Verbandsliga Mitte: Viktoria Kelsterbach siegt auch im Spitzenspiel beim VfB Gießen

Herren I: VfB Gießen – Viktoria Kelsterbach 1:2 (0:1)

Die Tabellenkonstellation versprach ein echtes Spitzenspiel, welches es auch über die gesamte Dauer hinweg wurde. Der Tabellendritte VFB Gießen empfing vor knapp 300 Zuschauern den Rangzweiten Viktoria Kelsterbach zum Verfolgerduell der Verbandsliga Mitte.  Nach 95 gespielten Minuten jubelten Viktoria Spieler, Verantwortliche und mitgereiste Fans über den sechsten, mit Kreispokal eingerechnet, siebten Sieg in Serie. Im Stile einer Spitzenmannschaft agierend, gewann die Viktoria am Ende verdient mit 2:1, festigte somit Rang zwei in der Tabelle und baut damit den Vorsprung auf  Verfolger  Gießen auf satte fünf Punkte aus.

In einer ereignisreichen ersten Halbzeit auf dem tiefen Rasen waren beide Mannschaft sofort aktiv und die Gastgeber näherten sich durch Rasiejewski in Minute drei erstmalig dem Viktoria Gehäuse. Nur vier Minuten später ließ Robert Brück die Viktoria zum ersten Mal an diesem Nachmittag auf dem Gießener Waldsportplatz jubeln. Nach einer flach hereingegebenen Ecke von Kapitän Manuel May verlängerte diese Tobias Fischer und aus dem Gewühl heraus drückte Robert Brück das Spielgerät zur Führung über die Linie. Der Tabellendritte zeigte sich von dem frühen Viktoria Treffer geschockt und agierte anschließend verunsichert und ideenlos, erspielte sich keinerlei Torchancen, während die Viktoria abwartend Nadelstiche setzte. Nach zwölf gespielten Minuten hätte Philipp Langelotz eigentlich aus Viktoria Sicht auf 2:0 erhöhen müssen, doch die einzige Sturmspitze schoss aus aussichtsreicher Position weit über das Tor.

Fortan bemühte sich die Heimmannschaft, besser ins Spiel zu finden und nahm das Heft des Handels in die Hand. Zunächst wurde ein Schuss von Sven Kusebauch von der Viktoria Defensive in der 24. Minuten noch abgeblockt  und auch der Versuch  aus dem Rückraum von Hendrik Dechert 120 Sekunden später konnte abgewehrt werden. Aus dieser Spielsituation heraus startete Abwehrmann Timo Gürtler ein Solo, spielte mit Langelotz am Sechzehnmeterraum Doppelpass und scheiterte anschließend freistehend am Gießener Schlussmann Sven Mainusch. Im Gegenzug rettete Marcel Tschakert in letzter Sekunde, nachdem zuvor zwei Gießener Angreifer allein auf das Viktoria Gehäuse zugelaufen waren, jedoch die Situation nicht clever ausspielten.

Die Gastgeber drückten in einer mittlerweile offenen und ausgeglichenen Partie vermehrt auf den Ausgleichstreffer. Zunächst setzte Dechert einen Schuss knapp neben das Tor (31.), ehe Viktoria-Schlussmann Dominique Groß einen gut getretenen Freistoß von Uerkan Oezen zur Ecke parierte (37.).  180 Sekunden später fand Angreifer Kusebauch seinen Meister in  Torwart Groß.  Die letzte Möglichkeit einer spannenden und intensiven ersten Hälfte blieb der Viktoria vorbehalten: Die altbewährte und eingespielte Kombination Manuel May und Jonas Scheitza hätte unmittelbar vor dem Pausenpfiff fast für das 2:0 gesorgt. Den Flugkopfball des Letztgenannten konnte Mainusch jedoch noch um den Pfosten drehen.

Nach dem Seitenwechsel brauchten die Horst-Schützlinge einige Minuten, um wieder ins Spiel zu finden. Die Gastgeber zeigten mehr Initiative, während sich die Untermainstädter aufs Kontern beschränkten. Gießen agierte immer wieder mit hohen Bällen auf ihre großgewachsenen Angreifer Schäfer und Kusebauch, doch die Kopfbälle der beiden gingen in Minute 50. und 58. knapp über bzw. neben das Tor. Kurz zuvor hatte Viktoria Flügelflitzer Christopher Krause per Lupfer, über den zu spät aus seinem Tor kommenden Gießener Schlussmann, nur knapp das Ziel verfehlt. Des weiteren konnte ein Schuss von Marc Eichfelder in Spielminute 61 pariert werden und auch Langelotz konnte seine Gelegenheit eine Viertelstunde später nicht nutzen.

In einer rassigen und intensiven Schlussphase bewahrte Viktoria-Schlussmann Groß seine Mannschaft in Minute 77 vor dem sicheren Ausgleich, als er einen Kopfball des eingewechselten Aktas aus kurzer Distanz noch um den Pfosten drehte. Die Horst-Schützlinge nutzen nun den sich bietenden Raum zum Kontern. Nachdem ein Freistoß von Mittelfeldmann Eichfelder nicht konsequent von der Gießener Defensive geklärt werden konnte, zog Kapitän May aus zentraler Position rund 20 Meter vor dem Tor einfach ab und traf mit einem sehenswerten Sonntagsschuss unter die Latte zum umjubelten 2:0 aus Sicht der Viktoria (85.). Doch die Begegnung war keinesfalls entschieden. Die Gastgeber nutzen die kurze Unachtsamkeit der Viktoria Defensive aus und kamen durch Kusebauch 120 Sekunden vor dem regulären Ende zum Anschlusstreffer. So mussten die Untermainstädter noch einmal zittern, aber es gelang ihnen mit vereinten Kräften den Sieg über die unverhältnismäßig lange Nachspielzeit zu retten.

Nach Spielschluss jubelten Spieler, Verantwortliche und Fans ausgelassen und es hallten laute „Viktoria“ Rufe vom Spielfeld. Trainer Ralf Horst sah ein sehr gutes Spiel seiner Mannschaft, die überragend gekämpft und den Platz somit zu Recht als Sieger verlassen habe. Außerdem freute er sich über die „Vize-Herbstmeisterschaft“ und sprach von „der geilsten Mannschaft der Welt“.
Durch diesen Erfolg festigt die Mannschaft Tabellenplatz 2 mit nun 36 Punkten und einem Torverhältnis von 40:16.

Aufstellung: Groß – Tschakert, Gürtler, T. Fischer, Brück – Koustar, May, Krause, Eichfelder (85. Teske), Scheitza (82. Ruslanbekov) – Langelotz (78. Völker)

Bank: Voigt
Tore:
0:1 Brück (7.),
0:2 May (85. ),
1:2 Kusebauch (88.)
Gelbe Karten: Riske, Rasiejewski  (VFB)
Schiedsrichter: Steffen Rabe (Burgwald)
Assistenten: Lukas Kitowski, Marcel Zuncke

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