Interview: Carsten Ache (ehemaliger Trainer TuRa Niederhöchstadt, Gruppenliga Wiesbaden)

In der Gruppenliga verpasste die TuRa Niederhöchstadt den Aufstieg in die Verbandsliga über die Relegation denkbar knapp. Der Mittelkreis unterhielt sich mit Carsten Ache, der die TuRa nach der Saison verließ.

Mittelkreis: Eine lange Saison ist zu Ende. Wie lautet Dein Fazit.

Ache: Das Spieljahr 2012/2013 war für die Mannschaft, das Trainerteam und den Verein  aus meiner Sicht einfach überragend.
Die Mannschaft hat sich in den letzten 2 Jahren noch mal toll weiterentwickelt und in der abgelaufenen Saison mit dem 2. Platz in der Gruppenliga, dem tollen couragierten Auftreten in der Relegation zur Verbandsliga und dem 2. Platz beim diesjährigen Offensiv-Cup selbst belohnt.
Mit diesen Platzierungen war es die erfolgreichste Saison, die es in der Fußballabteilung von TuRa Niederhöchstadt bisher gegeben hat. Alle im Verein sind mit dem Verlauf und den erreichten Ergebnissen im abgelaufenen Spieljahr absolut zufrieden, auch wenn es zum Schluss mit dem Aufstieg in die Verbandsliga nicht geklappt hat.

Mittelkreis: Wie bitter war der verpasste Aufstieg?

Ache: Die Enttäuschung oder Trauer hielt sich bei allen Beteiligten in Grenzen.
Klar ist es immer ein Stück weit ärgerlich, wenn es am Schluss an einem einzigen Tor hängt, aber wir hatten es am letzten Spieltag ja auch nicht mehr in der eigenen Hand und waren auf die Mithilfe von TuBa Pohlheim angewiesen.
So konnten wir uns schon rechtzeitig nach unserem letzten Spiel mental darauf einstellen, dass die Möglichkeit besteht, dass wir es nicht schaffen.
Wichtig ist, dass wir alles versucht haben und uns im Nachgang keine Vorwürfe machen müssen. Trotz unseres Minikaders zum Schluss hat die Mannschaft in der Relegation nochmal einen tollen Charakter gezeigt.

Mittelkreis: Du hast bei der TuRa aufgehört. Warum? Gab es schon Angebote?

Ache: Es sind einfach viele Faktoren zusammen gekommen, die mich  dazu bewegt  haben bei der TuRa aufzuhören. Ich denke es waren zwei tolle Jahre, in die ich viel Energie und Engagement gesteckt habe. Gesetz dem alten Partymotto, soll man ja auch gehen, wenn es am schönsten ist.
Es gab bisher nur zwei lockere Anfragen, keine Angebote. Eine dieser Anfragen werde ich für mich einer genaueren Prüfung unterziehen. Ich mache nur was, von dem ich auch 100% überzeugt bin und wo der Spaßfaktor gegeben ist. So, wie es eben bei der TuRa war. Das kann sowohl als Trainer einer Seniorenmannschaft oder einer ambitionierten Jugendmannschaft sein. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen irgendwann in die Vereinsarbeit einzusteigen.

Mittelkreis: Was macht Carsten Ache, wenn er jetzt deutlich mehr „Freizeit hat“?

Ache: Ich bin beruflich wie auch privat  ganz gut ausgelastet. Daher konnte ich meine trainingsfreien Abende bisher problemlos kompensieren ohne in ein schwarzes Loch zu fallen.  An zwei Abenden die Woche stehe ich zudem auf dem Golfplatz und bereite meine Platzreife, die ich im Juli absolvieren werde, vor. Ich habe den Trainerjob im Seniorenbereich ja genau 11 Jahre  ohne Unterbrechung gemacht und war es gewohnt  bei jedem Verein 3-4 mal die Woche zu trainieren.  Meine Work-Life-Balance ist aber auch ohne Fußball vorhanden.

Mittelkreis: Was traust Du der TuRa in der kommenden Runde zu?

Ache: Ich glaube, dass sich die TuRa sehr gut verstärkt hat, vor allem was die Quantität betrifft.
Der Mannschaft, dem Vorstand und meinen Nachfolgern als Trainer drücke ich auch fest die Daumen und bin von einer guten Platzierung überzeugt. Ich bin mir auch sicher, wenn in den nächsten Jahren konzeptionell so weitergearbeitet wird, kann die TuRa auf lange Sicht immer in der Spitzengruppe der Gruppenliga mitmischen.
Da aber ab der nächste Saison nur noch der Meister aufsteigt und es keine Relegation mehr gibt, denke ich, dass es schwerer wird so nahe an die Verbandsliga zu kommen wie in diesem Jahr.

Apropos Relegation: Knapp zwei Wochen nach der Aufstiegsrunde wünsche ich allen Fußballern, die bald mit der Vorbereitung beginnen oder schon begonnen haben, viel Spaß und Antrieb…

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