Hessenliga: Hohe Hürde bei Top-Club

Am Samstag muss Fußball-Hessenligist TSV Steinbach zum Spitzenspiel nach Wiesbaden reisen. Beim SVW, dem Traditionsverein der Landeshauptstadt, geht es ab 14.30 Uhr um viel Prestige und ganz wichtige Punkte für beide Mannschaften.
TSV-Trainer Peter Cestonaro sieht die Begegnung gewohnt bodenständig: „Der SV Wiesbaden ist ein stark besetzter und motivierter Gegner, der mit Sicherheit zeigen will, dass er zur Spitze der Liga gehört. Es wird eine schwierige Aufgabe für meine Mannschaft, aber wir brauchen nicht nervös zu werden. Bisher war es eine sehr gute Runde für uns. Das ändert sich jetzt nicht, nur weil wir ein Spiel unentschieden gespielt haben. Es geht immer mal wieder Auf und Ab. Wir können also ohne Druck nach Wiesbaden fahren und gemeinsam daran arbeiten, dass wir auch noch die letzten beiden Spiele in diesem Kalender-Jahr positiv bestreiten.“
Der TSV Steinbach hat am letzten Wochenende im neunten Heim-Auftritt die ersten Zähler abgegeben. Die Gäste aus Oberrad hatten in der 85. Minute nach einem Freistoß ausgeglichen und letztendlich verdient mit einem 2:2-Remis die Heimreise angetreten. In der Hinrunde der Hessenliga-Saison hat der SV Wiesbaden dies im SIBRE-Sportpark nicht geschafft. Es war das Spitzenspiel zweier punktgleicher Teams, von denen das eine neu in der Liga angekommen und das andere der absolute Aufstiegs-Favorit war. Beim 2:0-Erfolg des TSV Steinbach über die Mannschaft von Trainer Djuradj Vasic traf TSV-Kapitän Pierre Bellinghausen bereits in der Anfangs-Phase. Arthur Tomas machte dann spät den Sack zu. Wenn Schiedsrichter Volker Höpp das Rückspiel der beiden Vereine anpfeift, dann hat sich viel getan. Der TSV Steinbach liegt auf dem ersten Platz und hat sich einen Vorsprung von 14 Punkten auf den SV Wiesbaden erarbeitet, der den vierten Rang belegt.
Hinspiel-Torschütze Pierre Bellinghausen hat sich viel vorgenommen: „Wir wollen an die Leistung aus dem Hinspiel anknüpfen. Schaffen wir das, dann können wir auch was aus Wiesbaden mitnehmen. Wir wissen aber auch, dass es eine schwere Aufgabe wird – nur wir sind Tabellenführer und so wollen wir auch auftreten!“ Der TSV-Kapitän gibt auch die Marschrute für den Jahres-Endspurt heraus: „Die beiden letzten Spiele müssen wir nochmal alles geben, dann haben wir genug Zeit um uns auszuruhen!“
Mit Sven Baldus (Hand-OP) und Daniel Wadolowski (Knieprobleme) fehlen Peter Cestonaro zwei Spieler seines Kaders verletzungsbedingt. Sebastian Schneider wird nach seiner langen Verletzungspause weiterhin in der 2. Mannschaft aufgebaut. Die Heim-Elf kann hingegen aktuell aus dem vollen Schöpfen.
Beim SV Wiesbaden hat der Hauptsponsor seinen Abschied für den Sommer angekündigt. Seitdem kämpft der Verein hinter den Kulissen um die neue sportliche Ausrichtung ab Sommer 2015, welche im Dezember endgültig geklärt sein soll. Die Mannschaft hat die Situation gut verarbeitet und eine starke Serie hingelegt. Im Hessenpokal hat Wiesbaden sehr gut gegen Kickers Offenbach aufgespielt. Die denkbare knappe 0:1-Niederlage wurde lediglich durch einen Strafstoß besiegelt. Aber Bahssou, Sascha Amstätter, Fabian Broghammer und Co. leisteten sich am letzten Spieltag eine vollkommen überraschende Auswärts-Niederlage beim FC Ederbergland (0:1). Dadurch verlor der SVW vorerst den zweiten Platz an die Bayern aus Alzenau, die aber ebenfalls nur Platzhalter für RW Hadamar sein dürften. Die Reitz-Truppe hat noch zwei Spiele Rückstand und kann sich so auf sechs Punkte vor Wiesbaden und acht Zähler hinter Steinbach verbessern. Findet sich ein Konzept in Wiesbaden, das den Anspruch Regionalliga weiter am Leben hält, dann muss der Sportverein im Stadion, dass nach Ex-Bundestrainer Helmut Schön benannt ist, dreifach gegen den Spitzenreiter punkten. Im letzten Vergleich der beiden Teams in der Landeshauptstadt, damals noch zu Verbandsliga-Zeiten, gelang dem SVW ein 1:0-Erfolg gegen den TSV.

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