Bayerischer Fußball-Verband: Spielordnung – das ist neu! BFV-Interview mit Spielleiter Josef Janker

Der Bayerischen Fußball-Verbande hat vor der neuen Saison wieder eine Reihe von Änderungen in der Spielordnung vorgenommen. Im Interview des BFV erläutert Verbands-Spielleiter Josef Janker die Neuerungen. Ziel ist es, den Spielbetrieb so einfach wie möglich zu halten und soweit möglich, den Wünschen der Vereine, Spieler und Trainer nachzukommen.

Herr Janker, warum wurde beim Verbandstag eine völlig umgekrempelte Spielordnung vorgestellt und beschlossen?

Josef Janker: Die Spielordnung wurde mit dem Ziel einer übersichtlicheren und verständlicheren Darstellung komplett überarbeitet und neu strukturiert. Wir haben darauf geachtet, dass der demografische Wandel, der Zeitgeist in der Gesellschaft und die stetige Veränderung des Vereinslebens ihre Berücksichtigung finden. Zudem wird die zukunftsorientierte Ausrichtung des Verbandsspielbetriebs und des Freizeitfußballs mehr in den Fokus gerückt. Mit der neu eingeführten Strukturierung inklusive Stichpunkt-Teilüberschriften und Stichwortverzeichnis, wird den Vereinsverantwortlichen das Aufsuchen und Lesen der einzelnen Paragrafen in der Spielordnung erleichtert. Insgesamt gliedert sich die neue Spielordnung jetzt in die drei großen Themenbereiche "Bestimmungen für den allgemeinen Spielbetrieb", "Freizeitfußball" und "Sonstiges". Unter diesen Themenbereichen sind die einzelnen Paragrafen in einer Gliederung nach römischen Zahlen (I, II, etc.) dargestellt. Dabei hatten wir auch die allgemeinverbindlichen Vorgaben der übergeordneten Verbände, DFB und UEFA, zu beachten.

Warum wurde der Ligaverzicht in die Spielordnung aufgenommen?

Josef Janker: Wir haben das Thema bei allen 24 BFV-Kreistagen im Frühjahr diskutiert und ein Meinungsbild abgefragt. Auf allen Kreistagen gab es einen klaren Zuspruch für diese Idee und daraus resultierte für uns der klare Auftrag, eine entsprechende Regelung zu entwickeln und einzuführen. Ab dieser Saison kann ein Verein den Verzicht auf die aktuelle Spielklasse beantragen und die Spielklasse, in die er zur neuen Saison eingegliedert werden soll, selbst bestimmen. Der Antrag ist vor dem vorletzten Meisterschaftsspiel zu stellen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass aus organisatorischen und spieltechnischen Gründen die Eingliederung nicht in die nächstniedrige Spielklasse erfolgen kann, sondern nur darunter.

Wie wirkt sich der Ligaverzicht eines Vereins auf den Spielbetrieb in seiner Spielklasse aus?

Josef Janker: Der Verein, der den Ligaverzicht beantragt, wird am Saisonende auf den letzten Tabellenplatz gesetzt und gilt als erster Absteiger.

Auch das Zusatzspielrecht wurde erweitert. Was hat sich da konkret getan?

Josef Janker: Vereine haben sicherlich nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels beim Bayerischen Fußball-Verband immer häufiger nachgefragt, ob es nicht die Möglichkeit gibt, ohne Vereinswechsel beim Nachbarverein in der Hallensaison oder bei den "Alten Herren" spielen zu dürfen. Dieser Wunsch wurde durch die Einführung des Zusatzspielrechtes ermöglicht. Voraussetzung ist, dass die eigene Mannschaft in diesen Bereichen keine Mannschaft stellt. Dabei sind mehrere Dinge zu beachten. Ein Zusatzspielrecht kann für maximal vier Vereinsspieler beantragt werden. Im Herrenbereich kann das Zusatzspielrecht dabei nur für den Hallenfußball (Anm.: Verbands- und Freundschaftsspiele - §12 SpO) beantragt werden. Im Seniorenbereich kann bei allen Verbands- und Freundschaftsspielen aller Altersklassen das Zusatzspielrecht Anwendung finden. Im Freizeitfußball kann das Zusatzspielrecht nur für Herren und Senioren beantragt werden.

Was hat sich noch geändert?

Josef Janker: Wir haben den immer wieder in der Kritik stehenden § 44 "Einsatz in verschiedenen Mannschaften" (neu §34) vereinfacht und verständlicher gestaltet. Uns ist aber auch klar, dass nicht jeder Fall abgebildet werden kann und dass dieser Paragraf auch künftig immer wieder den neuesten Entwicklungen angepasst werden muss. Wir haben zudem die Möglichkeit geschaffen, dass in strukturschwachen Gebieten auch Pilotspielklassen gebildet werden können, damit der Spielbetrieb überall in Bayern aufrechterhalten wird. Das erhöht nicht nur die Flexibilität, sondern liefert uns auch wichtige Erkenntnisse für ähnlich gelagerte Probleme in anderen Regionen. Zudem wurden bisher unterschiedliche Fristen vereinheitlicht und auf drei Tage festgelegt und der Verzicht auf Entscheidungs- und Relegationsspiele wurde in die Spielordnung aufgenommen.

(Quelle: www.bfv.de)

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