Verbandsliga Mitte: Viktoria Kelsterbach siegt auch im Derby bei der SG Oberliederbach

SG Oberliederbach – Viktoria Kelsterbach 0:3 (0:0)
„Wenn du oben stehst, gewinnst du solche Spiele“, war sich Viktoria-Coach Ralf Horst bewusst, dass sein Team trotz des am Ende klaren 3:0 Auswärtserfolges bei der SG Oberliederbach vor allem in den ersten dreißig Minuten mehrere Male das Glück auf seiner Seite hatte und durchaus in Rückstand hätte geraten können.

Die Maßnahme von SGO-Trainer Mario Jung, Viktoria-Spielmacher Manuel May in Manndeckung zu nehmen und seinem eigenen Team den Weg nach vorne zu verordnen, ging zunächst voll auf. Die Viktoria fand vor allem im Mittelfeld keinen Zugriff auf die Partie und Oberliederbach kam auf dem tiefen Rasen zu einigen guten Möglichkeiten.

Nach sieben Minuten traf Denny Piazza per Kopf den Pfosten. Zwei Minuten später vertändelte Viktoria-Keeper Dominique Groß am 16-Meterraum den Ball, um anschließend zunächst gegen Piazza und im Nachschuss gegen Nicolai Pyatt zu retten. Sechzig Sekunden später hatte Jonas Scheitza nach einer Ecke von Marc Eichfelder die erste Möglichkeit der Viktoria auf dem Kopf, doch der Ball flog über den Kasten.
Die Gastgeber blieben allerdings die spielbestimmende Mannschaft und kamen zwischen der 13. und 15. Minute zu weiteren Gelegenheiten durch Florian Müller und Lukas Göttmann. Beide scheiterten allerdings aus der Distanz an Dominique Groß. Mit Fortuna im Bunde war die Viktoria-Defensive sechs Minuten später, als Daniel Koch auf der rechten Seite durchgestartet war und quer auf Lukas Göttmann legte, der völlig frei zum Schuss kam. Timo Gürtler klärte auf der Linie per Kopf und der Nachschuss von Müller war eine sichere Beute von Schlussmann Groß. Dem hatte die Viktoria lediglich einen Distanzschuss von Oktay Tokay entgegenzusetzen, der allerdings sein Ziel verfehlte (22.).
Nach etwas mehr als einer halben Stunde reagierte das Viktoria-Trainerteam und brachte zunächst Betim Mezini für Oktay Tokay und wenig später auch noch Steven Muehl für den verletzten Marcel Tschakert, bei dem der Verdacht auf Mittelfußbruch besteht. Gute Besserung an dieser Stelle. Dafür rückte Timo Gürtler auf die rechte Abwehrseite und Robert Brück in die Innenverteidigung.
Mit Mezini kam sofort mehr Variabilität in das Viktoria-Spiel. Die besten Gelegenheiten für sein Team hatte der nunmehr in den Sturm vorgerückte Jonas Scheitza mit einem 22 Meter-Schuss, der das Gehäuse der SGO nur ganz knapp verfehlte (33.) und einem Kopfball nach Freistoß von Manuel May, den Ronny Zimmer im Tor klasse parierte (36.).

Die Viktoria kam nach dem Wechsel mit mehr Biss aus der Kabine und bei den Gastgebern schwanden langsam die Kräfte. So munkelten auch die meisten Zuschauer auf den gut besuchten Rängen, dass der erste Treffer das Derby wohl entscheiden würde.
Nach 55 Minuten bediente Christopher Krause auf der rechten Seite den durchgestarteten Manuel May, doch sein Schuss ging am langen Eck vorbei. Sechzig Sekunden später fand ein Freistoß des Kelsterbacher Spielgestalters den Kopf des kurz zuvor für den ebenfalls verletzten Jonas Scheitza gekommenen Philipp Langelotz, doch ein Treffer war dem jungen Viktoria-Angreifer noch nicht beschieden.

Daniel Koch hätte für Oberliederbach nach 71 Minuten das 1:0 erzielen können, doch der Angreifer zog knapp links am Tor vorbei und musste mit ansehen, wie die Viktoria mit dem nächsten eigenen Vorstoß einen Elfmeter zugesprochen bekam. Marc Eichfelder zog nach feinem Solo in den Strafraum, spielte zwei Gegner aus und kam zu Fall. Der Assistent hob sofort die Fahne und Schiedsrichter Alexander Hauser zeigte auf den Punkt. Kapitän Manuel May übernahm die Verantwortung und traf souverän in die linke untere Ecke zur mittlerweile nicht unverdienten Führung der Horst-Schützlinge.

Brenzlig wurde es seine Elf in der restlichen Spielzeit nur noch einmal in der 84. Minute, als Denny Piazza im Strafraum zum Schuss ansetzte, der Ball allerdings weit über das Tor flog.
Was folgte, waren zwei Viktoria-Spielzüge wie aus dem Fußball-Lehrbuch. Manuel May passte zunächst auf der rechten Seite auf Betim Mezini, der mit der Hacke zu Marc Eichfelder verlängerte und der offensive Außenspieler krönte seine gute Leistung mit dem 0:2 (87.), dem Philipp Langelotz nach einem Pass in die Gasse von Betim Mezini in der Nachspielzeit dann sogar noch den 0:3 Endstand folgen ließ.
Viktoria-Trainer Ralf Horst war nach dem zehnten Pflichtspiel-Erfolg in Serie nicht ganz zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „In der ersten Halbzeit waren wir nicht gut und konnten froh sein, dass Oberliederbach nicht in Führung gegangen ist. Nach dem Wechsel haben wir es dann besser gemacht und eine gute Leistung gezeigt. Der Sieg ist insgesamt verdient, wenn auch vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen“, so Horst, der mit seinem Team nunmehr versuchen möchte, den zweiten Tabellenplatz bis in die Winterpause halten zu können.

Zum Einsatz kamen: Dominique Groß – Marcel Tschakert (34. Steven Muehl), Timo Gürtler, Tobias Fischer, Robert Brück – Atay Koustar, Manuel May, Jonas Scheitza (54. Philipp Langelotz), Marc Eichfelder, Christopher Krause – Oktay Tokay (32. Betim Mezini).
Tore:
0:1 Manuel May (73.)
0:2 Marc Eichfelder (87.)
0:3 Philipp Langelotz (90. +2)
Gelbe Karten: Müller – Scheitza
Schiedsrichter: Alexander Hauser (Waldbrunn)
Assistenten: Malte Kirschner, Gianluca Bevilacqua

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