Hessenliga: RW Frankfurt sichert sich im entscheidenden Spiel gegen Viktoria Kelsterbach den Aufstieg in die Hesenliga

Der Spielbericht aus Kelsterbach:

Herren I: Rot-Weiss Frankfurt – Viktoria Kelsterbach 0:0

„Ihr seid die geilste Mannschaft der Welt und habt uns in dieser Saison so viel Spannung und Spaß am Fußball gebracht. Ihr hättet es sowas von verdient gehabt, jeder einzelne Spieler, jeder einzelne Trainer, Betreuer heute Abend wenigstens ein einziges Tor zu erzielen. Ihr habt heute ALLES GEGEBEN, doch es hat nicht gereicht… Aber eines habt ihr heute gewonnen: Den Respekt von vielen, vielen Fans – WIR SIND SEHR, SEHR STOLZ AUF EUCH! Macht euch eine gute Zeit auf Malle und feiert euch – ihr habt es verdient! DANKE FÜR ALLES!“.

Treffender als der Post des Schatzmeisters und Jugendleiters Ronald Kieweg kurz nach Spielende hätte man das entscheidende Aufstiegsspiel der Ersten Mannschaft von Viktoria Kelsterbach bei Rot-Weiss Frankfurt sicherlich nicht zusammenfassen können, denn am Ende konnten sich die Schützlinge von Ralf Horst zwar nicht ihren großen Traum von der Hessenliga erfüllen, haben aber doch mit ihren tollen Leistungen in dieser Saison und auch am heutigen Abend viel für ihren Verein und dessen Renommee getan.

Natürlich überwog nach dem 0:0-Unentschieden im ersten Moment bei allen Beteiligten die Trauer und Enttäuschung, doch in einigen Tagen sollten Trainerteam und Mannschaft zur Erkenntnis gelangen, dass sie trotzdem eine richtig herausragende Saison gespielt haben und stolz auf das Erreichte sein können, denn immerhin haben sie die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte gespielt und blieben in den beiden Aufstiegsspielen ungeschlagen, mussten den Gastgebern nur wegen der schlechteren Tordifferenz den Vortritt lassen.

Der Rahmen im Stadion am Brentanobad war der Bedeutung des Spiels angemessen. Rund 1.500 Zuschauer verfolgten bei besten äußeren Bedingungen das „Finale“ und feuerten ihre Teams immer wieder lautstark an. Die Jugendabteilung der Viktoria hatte sich eine tolle Choreo einfallen lassen und wäre es nach der Lautstärke und Stimmgewalt der Fans gegangen, hätte ihre Mannschaft das erlösende und aufstiegbringende Tor sicherlich erzielt.

Auf dem Platz wurde es aber erstmals im Strafraum der Viktoria gefährlich, als RW-Torjäger Varol Akgoez nach zwölf Minuten im Anschluss an eine Ecke am langen Pfosten nur knapp am Tor vorbei schoss. Auf der Gegenseite setzte Christopher Krause nach 25 Minuten Julien Antinac in Szene, doch die Defensive der Gastgeber konnte im letzten Moment klären und warf sich in den Schuss des Kelsterbacher Sturmführers, der kurze Zeit später mit ansehen musste, dass Dominique Groß das Leder vor seinem Strafraum im Zweikampf verlor. Den anschließenden Schuss der Frankfurter klärte Timo Gürtler bravourös auf der Linie. Auch in der 34. Minute war das Glück auf der Seite der Untermainstädter, als Akgoez von der Strafraumgrenze abzog, jedoch nur die Querlatte traf.

Nach dem Wechsel hatte dann die Viktoria deutlich mehr Abschlüsse. Nach 49 Minuten versuchte sich Manuel May aus der Distanz, verfehlte allerdings das Tor von Ioannis Takidis, der sich dann elf Minuten später nach einem Schuss von Dominic Machado und auch in der 70. Minute gegen Timi Mezini auszeichnen konnte.
Knapp zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit warf die Viktoria dann alles nach vorn und löste die Abwehrkette auf, doch der erlösende Treffer wollte auch bei Jonas Scheitzas Schuss aus der Drehung in der 93. Minute einfach nicht fallen, obwohl die Mannschaft bis zum Umfallen fightete, was sechzig Sekunden später Kapitän Manuel May auf dem Spielfeld symobilisierte, als er nach einem Solo bis zum gegnerischen Strafraum durchdrang, dann allerdings mit Krämpfen am Boden liegen blieb und behandelt werden musste. Letztlich hat es nicht sollen sein und so blieb es auch nach 97 Minuten und dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Timo Ide beim 0:0, was Rot-Weiss zum Aufstieg in die Hessenliga reichte.

Dennoch hat sich die Viktoria teuer und gut verkauft, blieb gegen den Zweiten der Verbandsliga Nord mit 2:1 siegreich und trotzte dem Vizemeister der Verbandsliga Süd ein Unentschieden ab. Das ist schon aller Ehren wert! Insbesondere ist am Ende dieser Saison den Viktoria-Fans ein großes Kompliment zu machen, die ihr Team toll unterstützt haben und das Spiel im Frankfurter Stadtteil Rödelheim fast zu einem Heimspiel machten.

Zum Einsatz kamen: Dominique Groß – Atay Koustar (83. Marcel Tschakert), Timo Gürtler, Tobias Fischer, Robert Brück – Manuel May, Jonas Scheitza, Dominic Machado, Marc Eichfelder (72. Philip Langelotz), Christopher Krause – Julien Antinac (60. Betim Mezini).
gelbe Karten: Mus, Flies, Freund, Pilana, Barnes (Rot-Weiss) – May, Scheitza, Brück (Viktoria)
Schiedsrichter: Timo Ide (Frielendorf-Welcherod)
Assistenten: Tim Waldinger, Markus Bengelsdorff

Schreibe einen Kommentar