Hessenpokal: Doppelschlag zerstört Steinbacher Träume – 0:3 gegen den SV Darmstadt 98

Ein Doppelschlag der Lilien beendete am Samstag in der 42. und 45. Minute den Traum des Fußball-Verbandsligisten TSV Steinbach von der Sensation gegen den SV Darmstadt 98. Vor etwa 2.000 Zuschauern zog der Drittligist verdient mit einem 3:0 Erfolg in das Viertelfinale des Hessenpokal ein.

„Wir sind gut gestartet und hätten mit etwas Fortune auch in Führung gehen können“, so TSV-Trainer zur ersten Chance seiner Mannschaft nach 180 Sekunden. Kapitän Pierre Bellinghausen hatte Hüsni Tahiri in die Gasse geschickt und dieser verzog aus spitzem Winkel denkbar knapp. „Nur wenn so ein Ball mal reingeht, hat man eine Chance, in so einem Spiel etwas zu erreichen“, stellte das Lilien-Idol ferner fest. Es dauerte gute 30 Minuten ehe Darmstadt richtig in der Begegnung war, worauf Trainer Dirk Schuster feststellte „Ich war Heute nicht mal allem einverstanden, was ich gesehen habe.  In den ersten 25 Minuten hat man keinen Klassenunterschied bemerkt. Wir haben so lange gebraucht, um uns ins Spiel hineinzubeißen.“ Das Spiel verlief in dieser Phase weitgehend ohne Torchance, aber mit hohem Tempo. Im Lager des TSV konnte man sich Hoffnungen auf ein 0:0 zur Pause machen, aber dann folgte der Doppelschlag der Lilien, quasi aus dem Nichts. Elton da Costa platzierte einen Freistoß am Pfosten des Steinbacher Tores, im Nachschuß erzielte Aytac Sulu aus dem Gewühl das 0:1. Die TSV-Mauer hatte sich bei da Costas Schuß geöffnet und den Lilien so geholfen. Drei Minuten später verunglückte dem jungen Linksverteidiger des TSV, Arthur Tomas, ein Rückpass auf Sebastian Vogl. „Der Junge ist erst 19, in seinem Alter wird er noch viel lernen“ nahm sein Trainer Arthur Tomas in Schutz. Doninik Stroh-Engel schnappte sich den Ball, legte diesen am Steinbacher Schlussmann vorbei und rannte dann geradeaus in den Keeper. Schiedsrichter Rolbetzki ahndete die Aktion mit Strafstoß und einer gelben Karte für Vogl, hatte er doch gesehen, dass Vogl die Hände zurückgezogen hatte, aber der Bundesliga-Erfahrene Stürmer einfach mit all seiner Routine den Kontakt trotzdem fand. Elton da Costa, stets bei Standards gefährlich, nutzte die Chance eiskalt zum 0:2. Es ging direkt in die Pause.

„Man kann gegen so einen Gegner drei Tore bekommen, aber nicht auf diese Weise“ bilanzierte Peter Cestonaro die Entstehung aller drei Tore. Das 0:3 ist dabei ein gutes Beispiel, was der Langenaubacher meinte. Ein Querpass von Daniel Waldrich wurde durch die SV98-Defensive einfach nur lang weg gedroschen. Sebastian Vogl signalisierte seinen Innenverteidigern Tim Acker und Sven Waldschmidt, dass er den Ball kläre. Dominik Stroh-Engel roch erneut Lunte und stand auf einmal nur noch einen Meter vor dem Schlussmann, der daraufhin Sven Waldschmidt anschoß. Der Ball kam zu „Dodo“ Stroh-Engel. Der Büblingshäuser hatte dann kein Problem das 0:3. in der 60. Minute zu erzielen.

„Wir wollten weiterkommen, das haben wir geschafft. Wir haben der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, wollt Ihr das Gefühl wie gegen Mönchengladbach wieder erleben? Jetzt brauchen wir noch drei Siege und stehen wieder im DFB-Pokal“ so SV98-Trainer Dirk Schuster. Der ehemalige A-Nationalspieler, der beim KSC auch die Europapokalzeiten mit prägte, sah im Anschluß eiinige Unkonzentriertheiten seiner Mannschaft. Dominik Stroh-Engel (64.), Aytac Sulu (76.), Julius Biada (77.), Marcel Heller (78.) oder Elton da Costa (85.) vergaben teils freistehend an Sebastian Vogl oder verzogen gänzlich.

Kurz vor Schluß hatte man beim TSV noch die Hoffnung, zumindest einmal die Tormusik abspielen zu können, aber Sven Waldschmidt konnte aus acht Metern, trotz freier Schußbahn Keeper Jan Zimmermann nicht überwinden. So bliebe es beim für Steinbach absolut achtbaren 0:3. Man hat den Dillkreis sehr gut vertreten, und hatte zuvor bereits den FV Breidenbach und den Hessenligisten FC Ederbergland aus dem Hessenpokal geworfen und in den drei Begegnungen zusammen gute 3.000 Zuschauer unterhalten!

Steinbach: Vogl – Tomas, Acker, Waldschmidt, Paul Wadolowski (65. Schmidt) – Saighani, Maser (83. Sevim), Tahiri, Bellinghausen, Waldrich – Sebastian Schneider (67. Diehl).
Darmstadt: Zimmermann – Stegmayer (77. Mladenovic), Sulu, Gorka, Berzel (73. Maas) – Gondorf, Behrens (69. Biada), Heller, Ivana, da Costa – Stroh-Engel.
Schiedsrichter: Rolbetzki
Zuschauer: 2.000
Tore: 0:1 Sulu (42.), 0:2 da Costa (45., Foulelfmeter), 0:3 Stroh-Engel (60.)
gelbe Karten: Vogl, Waldrich, Paul Wadolowski (Steinbach), Gondorf, Berzel (Darmstadt)

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