Verbandsliga Süd: Interview Benny Sachs (neuer Trainer RW Frankfurt)

Nachdem Benny Sachs und der Frankfurter Traditionsverein sich vergangenen Winter in beidseitigem Einvernehmen trennten und RW Frankfurt unter Sasan Tabib den Abstieg aus der Hessenliga trotzdem nicht verhindern konnte, kehrt Sachs nach einem halben Jahr Abstinenz zurück ans Brentano-Bad. Der Mittelkreis unterhielt sich mit dem alten, neuen Trainer des Frankfurter Verbandsligisten.Mittelkreis: Herr Sachs, wie haben Sie den Verein RW Frankfurt im Winter verlassen und in welchem Zustand finden sie RW Frankfurt nun nach einem halben Jahr nach dem Abstieg wieder vor?

Sachs: Ich war vor der Trennung 6,5 Jahre bei Rotweiss, und habe dort unter anderem schon im Jugendbereich trainiert. Die Trennung erfolgte dann, weil sich beide Seiten verändern wollten. Rückblickend war das erste halbe Jahr der vergangenen Saison eine schwere Zeit. Letzten Sommer ist der Hauptsponsor abgesprungen und wir hatten eine Mannschaft, die sehr jung war. Trotzdem war eine gute Entwicklung zu erkennen. Nach einem 0:9 gegen Eintracht Stadtallendorf gab es dann aber nichts mehr zu argumentieren.

Im Winter wurden dann fünf Spieler hinzugewonnen, die der Mannschaft weiterhalfen. Abdelkader Jellouli, Osman Hussain und Ljubisa Gavric sind schon echte Verstärkungen. Momentan ist es aber so, dass ich noch gar keine Mannschaft vorgefunden habe. Es gibt Spieler die bleiben wollen, Spieler die weg wollen. Die Sondierungsgespräche laufen.

Mittelkreis: Was hat Sie nach der Trennung dazu bewogen, schon nach einem halben Jahr zurück zu kehren?

Sachs: Das neue Präsidium mit Ottmar Klaus als Ersten Vorsitzenden. Es gibt hier neue Visionen und ein neues Konzept. Vom Potential her ist RW Frankfurt ein großer Verein. Auch wenn die Außendarstellung teilweise schlecht ist, liegt es immer an den Menschen im Verein, dies zu ändern. Ich bin der vollen Überzeugung, dass man hier noch einiges bewegen kann.

Mittelkreis: Wie ist es ihnen in dem letzten halben Jahr ergangen? Einen Trainerjob hatten Sie in der Zeit bekanntlich nicht…

Sachs: Ich habe das letzte halbe Jahr trotzdem intensiv zur Weiterbildung genutzt. Ich war in Bremen und habe die Zeit dort bei Marko Marin verbracht. Für ihn habe ich individuelle Videoanalysen gemacht und seine Gegenspieler bei Werder Bremen genauestens unter die Lupe genommen, um ihn auf die anstehenden Bundesliga-Partien vorzubereiten. Da sichtet man beispielsweise schon mal 40 Stunden Videomaterial über Hertha BSC Berlin. Außerdem habe ich einige Zusatzqualifikationen beim Bund Deutscher Fußballlehrer erworben.

Mittelkreis: Zuletzt wurde gemutmaßt, dass es nach dem Abstieg bei RW Frankfurt gar nicht weiter geht! Was sagen Sie zu solchen Gerüchten?

Sachs: Über den Verein wird nach außen hin noch nicht so gut kommuniziert wie es sein sollte. Das Problem war, dass nach frühen Rücktritt von Gaetano Patella quasi kein Präsident im Amt war. Da brodelt natürlich die Gerüchteküche. Der neue Präsident, Ottmar Klaus ist aber sehr engagiert und plant akribisch die Zukunft. Er sucht und findet neue Sponsoren etc…

Mittelkreis: Wie weit sind die personellen Planungen für die kommende Saison schon fortgeschritten?

Sachs: Turgay Akbulut ist entgegen anderslautender Gerüchte noch nicht weg von RW Frankfurt. Er hat ein Angebot vom FC Eddersheim und eins von uns. Generell pokern die Spieler natürlich. Dennis Fromm und Patrick Gürser haben schon zugesagt. Es laufen viele Gespräche. Wir wollen einen kompletten Neuanfang. Das ist momentan ein Full-Time-Job. Was andere Vereine in einem halben Jahr machen, machen wir in vier Wochen. Wir haben eine Liste von 120 Spielern, die fußballerisch, menschlich und finanziell ins Anforderungsprofil passen müssen.

Mittelkreis: Wenn Sie von „wir“ sprechen, wer ist damit außer Ihnen noch gemeint?

Sachs: Ich bin momentan Trainer und Manager. Außerdem ist der neue Präsident, Ottmar Klaus natürlich in die Planungen involviert. Günther Fromm hat als Spielausschuss-Vorsitzender gute Kontakte. Außerdem stehen wir in Verhandlungen mit Niko Arnautis als Co-Trainer und Zissis Petkanas als Sportlicher Leiter. Die beiden kennen den Verein gut. Die Verhandlungen sind aussichtsreich. Ob die beiden selbst auch nochmal aktiv

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