Reha nach Knieverletzung! – Wie sollte ich vorgehen?

Ganz egal, welche Knieverletzung der Betroffen hat – zuerst ist Schonung angesagt. Das Knie muss nach dem Unfall bzw. nach der Operation (etwa bei einer vorderen Kreuzbandplastik nach einem Kreuzbandriss) entlastet bzw. hochgelagert werden. Des Weiteren ist es wichtig, dass das Gelenk gekühlt wird, sodass keine Entzündungsvorgänge auftreten und der Regenerationsvorgang nicht behindert wird. Erst wenn das Gelenk belastbar ist, kann der Patient mit etwaigen Rehabilitations-Maßnahmen starten.

Die Vorbereitung

Bevor das Training gestartet wird, muss das Gelenk einigermaßen beweglich bzw. wieder hergestellt sein. Jedoch ist eine komplette Heilung nicht notwendig, sodass sehr wohl noch diverse „Probleme“ da sein dürfen. Schlussendlich checkt man deshalb in eine Klinik ein und nimmt an einer Reha teil, dass man wieder zu 100 Prozent fit wird. Vorwiegend richtet sich die Trainingsintensität nach der Verletzung sowie der noch bestehenden Schäden und Probleme. Die erste Trainingsphase nennt sich dahingehend MTT – das ist die medizinische Trainingstherapie. Diese Phase gilt als Beginn der Reha, kann aber auch noch direkt ambulant in der Klinik starten. Vorweg: das Anfangstraining ist nicht schön. Viele Patienten klagen über starke Schmerzen bzw. sind unsicher, wie weit sie gehen können. Hier gilt, dass man selbst in sich hineinhören kann bzw. nur so weit geht, wie es der Schmerz und die Beweglichkeit zulassen. Manche Patienten brauchen länger, manche hingegen weniger Zeit. Wichtig ist nur, dass am Ende der Rehamaßnahme das Gelenk wieder zu 100 Prozent beweglich und belastbar ist.

Das Wasser hilft

Die Reha beginnt mit Unterwasserübungen. Das Bewegungsbad gilt als absolute Wunderwaffe bei Knieverletzungen und deren Rehabilitation. Der Patient hat im Wasser die Möglichkeit, dass er „normal gehen“ kann bzw. diverse Bewegungen und Übungen schmerzfrei bzw. leichter unter Wasser absolviert. Nach diversen Unterwasserübungen und sanften Massagen, damit die Narbe – nach einer Operation – weich wird bzw. das Gelenk geschmeidig bleibt, beginnt der Patient mit dem Radfahren. Jedoch fährt der Patient ohne Kraft mit dem Rad. Wichtig ist, dass der Patient keinen übertriebenen Ehrgeiz hat – dieser hat bei den ersten Einheiten nichts zu suchen und ist kontraproduktiv. Spätestens wenn das Knie warm wird bzw. anschwillt, sollte mit dem Training sofort aufgehört werden.

Mit verschiedenen Trainingsgeräten zum Erfolg

So auch bei dem Training mit dem Crosstrainer. Dieses Trainingsgerät ist eine beliebte Methode nach Knieverletzungen, wobei das Gerät erst relativ spät zum Einsatz kommt. Vor allem deshalb, weil hier der Patient schon relativ viel Kraft benötigt bzw. die Gefahr besteht, dass er das Knie überanstrengt. Aus diesem Grund wird im Vorfeld das Laufband aktiviert. Bei einer Steigung bis höchstens 15 Prozent beginnt der Patient mit einem zügigen Tempo. Absolviert der Patient das Laufband-Training gut bzw. sind erste Erfolge sichtbar, kommt das Krafttraining zum Einsatz. Wer beim Krafttraining ist, kann mitunter auch den Crosstrainer verwenden. Wobei auch nach dem absolvierten Lauftraining Vorsicht geboten ist, damit das Gelenk nicht überanstrengt wird.
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Die letzte Phase der Behandlung

Das Krafttraining wird dahingehend absolviert, da durch die Verletzung der Oberschenkelumfang abgenommen hat. Die Muskulatur bildet sich relativ rasch zurück und muss in der Klinik wieder aufgebaut werden. Wer das Training ernst nimmt und intensiv 30 Minuten pro Tag arbeitet, kann mitunter pro Tag rund 0,5 Millimeter Zuwachs an Muskeln am Oberschenkel feststellen. Weitere Maßnahmen, damit das Knie wieder zu 100 Prozent fit wird, sind Massagen, Elektrotherapien sowie auch Lymphdrainagen.

Der Sport im alltäglichen Leben

Nachdem die Reha relativ schnell dafür sorgt, dass das Kniegelenk wieder gut belastbar ist, folgt die nächste Phase des Trainings. Denn zuerst kümmert man sich die Reha dahingehend, dass das Gelenk wieder belastet werden kann bzw. der Patient wieder zu 100 Prozent (oder sagen wir 90 Prozent) mobil ist. Es fehlen jedoch noch seine Kraft, die Koordination sowie auch die Ausdauer für das tägliche Leben. Aus diesem Grund muss das sportspezifische Training – auch nicht selten nach der Rehabilitation – daheim fortgesetzt werden. Wichtig ist, dass der Patient – so schnell wie möglich – seine alten Werte wieder erreicht. Somit ist es für den Patienten wichtig, dass er den Zustand vor seiner Verletzung bzw. Operation kennt bzw. gekannt hat, damit er weiß, welches Ziel er sich zu setzen hat. Vorwiegend zählt in erster Linie die Ausdauer. Ausdauersport ist – auch nach einem Kreuzbandriss – das wesentlichste Merkmal einer Rehabilitationsmaßnahme bei Knieverletzungen und wird bzw. muss auch noch im privaten Rahmen weitergeführt werden.

Das Ende des Trainings

Wichtig ist, dass nach den Trainingseinheiten und Programm der komplette Einstieg in das normale Leben wieder möglich. Das bedeutet, dass auch die Rückkehr in den Sport – ganz egal, um welche Sportart es sich handelt – wieder gegeben ist. Vor allem Kreuzbandverletzungen dauern relativ lange, sodass auch die dementsprechende Rehamaßnahme mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Wichtig ist, dass der Patient sein Knie durchaus belastet, aber nicht überanstrengt. Nur so wird er wieder seinen Weg zurück finden. Durchschnittlich dauern Knieverletzungen – von der Entstehung bzw. von der Reparatur des Gelenks bis zur vollständigen Heilung – zwischen 2 Monate und einem Jahr.

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