Regionalliga Bayern: Viktoria Aschaffenburg lässt sich vom FC Memmingen düpieren

Die Vorzeichen standen nach dem jüngsten Auswärtsdreier in Eltersdorf nicht schlecht. Mittels eines Heimsieges am 9. Spieltag der Regionalliga Bayern gegen die bislang nicht durch besondere Offensivstärke aufgefallene Mannschaft des FC Memmingen hätte der SVA sich in der oberen Tabellenhälfte etablieren können. Doch nach 90 Minuten stand unter dem Strich die dritte Heimniederlage der Saison. Die 0:2-Pleite war dabei weniger dem kreuzbraven, biederen Gegner geschuldet, als vielmehr der Tatsache, dass der SVA nie die Bindung zum Spiel fand, die noch den Auftritt in Eltersdorf ausgezeichnet hatte.

Vor 663 Zuschauern im Stadion am Schönbusch begannen beide Teams sehr zurückhaltend, und eine gute Weile passierte gar nichts. Adnan Murtic sorgte in der 23. Minute erstmals für Gefahr vor dem Memminger Gehäuse, als er aus dem Lauf heraus einen Flatterball Richtung FCM-Torwart Tobias Kirchenmaier schickte, den dieser nur abklatschen konnte, vor die Füße von Matthias Fries, der den Nachschuss in Rücklage über das Tor drosch. Nach Pass von Patrick Amrhein frei auf Kirchenmaier zulaufend vergab Murtic in der 42. Minute eine weitere „Hundertprozentige“. Die Memminger hatten ihrerseits aus dem Spiel heraus einige „halbe“ Chancen, bewiesen aber bei diesen Gelegenheiten einmal mehr, dass sie das Schießpulver nicht gerade erfunden haben. Ricardo Döbert wurde vor keine ernsthafte Bewährungsprobe gestellt.

Wer nun geglaubt hatte, die Viktoria würde nach dem Seitenwechsel mit der gebotenen höheren Aggressivität zu Werke gehen, der sah sich zunächst getäuscht. Lediglich Fries prüfte in der 53. Minute mit einem sehenswerten Fernschuss den Memminger Torwart. Coach Abbruzzese reagierte und brachte den von den Fans geforderten Giulio Fiordellisi für Amrhein, um den Druck zu erhöhen . Dazu sollte es jedoch zunächst nicht kommen, denn in der 63. Minute rächte sich einer der vielen unnötigen Ballverluste des SVA im Mittelfeld, als Memmingen erstmals konsequent agierte und der steil geschickte Burak Tastan das Leder unhaltbar für Ricardo Döbert einschob. Keine fünf  Minuten später – inzwischen war Fnan Tewelde für Sebastian Saufhaus gekommen – besiegelte eine Standardsituation die Niederlage. Nach einem Eckball kam Alexander Hack völlig unbedrängt zum Kopfball und ließ sich diese Chance nicht entgehen.

Es folgte die mittlerweile obligatorische Aufholjagd des SVA im heimischen Stadion. Bei optimaler Chancenauswertung hätte sogar noch ein Remis herausspringen können, wäre Giulio Fiordellisi in der 71. und 80. Minute nicht bei seinen zwei Großchancen an dem an diesem Tag unüberwindbaren Tobias Kirchenmaier oder seinen eigenen Nerven gescheitert.

So aber bleibt jetzt eine Woche Zeit, um die Wunden zu lecken und dann mit dem „Geist von Eltersdorf“ nach Ingolstadt zu reisen. Hier sollte man bestrebt sein, der an Überraschungen nicht armen Regionalliga-Bayern-Geschichte ein weiteres Kapitel hinzuzufügen.

Trainerstimmen:

Esad Kahric (Memmingen): „Nach den vielen Unentschieden tun die drei Punkte gut. Wir waren uns bewusst, mit Aschaffenburg auf einen sehr starken Gegner zu treffen. Die 1. Halbzeit war sehr verhalten und von Taktik geprägt. Wir hatten mehr Ballbesitz, provozierten aber durch unnötige Ballverluste und Fehlpässe Chancen des Gegners. Dem 1:0 ging ein Traumpass von Alex Hack voraus. Mit der Defensivleistung in der 2. Halbzeit war ich allerdings nicht einverstanden.“

Antonio Abbruzzese (Aschaffenburg): „Das war mal wieder ein typisches Spiel. Wir hätten heute mit einem Sieg einen Sprung nach vorne machen können, haben diese Chance aber nicht genutzt. Wir haben in beiden Hälften klare Torchancen ausgelassen. Bei den Gegentoren resultierte das 0:1 aus einem Stellungsfehler der Innenverteidigung, bei dem Eckball zum 0:2 haben wir in einer Mann-gegen-Mann-Situation geschlafen. Kurzum: Wenn du vorne nichts rein machst und hinten kapitale Fehler begehst, dann wird es schwer, Spiele zu gewinnen.“

Viktoria Aschaffenburg: Ricardo Döbert – Joseph Mensah – Markus Brüdigam – Mathias Fries – Markus Horr – Simon Schmidt – Marcello Fiorentini – Adnan Murtic – Daniel Cheron (80. Murat Sejdovic) – Sebastian Saufhaus (65. Fnan Tewelde) – Patrick Amrhein (56. Giulio Fiordellisi)

FC Memmingen: Tobias Kirchenmaier – Edgar Weiler – Harald Holzapfel – Matthias Bader – Stefan Heger – Sebastian Bonfert – Burak Tastan (87. Burhan Yilmaz) – Jannik Keller – Alexander Hack (76. Florian Makoru) – Raffael Friedrich (82. Marvin Länge) – Dennis Wassermann

Tore: 0:1 Burak Tastan (63.), 0:2 Alexander Hack (68.)

Schiedsrichter: Thomas Berg

Gelbe Karten: Fiordellisi – Holzapfel

Zuschauer: 663

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