Interview: Sandro Schwarz (Trainer 1. FC Eschborn, Regionalliga Südwest)

Den Mittelkreis erreichte folgendes Interview mit Trainer Sandro Schwarz vom 1. FC Eschborn:

Interview mit Trainer Sandro Schwarz zum Abschluss des Fußballjahres 2012

– Herr Schwarz, wie passend oder unpassend kam der Ausfall gegen Pfullendorf?

Schwarz: Nicht so passend, wir hätten gerne gespielt und wollten den Schwung und das gute Gefühl aus dem Koblenz-Spiel mit nach Pfullendorf nehmen und unsere gute Phase fortsetzen. Aber nun fahren wir eben zum ersten Spiel im neuen Jahr dorthin und werden auch dann top motiviert und gut vorbereitet sein.

– Wie fällt das Fazit nach der Vorrunde aus?

Schwarz: Durchweg positiv! Die Mannschaft hat unsere Vorgaben bravourös umgesetzt, gerade in den vergangenen Wochen haben wir noch einmal einen guten Schritt nach vorne gemacht. Das war insgesamt eine gute Entwicklung mit der Krönung dann gegen Koblenz. Insgesamt haben wir uns gut an die Liga angepasst, auch wenn wir ab und zu mal Lehrgeld zahlen mussten.

– Aktuell liegt der 1.FC Eschborn auf einem Tabellenplatz, von dem nicht klar ist, ob er am Ende zum Klassenerhalt reichen würde, weil je nach Auf- und Absteigern in anderen Ligen zwischen zwei und sechs Mannschaften absteigen. Wie schwierig ist diese Ungewissheit?

Schwarz: Damit beschäftigen wir uns gar nicht. Uns interessieren nur unsere Trainingsinhalte und unsere spielerische Entwicklung, die ja gegen Koblenz bestätigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt der Saison auf die Tabelle zu gucken ist Energieverschwendung.

– Reichlich Spieler ohne Regionalligaerfahrung, die aus unteren Ligen nach Eschborn gekommen sind, haben sich als Stammspieler etabliert, eine Überraschung?

Schwarz: Nein, wir wussten um die Stärken unserer Mannschaft und haben immer an eine gute Entwicklung unserer Spieler geglaubt. Es ist beim FCE als Ausbildungsverein einfach so: Wir können keine Kracher nach Eschborn holen, wir müssen uns die Kracher selbst machen! Und dabei sind wir insgesamt auf einem guten Weg.

– Das 1:0 gegen Koblenz im letzten Spiel – der erste Sieg gegen eine Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte – ein Zeichen dafür, dass der FCE endgültig in der Liga angekommen ist?

Schwarz: Dafür haben wir nicht das Koblenz-Spiel gebraucht, wir haben schon das ganze Jahr gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind, zuletzt ja auch in den Spielen gegen die Spitzenmannschaft Waldhof Mannheim oder Eintracht Trier. Koblenz war nur das i-Tüpfelchen und für uns die Bestätigung, sozusagen der perfekte Abschluss des Jahres.

– Worauf kommt es in der Rückrunde nun an?

Schwarz: Wir müssen beharrlich bleiben und auf unsere Entwicklung achten und dann die nächsten Entwicklungsschritte gehen. Wichtig ist aber auch, dass wir alle realistisch und klar in der Birne bleiben.

– Es stellen sich reichlich Aufstiegskandidaten und Spitzenteams in Eschborn vor, dafür sind aber die Spiele gegen die direkten Konkurrenten fast alle auswärts – günstig oder ungünstig?

Schwarz: Die bekannten Gegner sind vielleicht schön für die Zuschauer, auch das interessiert uns als Mannschaft aber nicht. Wir beschäftigen uns damit, unsere Leistung zu erreichen und an unsere Leistungsgrenze zu kommen, egal ob zu Hause oder auswärts.

– Wird sich am Kader noch etwas verändern?

Schwarz: Aller Voraussicht nach nicht, danach sieht es im Moment nicht aus. Aber so eine Transferperiode ist lang und da darf man nie etwas ausschließen, auch wenn es im Moment nicht den Anschein macht.

– Wie beurteilen Sie die Entwicklung rund um den 1.FC Eschborn insgesamt?

Schwarz: Immens! In den vergangenen eineinhalb Jahren, in den ich jetzt in Eschborn bin, hat sich im Verein viel in die richtige Richtung entwickelt, sowohl was den sportlichen Bereich angeht aber auch im Umfeld und im Verein an sich. Positiv ist natürlich auch, dass es den Anschein hat, dass das Thema Insolvenz bald beendet sein könnte. Da ist viel Aufbruchstimmung zu spüren und viele Leute helfen mit, dass der 1.FC Eschborn wieder in das richtige Licht gerückt wird. Langsam aber sicher bekommt der Verein wieder das gute Image, das er inzwischen auch wieder verdient, aber die Entwicklung ist noch lange nicht am Ende.

 

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