Kreisoberliga Frankfurt: Interview Mustafa Colak (Sportlicher Leiter Türkgücü Frankfurt)

Nach dem furiosen 3:1-Auswärtssieg von Türkgücü Frankfurt bei Kreisoberliga-Spitzenreiter, SV Heddernheim, unterhielt sich der Mittelkreis mit Mustafa Colak. Der 47-jährige Sportliche Leiter des punktgleich mit dem Ersten auf Rang zwei platzierten, letztjährigen Relegationsteilnehmers, stand was die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft seines Heimatvereins angeht, Rede und Antwort.

Mittelkreis: Mustafa, erstmal Glückwunsch zum Sieg! Wie hast Du persönlich die 90 Minuten am vergangenen Sonntag im Spitzenspiel erlebt?

Mustafa: Zunächst einmal muss ich sagen, dass wir ein Team mit einem Lauf sind. Wir haben zwar einen begrenzten Kader, wenn sich die Jungs aber am Riehmen reißen, sind wir technisch besser als die meisten anderen Teams aus der Liga. Bei uns Südländern schleicht sich aber manchmal auch der Schlendrian ein. Das darf uns nicht passieren.Im Spitzenspiel gegen Heddernheim hat der Mitfavorit auf den Aufstieg versucht mit langen Bällen auf ihre großen Spieler zu agieren. Das hätte auch klappen können, aber wir haben unser technisches Können entgegengesetzt und gewonnen. Außerdem waren wir kaltschnäutziger vor dem gegnerischen Tor. Murat Tiryaki und Suat Kanursuar haben beide schon an die 10 Tore geschossen und damit beinahe die Hälfte aller unserer Treffer erzielt.

Mittelkreis: Wenn gerade von Spielern die Rede ist. Welche Rolle spielt Euer Spielertrainer, Engin Özdemir?

Mustafa: Er ist der wichtigste Mann bei uns im Mittelfeld. Mit ihm steht und fällt die Mannschaft. Was er mit seinen 43, 44 Jahren leistet ist beachtlich. Er bringt uns durch seine starke Technik auch die technische Überlegenheit. Außerdem versteht er sich gut mit den Jungs. Die Mischung stimmt bei uns ganz gut.

Mittelkreis: Nach dem Sieg über Heddernheim seit ihr mit 34 Zählern punktgleich mit dem Ersten. Wo könnte der Weg für Türkgücü Frankfurt noch hinführen?

Mustafa: Für uns ist das bisherige Abschneiden eine Überraschung. Wir haben vor der Saison mit Oguz Akkas, der zu Türkgücü Friedberg gegangen ist, Zafer Sancak zur Spvgg. Neu-Isenburg, und Bahri Eyüp zur Spvgg. Oberrad drei wichtige Stammspieler verloren. Wir wurden vor der Saison belächelt und man hat uns prophezeit, dass wir im Mittelfeld der Tabelle landen werden. Nach der Hälfte der Saison sieht es aber sehr gut aus. Wir sagen, wenn wir so konstant weiter spielen können, wollen wir in diesem Jahr auch aufsteigen. Unser großer Trumpf ist die gute Jugendarbeit von vor ein paar Jahren. Mittlerweile mussten wir die A-Jugend zwar abmelden, weil wir nicht genug Spieler haben, aus dem einen guten Jahrgang spielen aber mittlerweile Sefa Konca, Ufuk Yoldas, Yunus Bayindir, Haci Aksu, Ender Ergisi und Mohamed Sier Osmani in unserer Ersten Mannschaft. Das hilft uns sehr.

Mittelkreis: In den letzten drei Jahren seit ihr immer wieder in der Relegation zur Gruppenliga gescheitert. War das nicht frusrtrierend?

Mustafa: Doch ganz genau! Das ist für einen Verein wie uns ein hoher Stressfaktor. Die Spielersuche gestaltet sich immer wieder schwierig, weil Spieler sagen, wir kommen nur, wenn ihr aufsteigt. Diesbezüglich hinken wir seit drei Jahren hinterher. Diese Ungewissheit macht es schwierig, für ein gutes Spielerpotenzial zu sorgen. Man weiß aber nicht, wie es in dieser Saison läuft. Mal schauen...Es kann alles passieren!!!

Mittelkreis: Sind Verstärkungen für die Winterpause geplant?

Mustafa: Vielleicht kommen ein bis zwei Verstärkungen von Spielern die schon bei uns gespielt haben und zurück kommen wollen oder reaktiviert werden. Wir haben auch eine gute Zweite Mannschaft. Auch von dort können wir uns Verstärkungen vorstellen.

Mittelkreis: Am kommenden Wochenende ist die Erste Mannschaft spielfrei. Wie wird dieses Wochenende genutzt?

Mustafa: Am Montag haben wir das Training ausfallen lassen, weil wir ein paar Spieler mit Erkältungen haben. Wir werden die Woche zwei Mal trainieren und am Sonntag mit dem Team einen gemeinsamen Tag verbringen. Wir gehen essen, schauen der Zweiten Mannschaft im Spiel gegen die FG Seckbach II zu. Vielleicht haben sogar einige Spieler Lust, die Reserve zu unterstützen. Oder wir könnte auch gut den kommenden Kreisoberliga-Gegner, Makkabi Frankfurt, gegen die FFV Sportfreunde 04 beobachten.

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