Kreisklasse AB 2: Interview mit Christian Appel (Eintracht Leidersbach) – Fazit 2011/12, Ausblick auf 2012/13

Auch Christian Appel – Sportlicher Leiter von Eintracht Leidersbach (Kreisklasse AB 2) – hat unsere Fragen zur abgelaufenen und zur anstehenden Saison beantwortet:

Mittelkreis: Die Saison 2011/2012 ist nun seit einigen Wochen beendet – wie lautet zurückblickend dein Gesamtfazit für euren Verein?

Christian Appel: Das nüchterne Ergebnis, das aus der Tabelle abzulesen ist, war ehrlich gesagt nicht das, was wir uns vor der Saison erhofft haben. Aber bei uns gibt es in den letzten zwei, drei Jahren insgesamt eine enorm positive Entwicklung, was das Vereinsleben und die Kameradschaft betrifft. Das ist ein sehr guter Nährboden für die kurz- und mittelfristige Zukunft. Unsere Jungs wollen etwas bewegen, alle sind mit Eifer bei der Sache! Das hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen und so können wir uns über die Rückkehr einiger einheimischer Spieler freuen, die sicherlich das Zeug hätten, höherklassig zu spielen.

Nicht versäumen möchte ich aber, den Verantwortlichen und Spielern von TuS Leider zur Meisterschaft zu gratulieren. Es war mit dieser überragenden Rückrunde absolut verdient. Bei uns war nach dem Heimspiel gegen Mainaschaff (0:1), welches wir gemessen an den Torchancen etwa 10:3 hätten gewinnen müssen, der Zug nach vorne abgefahren und es gab noch ein paar Punktverluste, die wir unter Spannung u. U. nicht abgegeben hätten. Den Saisonausklang haben wir dazu genutzt, bereits Varianten für die neue Saison zu testen.

Mittelkreis: Was war für dich „das Highlight“ der vergangenen Spielzeit, was sollte man ganz schnell wieder vergessen?

Christian Appel: Das Heimspiel gegen Mömlingen (6:2) war ein richtig gutes Spiel. Es war letztlich die Messlatte, die wir uns für die neue Saison als Ziel setzen und so oft wie möglich erreichen oder vielleicht sogar übertreffen wollen. Negativ war unsere „Serie“ mit Niederlagen in Obernau und Schweinheim II, die uns vor der Winterpause aus einer sehr guten Ausgangsposition ins Verfolgerfeld zurückgeworfen haben. So waren wir nach der Winterpause gleich in Zugzwang.

Mittelkreis: Die Planungen für 2012/2013 laufen schon auf Hochtouren – wie wird sich euer Kader verändern? Wer kommt, wer geht?

Christian Appel: Unsere Neuzugänge sind bis auf eine Ausnahme durchweg Leidersbacher Jungs, die nach Hause zurückkehren: Johannes Feyh kommt von Elsava Elsenfeld, Christoph Bachmann von Frankonia Mechenhard, Markus Bachmann vom TSV Birkenhard (Baden-Württemberg). Weiterhin kommen die A-Jugendlichen Marcel Chevalier (JFG Vorspessart) und Kevin Ferguson (Elsava Elsenfeld) neu zu uns. Ebenfalls wie ein Neuzugang ist nach einjähriger Verletzungspause Michael Diener zu betrachten, der seinen Achillessehnenriss weitgehend auskuriert hat und sich seit einiger Zeit im Ausdauertraining befindet. Einen Abgang haben wir nicht zu verzeichnen, allerdings beendet Bastian Scherf seine Karriere wegen anhaltender Knieprobleme.

Mittelkreis: Wann startet ihr mit der Vorbereitung – was ist geplant?

Christian Appel: Trainingsauftakt ist voraussichtlich am 5. Juli und auf dem Programm stehen viele Spiele. So starten wir im Landkreispokal und im Totopokal, darüber hinaus gibt es jeweils Testspiele mit 1. Und 2. Mannschaft gegen Heimbuchenthal, Hausen und Eschau und eine Teilnahme beim Draht-Weißbäcker-Cup in Eichelsbach. An Spielpraxis sollte es also keinem unserer Spieler mangeln. Dazwischen kann man sich auch noch in den Trainingseinheiten austoben, sodass ein ordentlicher Fitness-Zustand zum Saisonstart gegeben sein sollte.

Mittelkreis: Abschließend: Welche Ziele steckt sich der Verein für die neue Runde?

Christian Appel: Nachdem wir in den vergangenen Jahren immer relativ offen kommuniziert haben, dass wir den Aufstieg anpeilen, kann ich in diesem Jahr schlecht Platz 5 als Ziel ausgeben. Trotzdem steht für unser Trainerteam die zielorientierte Weiterentwicklung unserer insgesamt jungen Mannschaft im absoluten Fokus. Wir haben rund 20 Spieler, die das Zeug haben, in der ersten Mannschaft zu spielen, der Konkurrenzkampf ist sicherlich groß und es muss sich die Idealformation herauskristallisieren, auch wenn momentan ein gewissses Gerüst vorhanden ist. Es gibt nach meiner Ansicht keinen Spieler, der gesetzt ist, jeder wird sich ständig neu beweisen müssen und das sollte letztlich bei jedem noch 10 bis 15 Prozent mehr Leistung herauskitzeln.

Hauptziel bleibt somit, die momentane Stimmung in Verein und Mannschaft zu erhalten, aber diese auch in sportlichen Ehrgeiz und letztlich in Erfolg umzumünzen. Daher bleibt es dabei: Wir wollen – ohne Druck – ganz nach vorne, sind uns aber der Konkurrenz, die z. B. aus Stockstadt, Mömlingen, Mainaschaff und Niedernberg kommt bewusst. Und dann kommen mit der DJK Aschaffenburg, der Spvgg Wintersbach und dem SV Großwallstadt sicherlich auch starke Mannschaften aus der Kreisliga. Es ist gut möglich, dass die Kreisklasse 2 in der kommenden Saison eine „Todesgruppe“ wird. Aber das macht die Aufgabe umso interessanter!

Der Mittelkreis bedankt sich herzlich bei Christian Appel für das Interview!

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