BFV-Kreistag Aschaffenburg: Adolf Weis bleibt Kreis-Vorsitzender – alle Ergebnisse vom Kreistag in Bürgstadt

Vertrauensbeweis für die Führungsmannschaft des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) im Kreis Aschaffenburg: Adolf Weis bleibt Kreis-Vorsitzender und Kreis-Spielleiter des BFV. Auf dem Kreistag in Bürgstadt bestätigten die 54 anwesenden Vereine (insgesamt 87 Delegierte) den 59-jährigen Eschacher einstimmig im Amt. „Mein Verhältnis zu den Vereinen ist freundschaftlich und entspannt, dafür bin ich sehr dankbar und ich hoffe, dass das auch in den nächsten vier Jahren der Fall ist. Für mich wird es neben der Organisation des Spielbetriebs die größte Herausforderung sein, die Angebote des BFV vor allem im EDV-Bereich zu forcieren, gerade mit Blick auf den Liveticker bis in die untersten Ligen. Außerdem möchte ich den Vereinen immer als Partner zur Seite stehen und sie beraten, wie sie sich wirtschaftlich und strukturell in Zeiten des demografischen Wandels aufstellen“, betonte Weis. Kreis-Jugendleiter Alfons Staab, Kreis-Frauen- und Mädchenfußballbeauftragte Yvonne Söser und Kreis-Schiedsrichterobmann Reinhold Greubel wurden ebenfalls einstimmig gewählt. Nach dem Verbandstag im Juli sollen dann erneut Reinhard Staab vom BFV-Präsidium als Vorsitzender des Kreis-Sportgerichts und Burkhard Ries als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter berufen werden.

Bei der Umfrage zu möglichen Veränderungen im Spielbetrieb wurden alle vier vorgestellten Ideen von einer Mehrheit der Vereine befürwortet: 92 Prozent der Vereinsvertreter sprachen sich für die Möglichkeit eines freiwilligen Spielklassenwechsels in eine niedrigere Liga aus (dagegen: 8 Prozent). Ein erweitertes Zusatzspielrecht im Senioren-/Hallen- und Freizeitfußball fanden 78 Prozent der Vereinsmitarbeiter gut (neutral: 3 Prozent; dagegen: 19 Prozent). Zustimmung fand auch der Vorschlag einer bayernweiten Einführung der „Fair Play-Liga“ im U9-Bereich: 75 Prozent der Delegierten stimmten dafür (neutral: 9 Prozent; dagegen: 16 Prozent). Für die Idee „Flexible Mannschaftsgrößen in den unteren beiden Amateurspielklassen“ stimmten 70 Prozent der Delegierten. 24 Prozent der Delegierten stimmten auf dem Kreistag in Bürgstadt dagegen (neutral: 6 Prozent). Die Ergebnisse des Meinungsbildes, das auf allen 24 BFV-Kreistagen und den sieben BFV-Bezirkstagen eingeholt wird, sind dann auch Thema auf dem Verbandstag am 18./19. Juli in Bad Gögging.

Dr. Rainer Koch stellte in seiner Rede die Leistungsbilanz der BFV-Kampagne „Pro Amateurfußball“ vor (Fakten siehe unten) und mahnte die Einheit des Fußballs an. „Es geht nur gemeinsam. Wir alle bilden den BFV. Das muss jeder erkennen. Alle Arbeit für den Amateurfußball kann nur funktionieren, wenn wir alle zusammenarbeiten.“ Der Verbandspräsident rückte besonders auch den Jugendfußball in den Fokus. „Wenn wir attraktiv für junge Leute bleiben wollen, müssen unsere Angebote auch Erlebnisse jenseits des Trainings oder der Freundschafts- und Punktspiele enthalten“, erklärte Koch. Der BFV veranstaltet deshalb zum Beispiel 2015 in Landshut die erste „Fußballiade“, ein viertägiges Gemeinschaftsfest unter dem Motto „Bayern feiert Fußball“ (Infos unter www.bfv.de/fussballiade). Außerdem informierte der BFV-Präsident über die zukünftigen Spielmöglichkeiten bei privaten Hallenturnieren und stellte klar: „Wir lassen alle privaten Hallenturniere entsprechend unseren Flexibilisierungsgrundsätzen in allen Varianten zu, wenn Sie das wollen also auch mit Banden. Und das bleibt auch so, solange uns nicht von Seiten der FIFA oder des DFB etwas anderes zwingend vorgeschrieben wird.“

Zu Beginn des Kreistags diskutierten Berthold Rüth, Mitglied des Landtags und sportpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Jürgen Baier, Trainer des Bayernligisten SV Erlenbach und Bernhard Lausberger, 2. Bürgermeister von Bürgstadt, mit Moderator Jörg Albert vom MainEcho über Chancen und Herausforderungen des Fußballs am Untermain. Jürgen Baier sprach im Zusammenhang mit der Bayernliga Nord von einer interessanten Liga, die für manche jungen Talente durchaus ein Sprungbrett in den Profibereich sein kann. „Man steht auf jedem Fall im Fokus, kann sich Woche für Woche zeigen und für höhere Aufgaben empfehlen“, betonte Baier, im Übrigen Vater von Daniel Baier, Mittelfeldspieler des Bundesligisten FC Augsburg. Mit Blick auf die Herausforderungen durch den demografischen Wandel hob Bernhard Lausberger die Bedeutung von Schulfußball hervor. „Vereine und Schulen müssen einfach mehr zusammenarbeiten“, forderte er. Genau darin liege nämlich der Schlüssel für eine gute Zukunft des Amateurfußballs am Ort.

BFV-Vizepräsident und ehemaliger Bezirksvorsitzender Unterfranken Rolf Eppelein verabschiedete sich zu Beginn des Kreistages von den Vereinen im Kreis Aschaffenburg – und die verabschiedeten sich von ihm mit stehenden Ovationen. „Ich bin stolz, einen kompetenten Nachfolger für Unterfranken gefunden zu haben“, lobte Eppelein Jürgen Pfau, der nun die Geschicke des Bezirks leitet. Zu seinen wichtigsten Entscheidungen zählte der 73-Jährige die Kreisreform und die Reform des Spielsystems. Wegweisend für Betrieb und Organisation des unterfränkischen Fußballs sei auch der Neubau der BFV-Bezirksgeschäftsstelle in Würzburg gewesen.

Die BFV-Kampagne „Pro Amateurfußball“

Seit 2011 investiert der Bayerische Fußball-Verband (BFV) jährlich eine Million Euro in die Kampagne „Pro Amateurfußball“. Mit der Initiative unterstützt der BFV seine Vereine bei ihrer täglichen Arbeit und hilft ihnen, sich zukunftsfähig aufzustellen. Finanzierungsgrundlage sind die Mehreinahmen aus der Erhöhung der Vereinswechselgebühren, die beim Verbandstag 2010 von Vereinen und Verband gemeinsam beschlossen wurde.

Die Fakten:

Start: 2011
Jährliche Förderung: 1 Million Euro
8 Schwerpunkte
Leistungen u.a.:
276 Vereinsschulungen mit 5788 Teilnehmern
4000 Notebooks für die Fußballbasis (Wert 1,6 Millionen Euro) – Eigenbeteiligung der Vereine: 100 Euro/Notebook
109 neugegründete Fußball-Sportarbeitsgemeinschaften (Schule-Vereins-Kooperationen)
95 „Runde Tische“ mit 1870 Teilnehmern (Austausch Verband/Vereine)
Mädchen-Schnuppertraining „Ballbina kickt“ an 30 Standorten mit 1200 Teilnehmerinnen – rund 25% spielen mittlerweile im Verein

BU Foto Kreisspitze (v.l.): Jürgen Pfau (Bezirks-Vorsitzender Unterfranken), Adolf Weis (Kreis-Vorsitzender und Kreis-Spielleiter), Alfons Staab (Kreis-Jugendleiter), Yvonne Söser (Kreis-Frauen- und Mädchenfußballbeauftragte), Reinhold Greubel (Kreis-Schiedsrichterobmann), Dr. Rainer Koch Dr. Rainer Koch (BFV-Präsident).

(Quelle: BFV)

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