Verbandsliga Süd: Interview Savas Yasaroglu (Ex-Trainer Türkgücü Friedberg)

Nach dreieinhalb Jahren trennten sich am vergangenen Wochenende überraschender Weise die Wege von Savas Yasaroglu und seinem Verein Türkgücü Friedberg aus der Verbandsliga Süd. Dorthin hatte der Trainer die Wetterauer aus der Kreisoberliga im Durchmarsch innerhalb von kürzester Zeit geführt. Nach Platz elf in der abgelaufenen Spielzeit scheint der Verein für 2014/15 nun neue Ideen mit Ibrahim Uyanik entwickelt zu haben. Darüber und über viele, weitere interessante Fakten zum Thema Fußball in Friedberg unterhielt sich der Mittelkreis mit dem Ex-Coach von Türkgücü, Savas Yasaroglu.

Mittelkreis: Savas, stimmt es, dass der Verein Türkgücü Friedberg und Du im Mai noch eine Einigung für die kommende Saison erzielt hattet, und es nun doch zur Trennung kam?Was wurde bei der Verlängerung genau besprochen?

Savas Yasaroglu:Ja, es stimmt. Es stand ja auch offiziell Anfang Mai in der Presse, dass ich auch in der Saison 2014/15 Türkgücü Friedberg trainieren werde. Der zweite Präsident, Herr Genc hatte gesagt, dass wir die Vertragsverlängerung schriftlich machen sollten. Ich habe daraufhin geantwortet, dass das mündlich gesprochene Wort für mich wichtiger ist, als ein Stück Papier!

Mittelkreis: Wie erklärst Du Dir dann jetzt diese Kehrtwende in der Vereinspolitik?

Savas Yasaroglu:Ehrlich gesagt, weiss ich es nicht. Ich habe jetzt im Nachhinein mitbekommen, dass zwei neue Sponsoren mich als Trainer nicht mehr wollten. Aber der Verein auf die Sponsoren angewiesen ist!

Mittelkreis: Wenn der Vorstand/Präsident glaubt, dass es trotz Deines Aufstiegs und Platz elf in der abgelaufenen Saison ohne Dich besser laufen könnte, wie erklärst Du Dir das und auch den Mittelkreis-Lesern?

Savas Yasaroglu:Wie gesagt: Ich denke, es hat etwas mit den Sponsoren zu tun, die automatisch finanziell den Verein stärken. Ich persönlich gehe erhobenen Hauptes. Ich denke sportlich kann man mich nicht angreifen. Man hat sich bei mir bedankt für die drei Jahre und sechs Monate. Wir haben alles erreicht. Ich habe die Mannschaft in der Kreisoberliga auf Tabellenplatz acht übernommen und bin dann zwei Jahre hintereinander aufgestiegen. Das erste Jahr in der Verbandsliga haben wir nun auf Rang 11 als Aufsteiger abgeschlossen. Außerdem Kreispokal und Hallenkreismeisterschaft gewonnen. Mehr kann man nicht erreichen! Klar gab es in meiner Amtszeit auch mal zwischenmenschliche Probleme mit dem Vorstand und Spielern. Aber das ist doch auch normal!

Mittelkreis: Deine Enttäuschung dürfte relativ groß sein, bedenkt man den ungünstigen Moment dieser Entscheidung. Wie stellt sich Deine Situation nun dar?

Savas Yasaroglu:Ja meine Enttäuschung ist am tiefsten Punkt. Ich muss das erst einmal verdauen. Die Mannschaft und ich haben uns die Erfolge unter diesen schweren Bedingungen sehr hart erarbeitet. Ich ziehe vor jedem Spieler den Hut. Was sie hier geleistet haben, war top.

Mittelkreis: Was glaubst Du, kann Türkgücü Friedberg mit Ibrahim Uyanik erreichen. Kennst Du Deinen Nachfolger ?

Savas Yasaroglu:Zu analysieren, was Herr Uyanik erreichen kann, liegt nicht im meinem Ermessen. Ich kenne meinen Nachfolger. Bis Montag waren wir noch Freunde! Mein Bruder und ich haben uns für ihn stark gemacht, damit er Sportlicher Leiter wird. Jetzt ist er mein Nachfolger geworden!

Mittelkreis: Wie sehen Deine Pläne für die fußballerische Zukunft aus?

Savas Yasaroglu:Ich weiß nicht, wie meine fußballerische Zukunft aussehen wird. Aber die Leidenschaft zum Fußball kann mir keiner nehmen. Ich werde jetzt erstmal Kraft tanken und dann warten und hoffen, dass ich neue Herausforderungen annehmen kann. Ich bin Realist: Alle Vereine haben ihre Trainer für die neue Saison, also muss ich erstmal eine Zeit lang warten. Bis dahin werde ich natürlich versuchen, mich weiter zu entwickeln! Auch wenn ich gehen musste, möchte ich mich für meine Amtszeit beim Vorstand von Türkgücü Friedberg – ausdrücklich bei Herrn Kaplan –  bedanken! Und natürlich auch nochmal ein Dank an meine ehemaligen Spieler!!!

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