Die Eisbox – ein nützlicher Helfer am Spielfeldrand!

Die Erst- oder Primärversorgung einer Verletzung spielt eine ganz entscheidende Rolle. Sie ist maßgebend dafür verantwortlich, wie die Regeneration der Verletzung und die Rekonvaleszenz eines Sportlers in der Folgezeit verläuft.

Kühlung und Kompression sind die wichtigsten Bestandteile der Verletzungsversorgung.

Aus diesem Grund bedienen sich alle Sportphysiotherapeuten im Leistungssportbereich ausnahmslos einer Eisbox, deren Inhalt oft individuell (jeder Therapeut hat so seine Eigenarten), aber beim näheren Hinschauen doch immer wieder die gleichen Grundausstattungsmerkmale besitzt. Als Inhalt sollten folgende Utensilien vorhanden sein:

Zur Kühlung verwendet man  Eiswasser, mit  einer Temperatur von ca. 12-14°   – dieses entspricht zum Vergleich brunnenkaltem Wasser. Das Mischverhältnis 1:2, ein Teil Eis (in Form von z.B. Eiswürfeln) auf zwei Teile Wasser. Wer keine Eiswürfel zur Hand hat, kann auch Plastikbecher mit Wasser füllen, in den Eisschrank stellen und zum Herstellen von Eiswasser sogar den Becher als Richtmaß für den Wasseranteil benutzen.

Zusätzlich erweist sich eine Trinkflasche mit Eiswasser als sehr nützlich, um als Sofortmaßnahme direkt auf die verletzte Stelle Kühlung zu applizieren, Verschmutzungen oder Fremdkörper (z.B. eine Wimper im Auge) weg/auszuspülen oder um einen Kompressionsverband in regelmäßigen Abständen mit kaltem Wasser von außen kühl zu halten.

Außerdem empfiehlt es sich immer ein paar Eiswürfel zur Hand zu haben – sie eignen sich hervorragend zur Kühlung in  z.B. Mund- und Rachenraum oder an Fingern, überall dort wo kleinere, diffizilere Stellen zu versorgen sind.

Als Applikationsmaterialien zur ersten Kühlung und handdosierten Kompression eignen sich sehr gut verschiedene Schwämme, am besten zwei mit unterschiedlicher Farbe (für Gesicht und Rumpf oder Extremitäten) und im Anschluss zwei weitere Schwämme als Versorgung im Kompressionsverband. Alternativ kann man für den Kompressionsverband auch Formteile aus Schaumstoff benutzen, die man individuell zurechtschneiden und den Größenverhältnissen (Sprunggelenk, Oberschenkel, Schulter oder Rumpf) der zu komprimierenden Region anpassen kann.

Bei Hallensportarten (der Boden darf hier nicht nass werden) kommt noch ein weiteres Applikationsmaterial zur ersten  Kühlung zum Einsatz. Die sogenannte Eisblase/ -beutel oder verschieden große Kältepacks. Die anschließende Kompressionsbandagierung  verläuft dann wie unten  beschrieben ab.

Zur Befestigung des Kompressionsmateriales und durch ihre hervorragenden Elastizität, eigenen sich besonders gut quer und längselastische Kurzzugbinde, die mit adäquaten und gleichmäßigem Druck gewickelt werden. Hier empfehlen sich Kornehren- oder Gelenkverbände, bestens aus  1. Hilfe-Kursen  bekannt.

Die Schwämme, Formteile und Kurzzugbinden belässt man vor der Anwendung in der Eisbox im Eiswasser, damit sie gut gekühlt und komplett feucht angelegt werden können. Für den Zeitraum der Kompressionsanlage ca. 20-25 Minuten wird der Verband immer wieder gekühlt, der Verband von außen mit Eiswasser feucht gehalten.  Nach der beschriebenen Zeit wird der Verband entfernt, so dass die verletzte Region wieder besser durchblutet wird und der schon begonnene natürliche Heilungsprozess nicht zu empfindlich gestört wird. Nach wiedererlangter guter Durchblutung – rosige Hautfarbe – legt man erneut die kühlende Kompressionsbandagierung an. Diesen Vorgang kann man im Idealfall  bis zu 3-4 Mal wiederholen.

Die Kompression sollte bestenfalls auch dann noch angelegt bleiben, bis…

… der Sportler falls nötig zur weiteren Versorgung dem Notarzt und/oder Sanitäter übergeben wird.

… der Sportler in ein Krankenhaus abtransportiert wird.

… der Sportler in der Kabine weiterversorgt werden kann.

Christian Pessel

Physiotherapeut & Sportphysiotherapeut des DOSB

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