Gruppenliga Frankfurt West: Interview Karl Müller (Trainer Spvgg. Griesheim)

In der vergangenen Saison konnte die Spvgg. Griesheim im Aufstiegsrennen der Gruppenliga West lange Zeit ein Wörtchen mitreden. Am Ende ging dem Tabellendritten dann aber doch die Luft aus und man wurde mit acht Punkten Rückstand auf Relegationsteilnehmer, FC Kalbach Dritter. Nun steht die neue Runde vor der Tür. Der Mittelkreis unterhielt sich mit dem 58-jährigen, langjährigen Trainer der Spielvereinigung Griesheim, Karl Müller.Mittelkreis: Bei der Spvgg. Griesheim verlief die vergangene Saison wechselhaft mit einem dritten Platz zum Ende. Lassen Sie für unsere Leser das Geschehene kurz Revue passieren.


Müller:
Wir sind vor der letzten Saison mit dem Ziel Platz acht gestartet und haben dann mit zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen einen ganz schwachen Start erwischt. Der Verein stand als Gesamtkonstrukt auf der Kippe. Das erste halbe Jahr stand das Team nicht unter Dampf. Dann haben wir in der zweiten Hälfte der Runde eine Serie hingelegt, die ihresgleichen sucht. 139 Tore sprechen eine deutliche Sprache. Damit hat keiner gerechnet. Dieser Hurra-Stil konnte am Ende aber nicht durchgehalten werden. Am Ende war der Verschleiß bemerkbar. Personell war unser Kader in der entscheidenden Phase nicht so ausgeglichen. Trotzdem können wir mit der Runde mehr als zufrieden sein.

Mittelkreis: Wie stellt sich die Erste Mannschaft für die kommende Saison personell auf?

Müller: Wir haben mit Jose Nunez nur einen Abgang zu verzeichnen. Der Spieler wechselt zum FSV Bischoffsheim und war nicht mehr als ein Kaderspieler. Sonst haben wir keine Abgänge. Über die Zugänge wird es in den kommenden Tagen etwas zu sagen geben...

Mittelkreis: Wie sieht Ihr Ausblick auf die Vorbereitung und die kommende Saison aus?

Müller: Mit der Vorbereitung ist das im Amateurbereich so eine Sache. Die Hälfte der Mannschaft ist im Urlaub und stößt erst in der kommenden Woche zum Kader hinzu. Wir haben gestern mit 20 Mann mit der Vorbereitung begonnen. Für die kommende Saison muss man sagen, dass sich viele Vereine in der Liga gut verstärkt haben. Da können wir finanziell nicht mithalten. Mir kam es ja schon in der vergangenen Saison oft so vor, als würden wir als FC St. Pauli gegen Bayern München spielen.

Mittelkreis: Welche Werte sind Ihnen in der täglichen Arbeit als Trainer besonders wichtig?

Müller: Als Trainer muss du vor allem selbst mit Begeisterung dabei sein. Ich möchte immer auf dem Platz stehen und die Spieler motivieren. Oft entwickelt sich da so eine Haß-Liebe, von wegen, was hat der Trainer heute wieder mit uns vor. Ich sprühe vor Ehrgeiz und muss sagen, dass ich von langen Waldläufen nichts halte. Wir machen 90 Prozent der Übungen mit dem Ball. Das macht Riesenspaß und wir trainieren nur das, was wir im Spiel auch brauchen.

Mittelkreis: Erzählen Sie unseren Lesern etwas zu Ihrer Person. Was waren frühere Stationen als Spieler und Trainer?

Müller: Mein Heimatverein waren die FFV Sportfreunde 04. Damals wurde ich als Spieler geprägt, von meinem Vater, der selbst jahrelang Erster Vorsitzender des Vereins war. Dort war auch meine erste Station als Trainer. Von dort bin ich dann zum FSV Frankfurt in die A-Jugend und haben Spieler wie Oliver Reck trainiert. Weitere Stationen waren die Spvgg. Oberrad, Viktoria Preußen, FSV Bischoffsheim und 15 Jahre bei Eintracht Frankfurt, wo ich alle Jugendteams einmal trainiert habe.

Mittelkreis: Wo könnte die Spvgg. Griesheim in der kommenden Saison landen und warum?

Müller: Ich traue meinem Team alles zu! Realistisch gesehen, haben sich die anderen Vereine aber so stark verstärkt, dass Platz fünf absolut in Ordnung wäre. Dies könnte klappen, weil wir schon im vergangenen Jahr in dieser Konstellation zusammen gearbeitet haben und nicht wieder bei Null anfangen müssen.

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