Kreisliga AB: „Saisonziel in allen Punkten erreicht“ – Interview mit Christian Appel (Sportlicher Leiter Eintracht Leidersbach)

Eintracht Leidersbach hat als Aufsteiger eine sehr starke Saison 2013/2014 in der Kreisliga AB gespielt und kann mit dem Erreichten zufrieden sein. Wir unterhielten uns mit dem Sportlichen Leiter der Leidersbacher – Christian Appel – und sprachen über die abgelaufene Spielzeit, sowie die kommende Runde.

Mittelkreis: Servus Christian. Die Saison 2013/2014 ist Geschichte! Wie fällt dein generelles Saisonfazit für dein Team in der Kreisliga AB aus?

Christian Appel: Wir können ganz klar sagen: Saisonziel in allen Punkten erreicht, wir sind sehr glücklich, dass wir das erste Jahr mit nahezu dem gleichen Kader, der den Aufstieg geschafft hatte, in dieser Liga bestanden haben. Erst nach der Saison haben wir erstmals geschaut, auf welchem Tabellenplatz wir stehen und festgestellt, dass wir als bester Aufsteiger ins Ziel eingelaufen sind. Zuvor hatten wir stets das Punktekonto im Blick und wussten, dass wir 40 Punkte holen müssen. In der Kreisliga benötigt man einen Kader von mindestens 18-20 tauglichen Spielern, sonst kann einen eine Verletztenmisere weit zurückwerfen. Da man mindestens fünf andere Teams zum Klassenerhalt hinter sich lassen muss, kann das schon tödlich sein.

Mittelkreis: Wie weit lagen die Zielsetzung des Vereins und das erreichte Schlussresultat in diesem Jahr auseinander?

Christian Appel: Das Ziel war „40 Punkte plus X“. Unser X ist am Ende eine „5“ geworden, damit sind wir happy. Unsere Fans haben sich am letzten Spieltag mit einem großen Banner für die tolle Saison beim Trainerteam und der Mannschaft bedankt, das sagt viel darüber aus, wie sich nicht nur die Mannschaft entwickelt und präsentiert hat, auch unsere Zuschauer identifizieren sich mit dem Team und der Art und Weise, welche Leistung wir mit unseren Tugenden und Mitteln abgerufen haben. Vom sportlichen Wert stufe ich die letzte Saison mindestens so hoch ein wie die Meisterschaft im letzten Jahr in der Kreisklasse.

Mittelkreis: Was ist Dir aus der abgelaufenen Runde und den absolvierten Begegnungen positiv, was negativ im Gedächtnis geblieben?

Christian Appel: Es war eine sehr interessante Saison, in der wir häufig unser Potenzial abgerufen haben, insbesondere nach der noch eher wechselhaften Vorrunde. Da haben wir schon ab und zu Lehrgeld bezahlt, daraus wurden dann aber die richtigen Schlüsse gezogen. Positiv für uns waren die Spiele vor der Winterpause daheim gegen Pflaumheim (4:2) und Großostheim (4:3). Da haben wir uns ein Polster nach unten verschafft, welches wir in der Rückrunde verteidigt haben. Zwar gab es Heimniederlagen gegen Goldbach und Krombach, dafür lieferten wir in den Auswärtsspielen in Keilberg, Dettingen und Stadtprozelten starke Leistungen ab. Zum Ende feierten wir sechs Siege in Serie, bevor wir in Hain nochmal den Kürzeren zogen. Negatives fällt mir zur vergangenen Saison nichts ein, auch die Niederlagen hatten ihre positiven Seiten.

Mittelkreis: Wie beurteilst du insgesamt das Niveau der Spielklasse innerhalb der abgelaufenen Spielzeit – auch im Vergleich zu den vergangenen Jahren?

Christian Appel: Es war ja unser erstes Jahr in der Kreisliga und es war sehr, sehr ausgeglichen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass die kommende Saison noch härter und unberechenbarer wird, denn es kommen mit Großwallstadt, Heimbuchenthal und Wasserlos drei starke Aufsteiger dazu, dann steigt Elsenfeld aus der Bezirksliga ab. Für uns ist die neue Zusammensetzung aufgrund deutlich kürzerer Wege natürlich sehr reizvoll, ein Derby gegen Heimbuchenthal zieht natürlich mehr Zuschauer als ein Gegner aus dem Kahlgrund, das ist klar. Ich würde mir wünschen, dass die verantwortlichen Herren endlich erkennen, dass die Kreisliga das Aushängeschild des Kreises Aschaffenburg ist und der Klasse und vor allem den Vereinen, die darin spielen, diese extreme Abstiegsregelung ersparen, indem man zum einen die Mannschaftszahl auf 16 oder 17 erhöht und die Zahl der Absteiger auf drei plus Relegant senkt. Wenn ich sehe, dass Mannschaften wie Sailauf oder Goldbach in diesem Jahr absteigen bzw. in die Relegation müssen und dies mit der Spielstärke der Kreisklasse im letzten Jahr vergleiche, dann steht das in keinem Verhältnis. Hier ist unbedingt Handlungsbedarf!

Mittelkreis: Auch vom Verband gab es einige Neuerungen: Wie ist deine Meinung zum neu eingeführten „elektronischen Spielbericht“ und der Entscheidung, bei Punktgleichheit den „direkten Vergleich“ zu werten (anstelle der Entscheidungsspiele)?

Christian Appel: Der elektronische Spielberichtsbogen ist okay, das klappt gut. Man kann ja von zuhause schon die Vorarbeit leisten und muss dann nur noch den Freigabeknopf drücken vor dem Spiel. Auf jeden Fall schöner als per Hand auszufüllen – die Technik muss halt funktionieren.

Den direkten Vergleich werte ich auch positiv. Was liegt näher, als bei Punktgleichheit die Spiele der beiden betroffenen Teams als Maßstab anzulegen? Das ist in Ordnung, es wissen ja alle schon vor der Saison, dass dieses Kriterium maßgebend ist. Das müssen die Trainer dann im Blick haben, es kann sich immer lohnen, noch ein (Auswärts-) Tor zu schießen, auch wenn der Spielstand vielleicht deutlich ist.

Mittelkreis: Ausblick: Wie laufen die Planungen für die kommende Runde 2014/2015? Welche personellen Änderungen gibt es bereits zu vermelden?

Christian Appel: Wir haben beim letzten Heimspiel Tobias und Simon Väth verabschiedet, die ihre Karrieren beenden werden. Torwart Michael Sauer wird sich dem TSV Soden anschließen, nachdem er in der letzten Saison weitestgehend aus beruflichen Gründen pausiert hatte. Als Neuzugänge stehen aktuell Manuel Bildstein (SG Hobbach/Wintersbach) und Sven Rüppel (eigene A-Jugend) fest. Darüber hinaus gibt es derzeit keine konkreten Veränderungen im Spielerkader und wir gehen auch nicht davon aus, dass noch welche kommen.

Im Trainerteam ersetzt Raimund Drößler nach sechs Jahren Tobias Väth an der Seite von Sebastian Feyh und Frank Jäger, der weiterhin als Torwarttrainer fungiert.

Mittelkreis: Was wünschst du dir für die kommende Saison, in Bezug auf Mannschaft und den gesamten Verein? Wie wird die Zielsetzung aussehen?

Christian Appel: Ich wünsche mir zunächst, dass wir ein weiteres Jahr hinbekommen, an dem wir unsere Freude haben. Dies wäre der Fall, wenn die Mannschaft sich so weiterentwickelt, wie sie dies auch in der abgelaufenen Saison getan hat und wir weiter vom Umfeld so toll unterstützt würden. Wenn alles so ineinander greift wie wir uns dies erhoffen, dann werden wir die notwendigen 40 Punkte für den Klassenerhalt – das wird wieder unser Ziel sein – erreichen. Gutes Training, Lernwilligkeit, Einsatzbereitschaft und auch ein bisschen Glück, was das Vermeiden von Verletzungen betrifft, das sind die Hauptfaktoren für eine erfolgreiche Saison. Es geht vom ersten Spieltag an wieder richtig rund, darauf werden wir uns vorbereiten.

Mittelkreis: Wir sagen Danke für das Interview und viel Erfolg für 2014/2015.

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