Jugend MTK (U19-Gruppenliga): Spielbericht der Paarung FC Eddersheim – JSG Lahntal

Mittelkreis erreichte folgender Bericht des FC Eddersheim:

“Bitte beginn’ doch den Bericht erst ab der 50. Minute“ lautete der Antrag des Vize-Kapitäns der A-Jugend des FC Eddersheim, Tom Korominas, mit dem er Co-Trainer Patrick Schuch dazu bewegen wollte die 1. Halbzeit des Gruppenliga-Heimspiels gegen die JSG Lahntal in den folgenden Zeilen nicht genauer zu beleuchten. Diesem Wunsch kann leider nicht entsprochen werden, denn genauso fernsehreif wie der zweite Spielabschnitt im positiven Sinne war, könnten die ersten fünfundvierzig Minuten als abschreckendes Beispiel in jedem DFB-Lehrvideo verwendet werden. Trotz aller Warnungen vor dem “schwersten Spiel der Rückrunde“, bei dem es anhand der Tabellenkonstellation (der FCE als derzeit erfolgreichstes Heimteam der Liga traf auf eine Mannschaft, die auswärts erst ein Unentschieden erzielen konnte) schon vor dem Anpfiff vermeintlich nur um die Höhe des Sieges ging, brauchte die Staustufenelf abermals eine Bestätigung auf dem Platz sowie eine lautstarke Erinnerung in der Halbzeitpause von ihrem Trainer Carsten Schmitt. Erst danach war man gewillt das geforderte Kurzpassspiel in Verbindung mit der hierzu notwendigen Laufbereitschaft umzusetzen und siehe da: Auf die mit Abstand schlechteste Saisonspielhälfte der Eddersheimer A-Jugend, folgte eine der attraktivsten und furiosesten Halbzeiten, die es jemals auf dem FCE-Sportgelände zu sehen gab. Zu Beginn der Partie waren einige Zuschauer überrascht über die Besetzung im Tor, denn die Keeper-Rotation ging in die nächste Runde. Dieses Mal streifte sich Kapitän Adrian Weil die Handschuhe über, weil Marco Silveira trotz abgelaufener Sperre kurzfristig nicht zur Verfügung stand und Dè Vante Burnett nach zweieinhalb Spielen zwischen den Pfosten wieder auf Torejagd gehen sollte. Leider konnte “Adi Blanco“ seinem Namen nicht alle Ehre machen und das Spiel mit einer weißen Weste beenden, bei den Gegentoren war er aber mehr oder weniger chancenlos. Nach einem eigentlich optimalen Beginn mit einem frühen Führungstor durch Patrick Ballarin stellte das FCE-Team aus unerklärlichen Gründen nahezu sämtliche Aktivitäten ein und konnte die gute Stimmung vor dem Spiel leider auf dem Platz nicht adaptieren und fortsetzen. Stattdessen machte man sich das Leben selbst schwer und bettelte förmlich um den Ausgleich. Erst nachdem dieser nach etwa einer halben Stunde “endlich“ im 1:1 für die Gäste resultierte, schaltete man wieder einen Gang nach oben und konnte wenige Minuten später die 2:1-Pausenführung durch Brian Hafner erzielen. Was sich dann allerdings nach dem Seitenwechsel auf dem Kunstrasen an der Staustufe abspielte, ist in Gängen nicht auszudrücken und hielt zudem kaum einer der Beteiligten für möglich. Völlig bedröppelte Gesichter in der Kabine, denen sichtlich peinlich war, was sie zuvor (nicht) aufs Parkett brachten, mussten mit vehementen Worten wachgerüttelt werden. Und es kann zudem im Gegensatz zu Christoph Daum tatsächlich mit einem absolut reinen Gewissen behauptet werden: berauschende Mittel waren in der Halbzeitpause definitiv keine im Einsatz! Im Anschluss zeigte die Mannschaft endlich den Fußball, den ihre Trainer und die Zuschauer sehen wollen: schnelles Flachpassspiel mit wenigen Kontakten und zielstrebiges, uneigennütziges Verwerten der hieraus resultierenden Torchancen. Insgesamt elf Mal klingelte es im weiteren Spielverlauf noch im Lahntaler Kasten und der FCE spielte sich förmlich in einen – lediglich durch kalte Elektrolytgetränke und warme Worte beflügelten – Rausch. Fünf Minuten nach Wiederbeginn begann das heitere Scheibenschiessen durch einen Doppelpack von Patrick Schneider, dem Patrick Ballarin (2), Tim Wagner (2), Tom Korominas (3) und Dè Vante Burnett (2) noch neun weitere Treffer folgen ließen. Absolutes Highlight hierbei war das Tor zum 9:2 durch Tim Wagner, welches im direkten Anschluss an den zweiten Gegentreffer fiel und mit handgestoppten 5,8 Sekunden vom Anstoß weg über drei Direktkombinationen zum Erfolg führte. Man sollte mit Superlativen ja immer vorsichtig sein, aber dieser zweite Spielabschnitt war wirklich sensationell und entschädigte aus Eddersheimer Sicht für alles, was die Anwesenden zwischen 18 Uhr und 18.45 Uhr ertragen mussten.

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