Hessenpokal: Der 1.FC Eschborn verpasst die Überraschung

Im Qualifikationsspiel des Hessenpokals musste sich der 1.FC Eschborn nach großen Kampf in einem mitreißenden und dramatischen Spiel erst im Elfmeterschießen gegen den Traditionsverein und Favoriten KSV Hessen Kassel geschlagen geben und verpasste somit den Einzug in die Runde der letzten Acht.

Die 500 Zuschauer an der Heinrich-Graf-Sportanlage sahen von Beginn an, auf sehr schwierigen Platzverhältnissen, ein umkämpftes Pokalspiel. Der Respekt gegenüber dem Gegner war beiden Mannschaft anzumerken. Auf dem tiefen und seifigen Rasen gelang es beiden Mannschaften in der ersten Hälfte nur schwer, ihre fußballerischen Qualitäten auszuspielen. Viele lange Bälle und einige Standardsituationen, vor allem auf Kasseler Seite, prägten das Bild. Die erste Möglichkeit hatten auch die Gäste aus Kassel, als Kapitän Enrico Gaede mit einem Lattenknaller aus 16m, nur knapp die Gästeführung verpasste. Kassel war durch Standards immer wieder gefärhlich, der ausführende Linksverteidiger Dennis Joedecke sorgte damit immer wieder für Aufregung im Eschborner Strafraum. Durch die vielen Standardsituationen hatte man den Eindruck, der KSV übernehme das Kommando, doch der 1.FC Eschborn war zu jeder Zeit im Spiel und wenn sie ihre fußballerischen Qualitäten mal ausspielen konnten, hatten die Gäste sofort ihre Probleme. Nach einem Gaede Kopfball, den Torwart Stehling parieren konnte, schnappte sich kurz vor der Pause Standardexperte Pascal Hertlein den Ball und zirkelte über die Mauer nur knapp am Tor vorbei. Kurz vor der Pause hatte dann FCE Kapitän Rouven Leopold einen Geniestreich, als er von außen in die Mitte zog und statt einem angetäuschten Schuss, den Ball zu Torjäger Can Özer in die Gasse spielte und der eiskalt zur umjubelten 1:0 Führung einschießen konnte. Mit diesem Paukenschlag ging es dann auch in die Kabine.

Direkt nach der Pause sahen die Zuschauer vielleicht einen Schlüsselmoment in der Partie. Okan Ilkiz hatte sich super durchgesetzt und lief frei auf das Tor der Gäste zu. Doch er scheiterte an KSV Keeper Eric Domaschke und verpasste somit ein vielleicht vorentscheidendes 2:0. Anschließen übernahmen die Gäste wieder etwas das Kommando, nach einer wieder gefärhlichen Standardsituation aus dem Hallbfeld von Joedecke, konnte Verteidiger Patrick Wolf zum 1:1 einköpfen.Nun war es ein offener Schlagabtausch und beide Teams betrieben weiterhin viel Aufwand, denn keiner wollte dieses Spiel so leicht verloren geben. In der 70. Minute zeigten dann die Gäste ihre Klasse, nach einem gut herausgespielten Konter über den Vorbereiter Andreas Mayer, konnte Kapitän Gaede abgeklärt zur 2:1 Gästeführung einschieben. FCE Torwart Tobias Stehling war hier machtlos. Doch die Eschborner steckten nicht auf und Trainer Sandro Schwarz riskierte mit einem offensiven Doppelwechsel nochmal alles. Ephraim Uworuya und Celal Yesil kamen für Tim Tilger und Okan Ilkiz. Vorher musste schon, der heute etwas unnauffälllige Anthony Wade, für Prince Schülke weichen und diese Wechsel sollten sich bezahlt machen. In der 80. Minute leitete Yesil die nächste Offensivaktion ein, über einem Traumpass von Leopold kam der Ball zu Uworuya, der mustergültig den eingelaufen Prince Schülke mit einer Flanke bediente und der mit seiner Fußsspitze zum 2:2 ausgleichen konnte. Wenige Minuten später hatten die Gastgeber sogar die Möglichkeit auf den Sieg und die Partie komplett zu drehen, doch Can Özer scheiterte mit einem cleveren Heber an die Latte und somit ging die Partie in die Verlängerung.

Den Teams war der harte Kampf über die 90 Minuten deutlich anzumerken, einige Spieler plagten sich mit Krämpfen, doch niemand wollte die bestehende Möglichkeit auf den Einzug ins Viertelfinale so leicht hergeben. In der Verlängerung wollte keine Mannschaft mehr den entscheidenden Fehler machen und so ging es in die Dramatik des Elfmeterschießens. Auf Kasseler seite trafen alle Spieler souverän, auch beim FC Eschborn verwandelte Pascal Hertlein den ersten Elfmeter souverän. Celal Yesil verschoss den zweiten Strafstoß und war damit der einzige der schießenden Akteure, der patzte und somit gewann der KSV Hessen Kassel am Ende glücklich mit 7:5 nach Elfmeterschießen und trifft nun am 14.März im Viertelfinale, auf den Drittligisten SV Wehen-Wiesbaden. Die Eschborner lieferten einen großen Pokalfight ab und könnten nach Anischt ihres Trainer Sandro Schwarz "wirklich stolz auf die Leistung gegen den Regionalligisten sein und bestätige ihre Linie, mit ihrer Spielweise fast jedem Gegner wehtun zu können."

KSV-Trainer Uwe Wolf war nach der Partie froh, eine Runde weiter zu sein, denn nur dieses sei heute wichtig gewesen. Vielleicht hat sich am Ende auch das zweimalige Elfertraining unter der Woche beim Training durchgesetzt, munkelte ein erleichternder Uwe Wolf.

Ein Kommentar für “Hessenpokal: Der 1.FC Eschborn verpasst die Überraschung”

  1. MTKler

    Ein wirklich mitreißendes Pokalspiel! Respekt an leidenschaftlich spielende Eschborner die hauchdünn an einer Überraschung vorbei geschlittert sind. Das hat richtig Spaß gemacht. Werde jetzt öfters mal auf der Heinrich-Graf-Sportanlage vorbeischauen.

    Weiter so!

    Gruß

    MTKler

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