für den Arsch sind und mit denen man nichts Holen wird ! Er hat wieder mal bewiesen das er nicht in der lage ist eine Mannschaft aufzustellen die Wettbewerbsfähig ist und das auch nur aus dem Grund weil Ihm die Nötige Fußballfachkompetenz Fehlt ! Dazu wie gesagt Abgänge wie Dietz, Freund, Kleefeldt. Dazu kommt Detloff der mit seinem Knie zu kämpfen hat und man daher nicht weiß wie es weiter geht. 4 Spieler die nicht zu ersetzen sind ! Und noch weitere Spieler die noch in gesprächen mit anderen vereinen stecken.

    also denke ich mal das einem Herr Freund nicht die Sportliche grundlage zu bieten war bzw. sie ihm eventuell zu wenig war um wieder oben mitspielen zu können.

    Letzter Satz Lieber Herr Freund sie haben alles richtig gemacht !
    Viel Glück in Wiesbaden

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  2. MTK'ler

    Ein Typ der vorangeht und immer alles für den Verein gegeben hat! Kenne nicht viele, die sich nach so einem unwürdigen Abschied so äußern würden – das spricht für ihn! Schade, dass dieses Beispiel wieder mal belegt, dass es (leider) keine Dankbarkeit im Fußball gibt.

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  3. Flo(Spvgg. Amöneburg)

    Tolles Interview! Respekt für die Ehrlichkeit, auch wenn ich die Reaktion des FCE nachvollziehen kann. Viel Erfolg in Wiesbaden!

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  4. Dein Team

    Adam jeder hätte sich so entschieden. Du hast alles richtig gemacht.
    Mach dir keine sorgen, wir stehen hinter dir. Dein Team

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  5. Edderschemer Bub

    RESPECKT!Davon sollten sich die Verantwortlichen mal ein Scheibe abschneiden.
    Aber..man gibt sich lieber als beleidigtes Kind.
    Viel Glück weiterhin!!
    Denn wer Fußball spielt/ oder spielte kann diesem Schritt nachvollziehen.

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