Bayerliga Nord: Nach der Trennung vom SV Alemannia Haibach – Alex Grod im Interview

Am vergangenen Montag gab der Bayernligist SV Alemannia Haibach die Trennung von Mittelfeldspieler Alexander Grod (27 Jahre) bekannt. Der Mittelkreis sprach mit dem Spieler über die Umstände dieses „Rauswurfs“, die Zeit beim SV Alemannia und seine weiteren Ziele als Fußballer.

Mittelkreis: Seit dieser Woche stehst du nicht mehr in Diensten des SV Alemannia Haibach. Nach Aussagen des Vereins ging es hauptsächlich um Vorkomnisse in der Partie gegen Selbitz – was ist hier vorgefallen. Kannst du die Ereignisse aus deiner Sicht schildern.

Alex Grod: Ja, das stimmt – seit Montag Abend bin ich offiziell nicht mehr bei Haibach! Gegen Selbitz drückte ich 85 Minuten die Ersatzbank, dabei dachte ich, ich spiele von Anfang an, da ich seit letztem Jahr ein gestandener Stammspieler bin! Zur Einwechslung gerufen lief ich schon provokant zur Bank, um mich auf meinen Einsatz vorzubereiten. Kaum eingewechselt, schoss ich den entscheidenden Siegtreffer zum 3:1. Mein Torjubel war mit Wut und Ärger – ich riss mein Trikot vom Körper und warf es in Richtung des Trainers (Anmerkung d. Redaktion: Joachim Hufgard) mit den Worten: „…mir reichen 5 Minuten, es wird nur eine Nummer 7 in Haibach geben!“

Mittelkreis: Der Verein hat sich mit sofortiger Wirkung von dir als Spieler getrennt – wie lief die Trennung ab, gab es noch einmal ein klärendes Gespräch zwischen beiden Parteien?

Alex Grod: Mit Verein und Verantwortlichen habe ich nie Probleme gehabt, offene Gespräche, Leute die hinter mir standen und vielleicht sogar noch stehen! Problem war, dass ich zwei Wochen zuvor (beim Spiel in Amberg) beim Stand von 1:0 für Amberg ausgewechselt wurde. Auf der Bank bin ich dann laut geworden und habe Spieler öffentlich kritisiert – daraufhin war ich nach einen Gespräch nicht mehr im Kader, 1 Spiel Pause! Und jetzt gegen Selbitz das 3. Spiel nach diesem einen Gespräch – hier kam nun eben dieser Vorfall. Das Gespräch danach lief aber ruhig ab und irgendwie habe ich gemerkt, dass es ihnen selbst schwer fällt, diesen Schritt der Trennung zu gehen.

Mittelkreis: Kannst du die Reaktion des Vereins nachvollziehen oder bist du anderer Meinung?

Alex Grod: Zum einen verstehe ich die Reaktion des Vereins, da eben in kurzer Zeit mein Name zweimal in den genannten Situationen fiel und betroffen war. Ein Trikot wirft man nicht vor die Füße des Trainers und tritt es! Dennoch muss ich sagen, dass es nicht immer das selbe ist, wenn zwei Personen das gleiche tun! Disziplin ist für mich ein großes Thema, jeder Spieler sollte gleich behandelt werden! Ein Spieler wie Alex Grod ist emotional – es gab in Vergangenheit einige Situationen wo ich eben besonders angeschaut wurde, meist mit 8 anstatt nur mit 4 Augen. Ein Verein hat immer Leute, die er streicheln muss…vielleicht bin ich einer davon.

Mittelkreis: Rückblickend – was nimmst du aus deiner Zeit beim SV Alemannia Haibach mit und was kann die Mannschaft deiner Meinung nach in dieser Saison in der Bayernliga erreichen?

Alex Grod: Als ich nach Haibach gekommen bin, wurde ich viel beschimpft und kritisiert, doch durch Leistung und spielerische Qualität konnte ich sehr viele neue Freunde und Fans gewinnen! Dazu kam mein Freund Damien Letellier, mit dem ich sehr viel Zeit verbringe – schließlich kannte ich in Haibach nicht all zuviele Leute! Letzte Saison war menschlich Klasse, Trainer Jogi Hufgard ein Trainer, der Fußball lebt, aber auch mir sehr geholfen hat in einer schweren Zeit! Überhaupt ist der Verein wie eine Familie, Woche für Woche wurde es eine zweite Heimat für mich!
Die Mannschaft kann einen guten Mittelfeldplatz erreichen, der Kader ist breiter aufgestellt! Das Pokal-Aus war vielleicht gar nicht so schlecht, weil nun Spiele und gleichzeitig Englische Wochen wegfallen. Wenn der Trainerstab so mit Verein und Spielern weiter arbeitet, kann und wird Haibach weiterhin für Furore sorgen!

Mittelkreis: Wie geht es jetzt mit Dir weiter – bist du auf der Suche nach einem neuen Verein bzw. gibt es schon Gespräche?

Alex Grod: Ich habe mir vorgenommen, erst einmal Ruhe einkehren zu lassen – ich bin sehr geknickt und traurig! Da ich mich pudelwohl fühlte bei den Männern am hohen Kreuz! Dennoch – seit die Trennung am Montagmorgen bekannt wurde, bimmelt mein Telefon in unterbrochen! Ich konnte es kaum glauben, aber Vereine, die jetzt nur noch die Möglichkeit haben, Spieler per Amateur-Vertrag zu verpflichten, drängen auf ein Kommen! Gespräche wird es geben, dennoch brauche ich persönlich ein paar Tage Erholung! Ich bin aber bereit, mir alles anzuhören!

Mittelkreis: Abschließend: Du bist mit 27 Jahren im besten Fußballer-Alter, hast noch einige Jahre vor Dir. Was setzt du dir für die nächsten Jahre im Bezug auf deine Karriere als Ziel?

Alex Grod: Ja, mit 27 Jahren ist man im besten Alter – das sagt man ja zumindest :-). Ich weiß nicht, ob ich in kurzer Zeit einen Verein finde, der in einer ähnlichen Spielklasse spielt. Auf jedenfall bin ich bereit, so hoch wie möglich zu spielen, da ich ehrgeizig bin und Fußball für mich nicht nur ein Hobby ist! Ende diesen Jahres oder Anfang nächsten Jahres werde ich einen Trainerschein beginnen!

Der Mittelkreis bedankt sich bei Alex für das Interview!

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