Kreisklasse AB 3: „Vorgaben des Vereins und das Erreichte lagen extrem weit auseinander“ – Interview mit Holger Strothmann (Ex-Trainer FC Bürgstadt)

Der FC Bürgstadt hat trotz vieler Abgänge vor der Saison 2013/2014 eine bärenstarke Saison gespielt und sich hinter dem souveränen Meister TSV Heimbuchenthal frühzeitig den Relegationsplatz gesichert. Nur knapp verlor man das 1. Relegationsspiel gegen die SG Schimborn und spielt auch nächste Saison in der Kreisklasse AB 3. Wir unterhielten uns mit dem Trainer Holger Strothmann, der den Verein nach nur einer Saison wieder verlässt und von Stefan Zöller als neuem FCB Coach abgelöst wird. Das Interview hatten wir 2 Tage nach dem Relegationsspiel aufgezeichnet.

Mittelkreis: Hallo Holger. Die Saison 2013/2014 ist Geschichte! Wie fällt dein generelles Saisonfazit für dein (Ex-) Team in der Kreisklasse AB 3 aus?

Holger Strothmann: So kurz nach dem verlorenen Relegationsspiel fällt es natürlich nicht leicht ein Saisonfazit zu ziehen denn ich denke die Mannschaft hätte es sich verdient und auch die Qualität gehabt in die Kreisliga aufzusteigen. Mit der erreichten Punktzahl wäre der direkte Aufstieg auch realisierbar gewesen wir hatten nun mal das Pech das mit dem TSV Heimbuchental ein Team bei uns in der Klasse spielte die einfach zu stark waren. Dennoch bin ich mit dem Saisonverlauf mehr wie zufrieden. Vor der Saison nach den vielen Abgängen als Abstiegskandidat gehandelt am Ende mit 12 Punkten vor Amorbach auf Platz 2 mit 60 Punkten das ist schon eine „Hausnummer“. Ich denke wir haben durch unser Auftreten und unsere Spielweise in der regionalen Fußballszene wieder einen Namen machen können. Die eigentliche Überraschung ist die Tatsache das in kürzester Zeit ein komplett neues und junges Team in die Saison geschickt wurde welches nicht nur taktisch sondern auch bis auf wenige Ausnahmen auf einem guten technischen Niveau agierte.

Mittelkreis: Wie weit lagen die Zielsetzung des Vereins und das erreichte Schlussresultat in diesem Jahr auseinander?

Holger Strothmann: Die Zielsetzung des Vereins war vor der Saison der Klassenerhalt. Somit lagen die Vorgaben des Vereins mit dem was erreicht wurde extrem weit auseinander.

Mittelkreis: Was ist Dir aus der abgelaufenen Runde und den absolvierten Begegnungen positiv, was negativ im Gedächtnis geblieben?

Holger Strothmann: Positiv sicherlich die intensive Arbeit mit meinen Jungs wir haben fast hundert zum Teil harte Trainingseinheiten abgerissen. Der 1a Kader hat sehr gut mitgezogen und die Entwicklung der einzelnen Spieler und der Mannschaft bleiben mir positiv in Erinnerung. Bei den Spielen schaue ich gerne auf die Vergleiche mit dem TSV Heimbuchental zurück. Beide Spiele waren auf einem Top Niveau und die beiden besten Teams der Liga zeigten in den 180 Minuten Tempofußball und hervorragende taktische Verhaltensweisen das ist Fußball und da spreche ich sicherlich auch für meine Trainerkollegen den wir Trainer nun mal lieben.

Negativ bleibt mir sicherlich das Verhalten einiger Personen in Erinnerung deren respektloses Verhalten mich zum Teil schon ein wenig schockiert haben. Das wir als Trainer einer Art Fußabstreiferfunktion besitzen ist hinlänglich bekannt und damit müssen wir auch klar kommen. Aber gewisse Verhaltensweisen und Aussagen Trainern oder ehemaligen Spielern und Funktionären gegenüber welche ich über das Jahr erleben musste dafür fehlt mir jegliches Verständnis.

Mittelkreis: Wie beurteilst du insgesamt das Niveau der Spielklasse innerhalb der abgelaufenen Spielzeit – auch im Vergleich zu den vergangenen Jahren?

Holger Strothmann: Hier kann ich kein Urteil abgeben da es mein erstes Jahr in dieser Spielklasse war. Dennoch finde ich das das Niveau in der KK3 schon ansprechend war. Auch bei den Mannschaften die in den hinteren Regionen angesiedelt waren wurde ein recht guter Fußball gespielt. Hätte der TSV Amorbach nicht diese Verletzungssorgen gehabt hätten die Mannschaft sicherlich das Potenzial gehabt bis zum Schluss um den Aufstieg mitzuspielen. Ansonsten muss ich all unseren Gegnern Respekt zollen mir fällt keine Mannschaft ein unabhängig von den Ergebnissen die sich in irgendeiner Art unterirdisch verkauft hätte. Es waren alles Spiele wo uns jeder Gegner alles abverlangt hat.

Mittelkreis: Auch vom Verband gab es einige Neuerungen: Wie ist deine Meinung zum neu eingeführten „elektronischen Spielbericht“ und der Entscheidung, bei Punktgleichheit den „direkten Vergleich“ zu werten (anstelle der Entscheidungsspiele)?

Holger Strothmann: Generell finde ich den elektronischen Spielbericht einen Schritt in die richtige Richtung wobei das Contra mehr von einzelnen Schiedsrichtern zu vernehmen war.

Nun über die Regelung direkter Vergleich gibt es auch geteilte Meinungen. Wir müssen die Entscheidungen akzeptieren wie sie kommen. Ich denke der Verband versucht jedes Jahr irgendwelche Neuerungen einzubringen denken wir mal an den neu geregelten Hallenfußball (Futsal) mit dem ich als Fußballer relativ wenig anfangen kann. Ich finde auch man sollte sich eher mal darüber Gedanken machen ob man die Auf-und Abstiegsrelegationen vielleicht sinnvoller gestaltet. Denn wenn sich vier Teams um einen Platz streiten finde ich den Modus Jeder gegen Jeden gerechter denn dann würde sich am Ende auch die Mannschaft durchsetzen die vielleicht die Beste war. Zum einem ist dies sicherlich gut für die Vereinskassen zum anderen wird die die komplette Saison nicht an einem Spiel und der Tagesform festgemacht.

Mittelkreis: Danke Holger für das Interview und viel Glück bei deinen weiteren Aufgaben.

1 Kommentar von "Kreisklasse AB 3: „Vorgaben des Vereins und das Erreichte lagen extrem weit auseinander“ – Interview mit Holger Strothmann (Ex-Trainer FC Bürgstadt)"

  1. wesley sneider's Gravatar wesley sneider
    29. Juni 2014 - 18:53 | Permalink

    Bei dem Kader von Klassenerhalt als Ziel zusprechen…naja…bissl viel selbstbeweihräucherung. Trotzdem gute arbeit!

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