Muskelverletzungen: was tun, wann kann ich wieder spielen?

Die häufigste Verletzung bei einem Sportler ist eine Muskelverletzung, 20% aller Sportler erleiden jährlich eine Muskelverletzung. Die Palette der Verletzungen reicht von Überlastungsschäden bis zum Muskelriss. Der Mensch besitzt 639 Muskeln die ca. 45% des Körpergewichtes ausmachen. Eine Muskelverletzung ist häufig eine Kombination aus mehreren der folgenden Komponenten: schlechter Trainingszustand, fehlendes Aufwärmen, Ermüdung, Unterkühlung, Elektrolytstörung, Belastungswechsel und ungeeignete Ausrüstung. Die Bewegungsmuster stimmen nicht mehr, oft schon in vorausgegangenen Trainingseinheiten oder im Aufwärmprogramm.

Der Muskelkater/Die Muskelzerrung

Der bekannteste Überlastungsschaden ist der Muskelkater. Hierbei kommt es zu Mikroverletzungen, welche eine Entzündungssymptomatik provozieren. Der Muskelkater setzt meistens erst einige Stunden nach der Trainingsbelastung ein oder am nächsten Tag. Muskelkater setzt nach überwiegend exzentrischen Belastungsformen ein oder nach neuen Bewegungselementen und Koordinationsübungen. Therapeutisch sind eine initiale Eisbehandlung, sowie leichtes Bewegungstraining bewährt. Die oft in der Vorbereitungsphase auftretende Muskelzerrung ist häufig ein Folgeschaden einer überlasteten Muskelgruppe: ein plötzlicher Schmerz, der noch die sportliche Betätigung zulässt aber ein deutliches Missempfinden in der Muskulatur hinterlässt. Das Training oder Spiel sollte abgebrochen werden, da sonst ein Muskelriss droht. Es lässt sich eine verminderte Dehnbarkeit feststellen, aber keine Muskellücke oder ein Hämatom tasten. Es sollte sofort ein Kompressionsverband mit Eiswasser angelegt werden, nach dem Duschen dann ein komprimierender Salbenverband und die Einnahme eines Antiphlogistikums (Diclo oder Ibu). Ab dem ersten Tag kann mit Dehnungstechniken, Strombehandlung oder detonisierenden Massagen ober- und unterhalb der verletzen Muskulatur gearbeitet werden. Ab dem zweiten oder dritten Tag kann mit Ergometer oder Lauftraining im schmerzfreien Bereich begonnen werden. Ein Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb kann ebenfalls rasch erfolgen, in Abhängigkeit der Restbeschwerden und einer Unfallchirurgischen Beurteilung mit ev. sonographischer Kontrolle zum Ausschluss eines Muskelrisses.

Der Muskelfaserriss

Der Faserriss ist durch ein plötzliches, punktuell bestimmbares Schmerzereignis gekennzeichnet. Eine Muskellückelücke ist in der Regel nicht tastbar auch sonographisch ist ein Faseriss oft schwer bestimmbar.

Der Muskelbündelriss

Bei einem Bündelriss kommt es zu einer Einblutung. Bei oberflächlichen Muskelgruppen ist eine Muskellücke tastbar und meist nach einigen Tagen ein Hämatom am Sehnenansatz des Muskels sichtbar. Hier kommt es zu einer massiven Freisetzung von Entzündungsmediatoren, die zu einer Tonuserhöhung der angrenzenden Muskulatur führen. Eine Therapie muss sofort einsetzten. Das Ziel muss sein, das sich bildende Hämatom so klein wie möglich zu halten. Dies gelingt am besten durch Kompression und Kühlung. Also, immer Eiswasser und etwas zum Wickeln dabeihaben. Eine Kompression sollte für drei Stunden erfolgen, dann ist die Blutungsquelle komprimiert. Anschließend empfiehlt sich die Anlage eines Salbenverbandes und das Hochlagern, wenn möglich Entlastung (Stöcke) und kein Alkohol und nicht rauchen. Am nächsten Tag kann mit Physiotherapie und Lymphdrainage begonnen werden begleitet von einem Antiphlogistikum und weiteren entlastenden Verbänden. Ab dem 3. bis 5. Tag kann eine Infiltrationstherapie mit pflanzlichen Extrakten (Zeel, Traumeel) begonnen werden. Eine weitere Methode ist die Infiltraion mit ACP (Autolog Conditioniertem Plasma), hierzu  wird Blut abgenommen und das zentrifugierte Plasma dann in die Verletzung gespritzt, es kommt hierbei zu einer Reduzierung der Entzündungsmediatoren und Erhöhung der zur Muskelheilung benötigten Thrombozyten. Ab Schmerzfreiheit kann mit Trainingstherapie und weiteren detonisierenden Maßnahmen der angrenzenden Muskulatur begonnen werden. Nach 14 Tagen kann bei Schmerzfreiheit mit steigender Belastung trainiert und nach der Trainingseinheit mit regenerativen Übungen nach Stretching begonnen werden. In der anschließenden Phase sollten die physiotherapeutischen Maßnahmen fortgesetzt werden sowie ein Wiedereinstieg in den normalen Trainingsablauf erfolgen.

Die Muskelprellung

Eine Muskelverletzung mit Gegner ist die Muskelprellung, auch hier glit Kompression und Kühlung sowie die Einnahme von Antiphlogistika. Eine Belastungspause von ca. 3 Tagen sollte eingehalten werden, eine anschließende Belastungsaufnahme sollte im schmerzfreien Bereich erfolgen. Massagen der verletzten Muskelgruppe sollten zwingend vermieden werden, da es dadurch zum Auftreten von Muskelverkalkungen kommen kann.

Eine entspannte Sommerpause und einen guten Start in die Vorbereitung

wünscht

Dr.med. Alexander Bruder

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren!

1 Kommentar von "Muskelverletzungen: was tun, wann kann ich wieder spielen?"

  1. John Frazier's Gravatar John Frazier
    19. Juni 2012 - 20:50 | Permalink

    Dr.Bruder is ein richtig guter Arzt und Mensch er hat mich jetzt schon 2 Mal an meinem rechten Knie Operiert er weiß was er tut und ich dank ihm immer noch :D

Schreibe einen Kommentar