Regionalliga Bayern: Wie das halbe Stadion die Tore des SV Viktoria A’burg verpasste

Die 45. Minute war am Samstag die Minute des SV Viktoria A’burg! Im Heimspiel gegen den FC Augsburg II reichte den Schönbusch-Kickern eine geniale Minute, um zwei Tore zu schießen, den Sieg einzufahren und den zweiten Heimerfolg bejubeln zu können. Die Mannschaft von Trainer Antonio Abbruzzese gewann am Ende mit 2:1.

Über die Hälfte der fast 650 Zuschauer im Stadion am Schönbusch haben die Entscheidung am vierten Spieltag verpasst. Nach 44 mehr als trostlosen Spielminuten hatten sie sich auf den Weg Richtung Würstchenbude gemacht. Das sommerliche Gekicke machte durstig, in der letzten Minute vor der Pause würde doch sicher nicht plötzlich etwas passieren… Doch in der Zeit als also etwa 350 Zuschauer an den Essens- und Getränkeständen anstanden, hörten sie zweimal den Torjingle, der im Stadion abgespielt wurde. Zweimal hatte ihre Viktoria den bis dahin beschäftigungslosen Augsburger Schlussmann Ioannis Gelios überwunden. Erst schickte Simon Schmidt seinen Stürmer Giulio Fiordellisi mustergültig auf die Reise, der eiskalt einschoss, dann legte Patrick Amrhein uneigennützig für Daniel Cheron auf. Die verbliebenen 300 Fans im Stadion beklatschten Cherons Handstandüberschlag und plötzlich war die Viktoria-Welt nach zwei Niederlagen wieder vollends in Ordnung. Und das alles in 60 Sekunden, die die meisten Anhänger verpasst hatten.

Da konnte Augsburgs Trainer Dieter Märkle nach dem Spiel nur noch von „Fußball paradox“ sprechen und sein Gegenüber Abbruzzese das dankend annehmen: „Wenn das Fußball paradox sein soll, dann gerne immer wieder.“ Denn nach der Pause fielen alle 22 Akteure auf dem Rasen wieder in den Trott der ersten 44 Minuten und so sah es bis fünf Minuten vor dem Abpfiff nach einem sicheren Heimsieg für den SVA aus. Augsburg blieb vor dem Tor zu ungefährlich, die Viktoria konterte unterirdisch. Plötzlich wurde Aschaffenburgs Abwehr-Riese Joe Mensah fünf Meter vor dem eigenen Tor angeköpft. Der Ball berührte seine Hand und so entschied Schiedsrichter Florian Badstübner auf Handelfmeter, den FCA-Goalgetter Maximilian Löw sicher verwandelte. So erlebten die 350 Zuschauer, die die beiden Viktoria-Treffer verpasst hatten wenigstens noch fünf spannungsgeladene Minuten. Doch der Bundesliga-Reserve aus Augsburg gelang keine richtig gefährliche Aktion mehr und den Viktorianern fielen hörbar die Steine von den Schultern. „Was heute zählt, sind einzig und allein die drei Punkte“, freute sich Abbruzzese und gab seinen Kickern den Sonntag trainingsfrei. Ab Montag stellt er seine Kicker auf das nächste Heimspiel am Mittwoch um 18.30 Uhr gegen die Spvgg Bayern Hof ein.

Aschaffenburg: Ricardo Döbert – Michael Ulbricht (66. Markus Wosiek), Joe Mensah, Markus Brüdigam, Matthias Fries – Nico Koukalias (53. Zubayr Amiri), Simon Schmidt, Marcello Fiorentini, Daniel Cheron – Patrick Amrhein – Giulio Fiordellisi (77. Adnan Murtic)

Augsburg II: Ioannis Gelios – Pablo Pigl, Tim Rieder, Johannes Nießner, Dominic Peitz – Benjamin Wilhelm (74. Markus Niedermann), Johannes Müller (60. Stefan Prunitsch), Tim Uhde (59. Thomas Steinherr), Moritz Nebel – Demir Mustic, Maximilian Löw

Tore: 1:0 Fiordellisi (45.), 2:0 Cheron (45.), 2:1 Löw (FE/85.)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 645

Gelbe Karten: Ulbricht – Pigl, Peitz (Augsburg)

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