Interview: Martin Walentowitz (neuer Trainer FC Lorsbach II)

Der Mittelkreis unterhielt sich mit Martin Walentowitz. Gemeinsam mit Marcel Hochheimer wird er in der kommenden Runde den FC Lorsbach II trainieren.

Mittelkreis: Seit wann steht fest, dass Du und Marcel Hochheimer das neue Trainer-Duo des FC Lorsbach II bilden?

Martin Walentowitz: Wir haben am Montag, 4. August, abschließende Gespräche mit dem 1. Vorsitzenden Helmut Gross geführt und sind seitdem im Amt.

Mittelkreis:Wie kam es dazu?

Martin Walentowitz: Wir sind alle aus einem ganz einfachen Grund Teil des 1. FC Lorsbach: Wir wollen kicken! Das war für uns die ganze Zeit die oberste Maxime. Nach der Tatsache, dass die Zweite Mannschaft ohne Trainer da stand, haben Marcel und ich uns zusammengesetzt und über mögliche Lösungen nachgedacht, wie es weiter gehen kann. Wir waren in der Vorbereitung von unserer jungen Mannschaft sehr überzeugt, es hat sportlich und menschlich sehr gut zusammengepasst. Wir hatten einfach das Bauchgefühl: Das kann es nicht gewesen sein! Und vor allem kamen aus der Mannschaft Stimmen: ‚Männer, es muss irgendwie weitergehen, wir wollen unbedingt in die Saison starten. ‘ Die Jungs sind alle bis in die Haarspitzen motiviert und keiner hatte Lust, im kommenden halben Jahr irgendwo anders mitzutrainieren und keine Wettkampfpraxis zu erhalten oder sich im Fitnessstudio aufs Laufband zu stellen. Schnell entstand dann bei Marcel und mir die Idee, uns als Spielertrainer zur Verfügung stellen. Marcel hat zuletzt vier Jahre als Jugend-Trainer in Weilbach gearbeitet, und auch ich habe bereits drei Jahre Erfahrung als Jugendtrainer beim FC Marxheim gesammelt. Wir sind überzeugt, dass es uns weder an Fachkenntnis, noch an Autorität mangelt, um die Mannschaft zu coachen. Wir beide sind jedenfalls voller Tatendrang und freuen uns auf die anstehenden Aufgaben. Nach guten und konstruktiven Gespräch mit dem Trainerteam der Ersten Mannschaft und dem Vereinsvorstand haben Marcel und ich dann letztlich zu diesem Schritt entschieden, der aus unserer Sicht eine gute Lösung darstellt, denn er stellt den Spielbetrieb für eine erfolgshungrige und blutjunge Truppe sicher. Dass wir weiterhin zwei Mal die Woche trainieren und sonntags am Spielbetrieb der B-Liga teilnehmen können, war und ist für uns das Wichtigste. Darum geht es und nichts Anderes. Ich persönlich war zuletzt studienbedingt ein Jahr im Ausland, habe nicht aktiv Fußball gespielt und habe mich lange drauf gefreut, meinem liebsten Hobby wieder aktiv nachzugehen. Ich wollte auf all‘ das nicht noch länger verzichten: Das Geflachse im Eckchen, der Jubel über einen Sieg und auch der Frust nach einer Niederlage mit der Motivation, es am nächsten Spieltag besser zu machen! Und ich glaube, so geht es nicht nur mir, sondern uns allen. Es geht bei der Entscheidung nicht darum, es irgendwem recht zu machen: nicht Turan Kaymakci, nicht Andreas Beese und auch nicht dem Vorstand. Im Mittelpunkt dieser Entscheidung steht einzig und allein die Mannschaft – und die ist überzeugt von dieser Lösung.

Mittelkreis: Rücktritt vom Rücktritt von Andreas Beese, Entlassung von Turan Kaymakci, ein Brief der II. Mannschaft an den Vorstand - Beschreibe die Situation aus Deiner Sicht:

Martin Walentowitz: Es ist so viel geschrieben und gesprochen worden in den letzten Tagen, es waren turbulente Tage für den 1. FC Lorsbach. Eins kann ich ganz sicher sagen: Alle Personen, denen es wirklich um den Fußball geht, bedauern die ganzen Vorkommnisse zutiefst. Inhaltlich möchte ich mich jedoch an dieser Stelle heraushalten; nicht weil ich mich davor scheue, die Vorkommnisse aus meiner Sicht darzulegen, sondern weil wir in zehn Tagen das erste Saisonspiel haben und jetzt schnellstmöglich Ruhe einkehren muss. Jetzt weiter Öl ins Feuer zu gießen, wäre daher kontraproduktiv. Unser Fokus gilt jetzt einzig und allein dem Spiel gegen die SG Wildsachsen II, auf das sich das Trainerteam und die Mannschaft riesig freuen.

Mittelkreis: Böse Zungen behaupten, das neue Trainer-Duo wäre Turan Kaymakci in den Rücken gefallen. Was sagst Du zu solchen Vorwürfen?

Martin Walentowitz: Diese Vorwürfe sind absolut haltlos. Marcel und mir war klar, dass es bei dieser Entscheidung einige Kritiker geben wird. Allerdings wissen diese außenstehenden Personen nicht, was wirklich passiert ist, und darum sind solche (persönlich beleidigenden) Vorwürfe unangebracht und grundlos. Dass sich der Großteil der Personen nicht mit Namen zu Wort meldet, tut sein Übriges. Fakt ist, dass wir als Mannschaft alles, was in unserer Macht stand, getan haben, um (bei damaligem Kenntnisstand) Turan den Rücken zu stärken. Dass jetzt geschrieben wird, Marcel und ich hätten einen „Coup“ geplant und wollten an Turans Trainerstuhl sägen, ist daher aus meiner Sicht vollkommen absurd. Warum hätten wir dann eine Initiative starten sollen, um Turan zu retten?
Das macht hinten und vorne keinen Sinn und entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Wir fallen Turan mit dieser Entscheidung nicht in den Rücken, sondern ermöglichen unserer Mannschaft das Fußballspielen in der vorhandenen Konstellation.

Mittelkreis: Wie liefen die ersten Einheiten?

Martin Walentowitz: Wir haben bisher eine Einheit absolviert und die verlief gut. Die Mannschaft ist voll auf den Saisonstart konzentriert. Alles, was jetzt noch von außen an uns herangetragen wird, blenden wir einfach aus.

Mittelkreis: Was sind Eure Ziele als Trainer?

Martin Walentowitz: In erster Linie ist es Marcels und meine Aufgabe nun dafür zu sorgen, dass so schnell wie möglich Ruhe einkehrt. Darüber hinaus möchten wir eine gute Rolle in der B-Liga in diesem Jahr spielen. Wichtig ist es natürlich auch, dass wir unsere Jungs kontinuierlich weiterentwickeln und es hoffentlich schaffen, den ein oder anderen in der mittleren Frist in die Erste Mannschaft zu integrieren. Das Potential ist jedenfalls vorhanden. Und zu guter Letzt darf der Spaß nie zu kurz kommen, allerdings mache ich mir in dieser Hinsicht nach den ersten Wochen in diesem Team keine Sorgen. Wir sind jetzt alle heiß auf den Saisonstart und können kaum erwarten, dass es losgeht.

10 Kommentare für “Interview: Martin Walentowitz (neuer Trainer FC Lorsbach II)”

  1. Insider 2.0

    Wenn ich an Beeses Stelle wäre würde ich aufpassen. Wereinmal so eine Aktion abgezogen hat, wird es auch ein zweites Mal machen.

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  2. Bernd Schneider

    Herr Walentowitz, sind Sie nicht der Spieler der den 1. FC Lorsbach vor zwei Jahren verlassen hat, weil Sie der damalige 1. Mannschaftstrainer „verarscht“ hat ?

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  3. Kalle

    Ob es an Autorität und Fachkenntnis fehlt oder nicht, kann ich nicht sagen. An Offenheit, Integrität und Loyalität fehlt es definitiv…

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