Bezirksliga Ufrk. West: „Der Star muss die Mannschaft sein“ – Interview mit Tobias Hartig (TSV Pflaumheim)

Der TSV Pflaumheim hat bisher in der Aufstiegssaison in der Bezirksliga Unterfranken West keinen leichten Stand und man muss sich primär das Ziel "Klassenerhalt" setzen. Mit Lutz Braun sitzt seit einigen Wochen auch ein neuer Coach auf der Trainerbank des TSV. Der Mittelkreis unterhielt sich mit dem Pflaumheimer Pressesprecher und Webmaster, Tobias Hartig, über die aktuelle Situation und die kommenden Aufgaben.

Mittelkreis: Eure Mannschaft belegt nach 19 Spieltagen in der Bezirksliga Unterfranken West Rang 15 und steht somit auf dem Relegationsplatz. Wie zufrieden seid ihr mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Tobias Hartig: Wenn man nach der Hinrunde am Ende auf einem Abstiegsplatz steht, kann man natürlich nicht zufrieden sein, sonst hätte man sich den Aufstieg sparen können. In den ersten Spielen hat unsere junge Mannschaft viel Lehrgeld gezahlt und in den engen Partien (Margetshöchheim, Marktbreit, Würzburger FV) hat oft auch das berühmte Quäntchen Glück gefehlt. Hinzu kamen in einigen Spielen unnötige Undiszipliniertheiten, die einen Erfolg des Teams verhinderten. Nichtsdestotrotz muss der Blick nun nach vorne gerichtet werden. Von den letzten drei Saisonspielen gingen zwar zwei verloren (Spvgg Hösbach-Bahnhof, TuS Röllbach), dennoch hat es sich bereits in diesen Spielen abgezeichnet, dass man langfristig wieder Erfolg haben wird, wenn man über die komplette Spieldauer an derartige Leistungen anknüpfen kann.

Mittelkreis: Was hat die Mannschaft bisher gut umgesetzt, wo gibt es den größten Nachholbedarf?

Tobias Hartig: Mit Ausnahme von dem Spiel gegen den FV Karlstadt – da ging einfach gar nichts, hat man gegen jeden Gegner unabhängig des Tabellenplatzes gut mitgehalten. Gerade gegen die Spitzenteams vom Würzburger FV und TuS Röllbach hätte man mit ein wenig Glück im Abschluss mehr holen können. Dennoch kann man nicht alles richtig gemacht haben, wenn man nach der Hinrunde auf Rang 15 steht. In fast allen Bereichen (z. B. Chancenauswertung, Disziplin über gesamte Spieldauer) gibt es sicherlich noch Verbesserungspotential, woran die Mannschaft zusammen mit den Trainern Lutz Braun und Andreas Ullrich weiter akribisch arbeiten wird.

Mittelkreis: Am vergangenen Sonntag habt ihr zuhause gegen Elsava Elsenfeld einen wichtigen 2:0 Sieg eingefahren. Kannst du kurz den Spielverlauf aus deiner Sicht schildern?

Tobias Hartig: Ich denke, dass Spiel war in der ersten Halbzeit insgesamt ausgeglichen. Keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend durchsetzen und so spielte sich das Geschehen weitestgehend um den Mittelkreis ab. Deshalb gibt der 0:0 Pausenstand ziemlich passend den Spielverlauf wieder. Nach der Pause konnte sich unsere Mannschaft steigern und übernahm mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel. Da der letzte entscheidende Pass in den Strafraum aber oft nicht ankam, versuchte man es auch des Öfteren einmal aus der zweiten Reihe. Ein probates Mittel, wie sich herausstellen sollte. Julian Morr erzielte nach ungefähr einer Stunde durch einen satten Schuss ins rechte untere Eck das 1:0 und setzte 20 Minuten später aus ähnlicher Spielsituation noch einen drauf. Nach einem Eckstoß hatte Elsenfeld die Chance auf 2:1 heranzukommen, doch Ralph Ostheimer köpfte den Ball von der Linie. Im Endeffekt ein verdienter Sieg.

Mittelkreis: Wer ist für dich in eurer Mannschaft bisher "der Spieler der Saison" und warum?

Tobias Hartig: Es gibt eigentlich keinen Spieler der besonders herausragt. Ich denke, dass es diesen in unserer Mannschaft auch nicht geben wird. Ich kann mir zumindest niemanden vorstellen, der jetzt 30 Tore in der Rückrunde erzielt oder 20 vorbereitet. Der Star muss die Mannschaft sein. Im Kollektiv muss man versuchen zum Erfolg zu kommen. Es geht nur miteinander. Das sind jetzt zwar drei, vielleicht abgedroschene Phrasen und neun Euro fürs Phrasenschwein und mir würden sicher noch mehr einfallen, doch so ist es nun einmal im Mannschaftssport. Wir haben keinen Spieler, der uns die Spiele „alleine“ gewinnt, deshalb ist es wichtig, dass der Teamgeist funktioniert und das alle Spieler an einem Strang ziehen. Die Mannschaft ist auf einem guten Weg dorthin.

Mittelkreis: Wie siehst du in diesem Jahr insgesamt das Niveau in der Bezirksliga Unterfranken West im Vergleich zum Vorjahr?

Tobias Hartig: Das Niveau der letzten Bezirksligasaison kann ich nicht beurteilen, aber in diesem Spieljahr hat die Klasse natürlich durch den Wegfall der Bezirksoberliga zwangsmäßig an Qualität dazugewonnen. Dennoch gibt es keine Übermannschaft und an einem guten Tag kann jede Mannschaft jeden Gegner schlagen. Kein Team darf unterschätzt werden. Wenn du nach Karlburg fährst und denkst das läuft schon irgendwie mit halber Kraft, dann geht das in die Hose, da brauchst du gar nicht erst los fahren. Das geht eigentlich in der Kreisliga schon nicht und in der Bezirksliga dann schon gar nicht mehr. Außerdem werden Fehler in der Bezirksliga öfter und meistens sofort bestraft. Die Teams sind insgesamt einfach abgeklärter, reifer, kaltschnäuziger.

Mittelkreis: Am Wochenende müsst ihr auswärts bei der SG Margetshöcheim antreten. Wie wollt ihr in die Begegnung gehen? Was erwartest du von den Gastgebern?

Tobias Hartig: In erster Linie wird es wichtig sein, die Leistungen der letzten Wochen auch in Margetshöchheim zu bestätigen. Primär schauen wir dabei auf uns selbst und wollen unser Spiel aufziehen, egal wie der Gegner heißt. Wir sind natürlich dennoch informiert und wissen, dass die Gastgeber seit fünf Spielen keinen Punkt mehr geholt haben. Aus Margetshöchheimer Sicht, wird man gegen Pflaumheim sicherlich auf die Trendwende hoffen und vor eigenem Publikum alles in die Waagschale werfen. Ich bin mir sicher, dass unser Trainerteam die Jungs optimal auf das Auswärtsspiel einstellt.

Mittelkreis: Seit einigen Wochen habt ihr einen neuen Coach - auf Ingo Daniel folgte, wie bereits angesprochen, Lutz Braun. Wie kam es zu seiner Verpflichtung, wer stellte den Kontakt her?

Tobias Hartig: Zunächst noch einmal an dieser Stelle ein „Danke“ an den Ingo für seine hervorragend geleistete Arbeit in Pflaumheim. Ich denke zwei Meisterschaften (einmal mit der ersten und einmal mit der zweiten Mannschaft) sprechen für sich.

Der Kontakt zu Lutz wurde telefonisch hergestellt. Die sportliche Leitung hat sich mit der Personalie „Trainer“ beschäftigt und Lutz kontaktiert. Man hat Gespräche geführt und festgestellt, dass man die gleiche Philosophie verfolgt und sich anschließend geeinigt. Zusammen mit Interimstrainer und jetzt Co-Trainer Andreas Ullrich ist er verantwortlich für unsere erste Mannschaft.

Mittelkreis: Werdet ihr euch in der Winterpause verstärken? Verlassen euch Akteure?

Tobias Hartig: Inwieweit hier die Kaderplanung en in beide Richtungen schon abgeschlossen sind, weiß ich nicht. Schon vor der Saison hat man sich unter anderem die Dienste von Daniel Ballmann und Ferhat Demircan gesichert, die beide aufgrund ihrer Verletzungen in der Hinrunde noch kein Spiel absolviert haben. Das sind dann quasi auch „Neuzugänge“ für die Rückrunde. Auch der vom VfR Großostheim gekommene David Groha ist erst seit kurzem wieder fit nach seinem Innenbandriss.

Mittelkreis: Abschließend: Wer wird Meister in der BZL und wo landet euer Team am Ende der Saison?

Tobias Hartig: Wer Meister wird, ist uns ziemlich Wurst. Wir werden es wahrscheinlich nicht mehr ;-) Natürlich gönnen wir es Röllbach, wenn es mit dem Titel klappt und dann dieses Mal auch ein Aufstieg dabei herausspringt. Unser Ziel heißt Klassenerhalt. Am Ende über dem Strich stehen und am besten ohne Relegationsspiel - dass lag uns in den letzten Jahren ja nicht unbedingt.

Mittelkreis: Danke Tobias für das ausführliche Interview!

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